Wirtschaftsweise, Milliardenlücke

Wirtschaftsweise warnt vor Milliardenlücke und Steuererhöhungen ab 2029

11.01.2026 - 21:43:11

Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, warnt vor einer kritischen Finanzierungslücke im Bundeshaushalt ab 2029, die Steuererhöhungen unvermeidbar machen könnte.

Deutschland steuert auf eine massive Haushaltslücke zu. Laut dem Sachverständigenrat könnte die Regierung ab 2029 Steuern erhöhen müssen.

Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, warnt eindringlich vor einer kritischen Finanzierungslücke im Bundeshaushalt. In einem Interview mit der Bild am Sonntag sagte sie am Sonntag, 11. Januar 2026, dass ab dem Jahr 2029 die steigenden Kosten für Soziales, Zinsen und Verteidigung die gesamten Staatseinnahmen auffressen könnten. Der Haushalt sei für diese Zeit schlicht nicht finanziert. „Ich beobachte genau, ob die Regierung Ausgaben zurücknimmt oder sich in Richtung Steuererhöhungen bewegt“, so Schnitzer. Eine Debatte über eine höhere Steuerlast werde unvermeidbar.

2029 als Schicksalsjahr für die Staatsfinanzen

Das Jahr 2029 markiert einen Kipppunkt. Dann laufen mehrere finanzielle Belastungen parallel auf: Die demografisch bedingten Ausgaben für die Rente steigen, die Zinslast für die Staatsverschuldung wächst weiter, und die vereinbarten höheren Verteidigungsausgaben sind fällig. Diese Kostenlawine droht die finanziellen Spielräume des Staates unter den aktuellen Steuersätzen zu überfordern.

Schnitzer äußerte sich skeptisch, ob die Regierung diese Lücke ohne unpopuläre Maßnahmen schließen kann. Der Optimismus, allein durch mehr Wirtschaftswachstum genug Steuermittel zu generieren, sei unrealistisch. Auch die jüngsten Reformen in der Gesundheits- und Rentenpolitik seien nur darauf ausgelegt, den Kostenanstieg zu bremsen – nicht, die Ausgaben zu senken. Die Vorstellung, die Kosten ließen sich so signifikant drücken, nannte sie „völlig unrealistisch“.

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Unternehmen prüfen bereits Standortverlagerungen

Die Warnung ist kein Einzelfall. Bereits im Dezember 2025 hatte das Ratsmitglied Veronika Grimm auf dasselbe Problem hingewiesen. Sie brachte zudem die wirtschaftlichen Folgen auf den Punkt: Die Erwartung massiver Steuererhöhungen beeinflusse bereits jetzt Unternehmensstrategien. Zahlreiche Firmen prüften angeblich die Verlagerung von Geschäften ins Ausland, um der drohenden fiskalischen Last zu entgehen.

Diese Unsicherheit treffe vor allem „Normalverdiener“ und den Mittelstand. Sie haben weniger Möglichkeiten, auszuweichen, als multinationale Konzerne oder hochqualifizierte Fachkräfte, die in Niedrigsteuerländer abwandern könnten. Ein Teufelskreis droht: Steuererhöhungen könnten das Wachstum bremsen und Kapital abfließen lassen, was die Haushaltsprobleme weiter verschärft.

Politischer Druck und die Frage: Wer soll zahlen?

Die Warnungen der Wirtschaftsweisen erhöhen den Druck auf die Bundesregierung, eine langfristige Finanzstrategie vorzulegen. Die Debatte um die Verteilung der Lasten – „Wer zahlt?“ – dürfte sich verschärfen. Die Regierung befindet sich in einem Dilemma: Steuererhöhungen könnten das notwendige Wachstum ersticken. Sozialausgaben zu kürzen, birgt das Risiko politischer Gegenwehr, besonders in einer alternden Gesellschaft.

Schnitzers Äußerungen legen nahe, dass die Politik schwierige Entscheidungen aufschiebt. Durch diese Verzögerung wächst die Gefahr, dass die Anpassung 2029 umso drastischer ausfallen muss. Der Rat fordert daher transparente und sofortige Planung, anstatt sich auf optimistische Wachstumsprognosen zu verlassen.

Die Glaubwürdigkeit der Schuldenbremse und des deutschen Sozialstaatsmodells stehen auf dem Spiel. Ratingagenturen und internationale Investoren werden die mittelfristige Finanzplanung Deutschlands nun genau beobachten. Das Zeitfenster für eine geordnete Anpassung schließt sich. Bleiben die Warnungen ungehört, könnten die Steuerzahler die massive Erhöhung erleben, vor der die Wirtschaftsweisen nun eindringlich warnen.

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