WitnessAI, Millionen

WitnessAI sichert sich 58 Millionen für KI-Sicherheit

17.01.2026 - 10:22:12

Das US-Startup WitnessAI erhält eine strategische Finanzierung für seine Sicherheitsplattform für autonome KI-Agenten. Die Investition unterstreicht den globalen Boom in diesem Marktsegment.

KI-Sicherheit wird zum Goldrausch: Das US-Startup WitnessAI hat 58 Millionen Euro in einer strategischen Finanzierungsrunde eingesammelt. Die Investition unterstreicht den globalen Boom bei Sicherheitslösungen für autonome KI-Agenten.

Strategische Investoren setzen auf KI-Absicherung

Die Finanzierungsrunde vom 13. Januar wurde von Sound Ventures angeführt, dem Fonds von Ashton Kutcher, der bereits in OpenAI investierte. Mit von der Partie waren auch die Venture-Arme von Technologiegiganten wie Qualcomm und Samsung. Insgesamt hat WitnessAI nun etwa 85,5 Millionen Euro Kapital erhalten.

Das frische Geld soll in die globale Expansion und Produktentwicklung fließen. Im Fokus steht die neu eingeführte “WitnessAI Agentic Security”-Plattform. Sie soll Unternehmen dabei helfen, die spezifischen Risiken autonomer KI-Agenten zu kontrollieren – also Software, die eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe ausführt.

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Vom Chatbot-Schutz zur Agenten-Überwachung

Der technologische Kern des Booms liegt im Paradigmenwechsel: Während sich Sicherheit bisher oft auf statische Sprachmodelle konzentrierte, müssen nun dynamische KI-Agenten gesichert werden. “Wenn Unternehmen von einfachen Chatbots zu komplexer, agentengetriebener Automatisierung übergehen, vergrößert sich die Angriffsfläche dramatisch”, erklärt ein Branchenanalyst.

Die neue Plattform von WitnessAI fungiert als “Confidence Layer”. Sie ermöglicht Unternehmen, jede Aktion ihrer KI-Agenten zu überwachen: Welche Agenten sind aktiv? Auf welche Tools greifen sie zu? Welche Daten teilen sie? Durch die Analyse der Absicht hinter den Aktionen – nicht nur durch Stichwortabgleich – soll das System Datenlecks verhindern und komplexe Angriffe wie Prompt Injection blockieren.

Europas Aikido Security erreicht Einhorn-Status

Der Deal ist Teil einer breiteren Investitionswelle. Erst am 16. Januar erreichte das belgische Cybersicherheitsunternehmen Aikido Security durch eine 60-Millionen-Euro-Runde den Einhorn-Status mit einer Bewertung von einer Milliarde Euro. Auch das Startup Novee kam diese Woche mit 51,5 Millionen Euro aus der Stealth-Phase.

Venture-Kapitalisten setzen damit massiv auf die “Spitzhacken und Schaufeln” des KI-Goldrauschs. Während Unternehmen generative KI einführen, wird die Angst vor Sicherheitslücken – “Tech Doubt” – zum größeren Hindernis als veraltete IT-Infrastruktur. Investoren hoffen, durch Sicherheitsplattformen das Billionen-Euro-Potenzial des KI-Markts freizusetzen.

Hybrides Sicherheitsmodell als neuer Standard

Die Beteiligung von Qualcomm Ventures und Samsung Ventures ist besonders aussagekräftig. Sie deutet auf eine Zukunft hin, in der KI-Verarbeitung von der Cloud auf Edge-Geräte und mobile Hardware wandert. Sicherheitslösungen, die in dieser hybriden Umgebung funktionieren – von Cloud-Modellen über On-Premise-Anwendungen bis zu Edge-Agenten – dürften zum Industriestandard werden.

Experten sehen in der raschen Reifung von KI-Sicherheitsplattformen eine notwendige Voraussetzung für die breite Unternehmenseinführung autonomer Workflows. So wie Endpoint-Security im PC-Zeitalter unverzichtbar wurde, positionieren sich KI-Governance-Plattformen als unabdingbare Schutzschicht für das kognitive Computing-Zeitalter.

Wettlauf um den Milliardenmarkt beginnt

Für 2026 prognostizieren Analysten einen verschärften Wettbewerb unter KI-Sicherheitsanbietern. Mit den frischen Kapitalreserven werden Unternehmen wie WitnessAI und Aikido Security nun auf rasche Kundenakquise und internationale Expansion setzen.

Der Markt für KI-Sicherheit und Governance könnte bis Anfang der 2030er Jahre auf hunderte Milliarden Euro wachsen. Kurzfristig erwartet die Branche eine Flut von Produktupdates mit Fokus auf Observability – also die Echtzeit-Überwachung aller KI-Aktivitäten. Da regulatorische Rahmenbedingungen für KI weltweit verschärft werden, dürften Plattformen mit integrierten Compliance-Funktionen den größten Teil der Unternehmensbudgets abschöpfen.

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