Wohnungsbau: ZIA-Prognose zeigt dramatischen Einbruch auf 215.000 Wohnungen
16.02.2026 - 18:01:12Der deutsche Wohnungsbau steuert 2026 auf einen neuen Tiefpunkt zu. Das aktuelle Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) prognostiziert nur noch rund 215.000 fertiggestellte Wohnungen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr – und verschärft die Wohnungskrise massiv.
Versorgungslücke wird immer größer
Die Prognose der sogenannten „Immobilienweisen“ ist ernüchternd. Die erwarteten 215.000 Wohneinheiten für 2026 liegen weit unter dem geschätzten Bedarf von fast 258.000 Wohnungen pro Jahr. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wächst also weiter.
Ein kleiner Lichtblick: Die Baugenehmigungen stiegen 2025 um 10,5 Prozent. Doch dieser Anstieg gleicht die drastischen Rückgänge der Vorjahre bei Weitem nicht aus. Hinzu kommt das Problem des Bauüberhangs – Hunderttausende genehmigte Wohnungen warten auf ihre Fertigstellung.
Was bremst den Neubau aus?
Die Gründe für die anhaltende Flaute sind vielfältig:
* Stabile, aber hohe Zinsen: Die Bauzinsen pendeln sich bei 3,5 bis 4,5 Prozent ein. Historisch moderat, aber für viele Projekte immer noch eine Hürde.
* Explodierende Baukosten: Hohe Material- und Energiepreise sowie steigende Lohnkosten machen Neubauten teuer.
* Bürokratie: Lange Genehmigungsverfahren und regulatorische Hürden bremsen die Bautätigkeit zusätzlich aus.
Viele Bauträger legen Projekte auf Eis, weil die nötigen Mieten oder Kaufpreise am Markt nicht durchsetzbar sind.
Metropolen unter Druck, Gewerbebau boomt
Die Krise trifft nicht alle Regionen gleich hart. In den sieben größten Metropolen – darunter Berlin, München und Frankfurt – spitzt sich die Lage besonders zu. Die Nachfrage verlagert sich hier zunehmend auf den Bestandsmarkt.
Während der Wohnungsbau stagniert, läuft es im Gewerbe- und Logistiksektor besser. Projekte wie die Erweiterung des Logistikstands der SCHMITT Feuerwehrtechnik in Neuwied zeigen: Hier wird weiter investiert. Die Bundesregierung plant zudem ein Förderprogramm zur Umwandlung von Büro- in Wohnraum ab Sommer 2026.
Paradoxe Lage: Leichte Erholung, aber kein Wohnraum
Die Situation ist paradox: Wirtschaftsforschungsinstitute prophezeien dem Baugewerbe für 2026 eine leichte Erholung. Gleichzeitig droht im Kernsegment Wohnungsbau ein weiterer Rückgang. Die allgemeine Konjunktur reicht offenbar nicht, um die spezifischen Probleme zu lösen.
Die Folge ist klar: Knappes Angebot treibt die Preise. Experten rechnen auch 2026 mit moderaten, aber stetigen Steigerungen bei Kaufpreisen und Mieten. Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine der größten gesellschaftlichen Baustellen.
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Ob sich die Lage bald entspannt, hängt stark von der Politik ab. Die Branche hofft auf neue Anreize durch gezielte Förderung und weniger Bürokratie. Kurzfristig ist jedoch keine Besserung in Sicht.
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