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WiredScore-Index: Deutsche Städte in globaler Resilienz-Top 20

05.02.2026 - 14:13:12

München, Berlin und Frankfurt gehören laut Global Cities Resilience Index zu den widerstandsfähigsten Immobilienmärkten der Welt, weisen aber erhebliche Defizite bei der digitalen Sicherheit auf.

München, Berlin und Frankfurt zählen zu den widerstandsfähigsten Immobilienmärkten der Welt. Das zeigt der heute veröffentlichte „Global Cities Resilience Index 2026“ der Zertifizierungsorganisation WiredScore. Während die physische Infrastruktur der deutschen Metropolen als globales Vorbild gilt, offenbart der Bericht jedoch gravierende Lücken beim digitalen Schutz.

München, Berlin und Frankfurt im Spitzenfeld

Der Index analysiert die Widerstandsfähigkeit der wichtigsten Immobilienmärkte weltweit. München führt das deutsche Feld an und belegt global Rang 8. Berlin folgt auf Platz 10, Frankfurt landet auf Position 13. Damit sichern sich alle drei deutschen Vertreter einen Platz in der internationalen Top 20.

Diese Platzierung ist ein starkes Signal für internationale Investoren. Sie bestätigt die Substanzstärke deutscher Gewerbeimmobilien – besonders vor dem Hintergrund volatiler Märkte. Im europäischen Vergleich stehen die deutschen Städte robust da, während andere traditionelle Märkte größere Herausforderungen meistern müssen.

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Physische Infrastruktur als globale Stärke

Der Hauptgrund für das gute Abschneiden liegt in der exzellenten physische Resilienz. Die Studienautoren heben die Versorgungssicherheit in deutschen Premium-Immobilien hervor:

  • Die Stabilität der Stromnetze und die Verfügbarkeit von Notstromsystemen gelten als weltweit führend.
  • Der Schutz vor Naturgefahren durch solide Bausubstanz und effektiven Hochwasserschutz wird positiv bewertet.

Diese „Klimaresilienz“ ist für langfristig orientierte Investoren wie Pensionskassen mittlerweile ein entscheidendes Kriterium. Die deutschen Bauvorschriften und die historische Stadtplanung erweisen sich hier als klarer Wettbewerbsvorteil.

Die digitale Achillesferse

Trotz der guten Gesamtplatzierung enthält der Bericht eine deutliche Warnung. Bei der digitalen Resilienz und Cyber-Sicherheit liegen die deutschen Städte unter dem globalen Durchschnitt. Das steht in scharfem Kontrast zur physischen Sicherheit.

Die Analyse zeigt: Während die physischen Mauern stabil sind, sind die digitalen Tore oft unzureichend bewacht. Kritisch ist, dass viele Gebäudemanagementsysteme bekannte Sicherheitslücken aufweisen. In Märkten wie Singapur oder London ist die Integration von gegen Cyber-Angriffe gehärteten „Smart Building“-Technologien bereits weiter fortgeschritten.

Branchenbeobachter warnen: Diese digitale Lücke könnte mittelfristig zu Abschlägen bei den Spitzenmieten führen. Mieter aus Tech- und Finanzsektor achten zunehmend auf die digitale Ausfallsicherheit ihrer Flächen.

Investoren müssen jetzt handeln

Die Bestätigung der „Safe Haven“-Qualität stärkt das Vertrauen von Core-Investoren. Doch der Index legt eine klare Agenda nahe: Eigentümer müssen Investitionen in die digitale Infrastruktur priorisieren, um den Status als „Prime Asset“ zu halten.

Für Value-Add-Investoren eröffnet der Nachholbedarf Chancen. Gezielte Upgrades der digitalen Gebäudeinfrastruktur können in bestandsstarken Immobilien signifikante Wertsteigerungen realisieren. Die Nachfrage der Mieter nach entsprechenden Nachweisen steigt stetig.

Ausblick: Digitale Zertifikate werden Standard

Für die deutsche Immobilienwirtschaft beginnt nun die digitale Aufholjagd. Experten erwarten, dass Asset Manager vermehrt Budgets für Cyber-Security-Audits und Modernisierungen freigeben werden.

Die Botschaft ist eindeutig: Der „Digital Twin“ eines Gebäudes muss künftig genauso robust sein wie seine physische Hülle. Zertifizierungen für digitale Konnektivität und Cyber-Resilienz dürften in Transaktionsprozessen bald eine ähnlich wichtige Rolle spielen wie heute Umweltzertifikate. Die Top-20-Platzierung ist somit sowohl Auszeichnung als auch klarer Arbeitsauftrag.

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