WKO startet 2026 mit Gehaltsstopp und Reformoffensive
31.12.2025 - 06:52:12Die WKO friert die Bezüge ihrer Führungsspitze ein und startet einen umfassenden Modernisierungsprozess, um nach der Führungskrise Vertrauen zurückzugewinnen.
Die Wirtschaftskammer Österreich beginnt das neue Jahr mit einem strikten Sparkurs. Ab dem 1. Jänner 2026 friert die WKO die Gehalter ihrer Spitzenführung ein und startet einen umfassenden Reformprozess. Diese Maßnahmen sind die direkte Antwort auf die Führungskrise nach dem Rücktritt von Harald Mahrer im November.
Nulllohnrunde für die Kammer-Spitze
Das sichtbarste Zeichen des neuen Kurses ist der sofortige Stopp von Gehaltserhöhungen für Top-Funktionäre. Diese „Nulllohnrunde“ gilt ab heute und reagiert auf die heftige öffentliche Debatte über hohe Funktionsentschädigungen. Die Bezüge bleiben auf dem Niveau von 2025 eingefroren – eine geplante Inflationsanpassung wurde ausgesetzt.
Die Botschaft an die rund 590.000 Mitgliedsbetriebe ist klar: Die Kammer spart zuerst bei sich selbst. Viele Unternehmen leiden selbst unter der anhaltenden Rezession und dem Kostendruck. Die Regelung gilt vorläufig, bis eine externe Prüfung die gesamte Gehaltsstruktur der Kammer analysiert hat.
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„Reformgruppe 2026“ startet operative Arbeit
Parallel zum finanziellen Einfrieren nimmt heute die neu geschaffene „Reformgruppe 2026“ ihre Arbeit auf. Das Gremium hat den Auftrag, die Kammerstrukturen grundlegend zu modernisieren. Sein Mandat umfasst fünf zentrale Handlungsfelder:
- Aufgaben- und Angebotsreform: Das Serviceportfolio für Mitglieder soll geschärft werden.
- Struktur- und Organisationsreform: Doppelgleisigkeiten zwischen Bundes- und Landeskammern stehen auf dem Prüfstand.
- Wahlrechtsreform: Diskutiert wird eine repräsentativere Abbildung der Unternehmerlandschaft.
- Transparenzoffensive: Finanzflüsse und Entscheidungswege sollen offengelegt werden.
- Finanzierungsreform: Die Umlagenstruktur wird überprüft.
Der Zeitplan ist ambitioniert. Ein erster Zwischenbericht soll dem Wirtschaftsparlament bereits im ersten Halbjahr 2026 vorgelegt werden. Ziel ist eine schlankere, digitalere und transparentere Kammer.
Übergang nach der Ära Mahrer
Der Jahreswechsel markiert auch symbolisch das Ende der Ära von Harald Mahrer. Sein Rücktritt Mitte November hinterließ ein Machtvakuum. Interimistisch führt nun die langjährige Vizepräsidentin Martha Schultz die Geschäfte.
Ihre Hauptaufgabe: Den Reformprozess glaubwürdig zu moderieren und die Handlungsfähigkeit der Organisation zu sichern. Die Stimmung in der Kammer wird als „arbeitsam, aber angespannt“ beschrieben. Viele Funktionäre fürchten um ihre Pfründe, sollte die Reformgruppe tiefgreifende Einschnitte empfehlen.
Reformen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Die internen Reformen finden vor einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Hintergrund statt. Der Budgetvoranschlag der WKO für 2026 rechnet erstmals seit Jahren mit einem gleichbleibenden Umlagenaufkommen.
Finanzreferenten der Kammer betonten, die „zögerliche Erholung“ und globale Unsicherheit ließen keine Spielräume für Budgeterhöhungen. Das Budget 2026 ist daher ein Sparbudget, das den Fokus strikt auf Kernleistungen für die Mitglieder legt. Eine Erhöhung der Kammerumlagen wäre in dieser Lage politisch kaum durchsetzbar gewesen.
Die Bewährungsprobe beginnt heute
Mit dem heutigen Neujahrstag startet für die WKO die praktische Bewährungsprobe. Die Branche blickt gespannt auf die ersten Sitzungen der Reformgruppe im Jänner. Besonders die „Transparenzoffensive“ muss schnell erste Ergebnisse liefern, um das beschädigte Vertrauen wiederherzustellen.
Zudem dürfte die Personalfrage im ersten Quartal wieder an Fahrt aufnehmen. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche über eine langfristige personelle Neuaufstellung an der Spitze. Entscheidend wird sein, ob der „Reformkurs 2026“ mehr ist als nur ein Schlagwort auf dem Papier.
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