Wirtschaft lehnt Strafsteuer für Nicht-Ausbilder ab
10.02.2026 - 22:25:11Die österreichische Wirtschaft formiert sich gegen eine Strafsteuer für Betriebe ohne Lehrlinge. Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund lehnen die Forderung von Gewerkschaften als kontraproduktiv ab.
Warum eine „Ausbildungsabgabe“ gefordert wird
Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE treibt die Idee eines solidarischen Ausbildungsfonds voran. Finanziert durch eine Abgabe von nicht-ausbildenden Unternehmen soll er die überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA) stärken. Diese ermöglicht Jugendlichen eine Ausbildung, wenn sie keine reguläre Lehrstelle finden. Für die Gewerkschaft ist das ein zentraler Baustein der „Ausbildungsgarantie bis 25“.
Scharfe Kritik: „Völlig fehl am Platz“
Die Wirtschaft reagiert mit klarer Absage. „Der Vorschlag ist völlig fehl am Platz“, kontert WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger. Eine neue Strafsteuer belaste die Betriebe zusätzlich und verkenne die Realität.
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Die Wirtschaftskammer argumentiert mit mehreren Punkten:
* Viele Betriebe dürfen gar nicht ausbilden oder finden keine geeigneten Jugendlichen.
* Fast die Hälfte aller KMU bildet nur einen einzigen Lehrling aus. Fällt dieser weg, würde der Betrieb statistisch sofort als „nicht-ausbildend“ gelten.
* Die demografische Entwicklung ist das Kernproblem: Es gibt mehr offene Lehrstellen als suchende Jugendliche.
Mehr Lehrstellen als Bewerber
Die Zahlen unterstreichen das Argument. Ende Januar 2026 standen laut WKÖ-Daten 17.564 offene Lehrstellen nur 13.507 Lehrstellensuchenden gegenüber. Seit 1980 ist die Zahl der 15- bis 19-Jährigen in Österreich um rund 220.000 gesunken.
„Die Forderung geht an der Realität vorbei“, sagt Tanja Graf, Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes. Statt neuer Abgaben brauche es mehr Attraktivität für die Lehre und bessere Unterstützung für die Betriebe.
Ein alter Konflikt mit neuen Daten
Die Debatte um eine Ausbildungsabgabe flammt in Österreich regelmäßig auf. Während Gewerkschaften auf Solidarität pochen, warnen Wirtschaftsvertreter vor Bürokratie und Kosten.
Das international geschätzte duale Ausbildungssystem steht unter Druck. Die Betriebe wenden jährlich rund 3 Milliarden Euro für die Ausbildung auf. Der Staat fördert mit etwa 280 Millionen Euro. Für die Wirtschaft ist klar: Anreize setzen wirkt besser als Strafen.
Wohin steuert die Debatte?
Eine schnelle Einführung der Strafsteuer erscheint unwahrscheinlich. Die Diskussion wird sich auf alternative Lösungen konzentrieren:
* Bessere Berufsorientierung an Schulen
* Imagekampagnen für handwerkliche und technische Berufe
* Direkte Fördererhöhungen für Ausbildungsbetriebe
Die Sozialpartner verhandeln weiter. Die zentrale Frage bleibt: Wie gewinnt man mehr Jugendliche für die Lehre, ohne die ausbildenden Betriebe zu überfordern?
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