Winring0, Windows-Sicherheit

Winring0: Der „Zombie-Treiber“ bedroht Windows-Sicherheit 2026

08.01.2026 - 03:01:12

Der jahrealte Hardware-Treiber Winring0.sys wird weiterhin für BYOVD-Angriffe wie SteelFox genutzt und zwingt die IT-Branche zur Abkehr. Experten empfehlen konkrete Schutzmaßnahmen.

Ein alter Hardware-Treiber bleibt das Einfallstor für Cyberangriffe und zwingt die IT-Branche zum Umdenken.

Die IT-Sicherheitsbranche schlägt erneut Alarm: Ein jahrealter, aber weit verbreiteter Hardware-Treiber namens Winring0.sys bleibt eine der größten Schwachstellen für Windows-Systeme. Aktuelle Analysen, darunter ein Bericht der US-Cybersicherheitsbehörde CISA vom 6. Januar 2026, zeigen, dass Hacker diesen „Zombie-Treiber“ weiterhin massiv für sogenannte BYOVD-Angriffe (Bring Your Own Vulnerable Driver) nutzen. Dabei umgehen sie moderne Sicherheitsbarrieren und installieren Schadsoftware wie SteelFox.

Warum ein alter Treiber zum Sicherheitsrisiko wird

Das Problem ist hausgemacht. Die Treiber Winring0.sys und Winring0x64.sys wurden einst für harmlose Hardware-Diagnose-Tools entwickelt. Sie sollten den Zugriff auf Temperatursensoren, Lüftersteuerungen oder RGB-Beleuchtung ermöglichen. Ihre fatale Eigenschaft: Sie erlauben es auch Nutzern mit geringen Berechtigungen, direkt auf den physischen Arbeitsspeicher zuzugreifen – eine Art „Gott-Modus“ für das Windows-Betriebssystem.

„Die Angreifer nutzen keinen neuen Fehler aus, sondern missbrauchen die legitime, digital signierte Natur des Treibers“, erklären Sicherheitsexperten in den aktuellen Reports. Weil Windows den signierten Treiber vertraut, können Hacker ihn einfach mit ihrer Malware „mitbringen“. Geladen, ermöglicht er dann den Zugriff auf Kernel-Ebene.

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SteelFox: So nutzen Hacker die Schwachstelle aus

Die Dringlichkeit der Warnungen speist sich aus aktiven Kampagnen der Malware-Familie SteelFox. Diese nutzt den Winring0-Treiber, um sich höchste Systemrechte zu verschaffen. Von dieser privilegierten Position aus kann die Schadsoftware dann:

  • Sicherheitssoftware ausschalten: Antivirenprogramme und EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response) werden stillgelegt.
  • Kryptominer installieren: Ressourcen des gehackten Rechners werden zum Schürfen der Kryptowährung Monero missbraucht.
  • Sensible Daten stehlen: Browser-Passwörter, Kreditkartendetails und andere Informationen werden ausgespäht.

Die Tatsache, dass diese Angriffe bis ins Jahr 2026 andauern, zeigt: Trotz Gegenmaßnahmen von Microsoft bleibt die BYOVD-Technik für Angreifer eine höchst effektive Methode.

Druck auf die Industrie: Ausmusterung des Risikotreibers

Die IT-Branche steht unter Zugzwang. Jahrelang setzten beliebte Tools für Hardware-Überwachung, Übertaktung oder Beleuchtung – von MSI Afterburner bis zu Open-Source-Lösungen – aus Bequemlichkeit auf den Winring0-Treiber. Jetzt fordert die Sicherheit ihren Tribut.

Hersteller müssen nachziehen. Bekannte Remote-Management-Plattformen wie Pulseway arbeiten laut Nutzerforen an einer vollständigen Entfernung der Winring0-Abhängigkeit, mit einem Zieltermin für Januar 2026. Der Trend ist klar: Software-Anbieter schreiben ihre Hardware-Zugriffsschichten neu, um sich an Microsofts strengere Sicherheitsmodelle anzupassen.

Sicherheitsanalysten betonen: Jede Software, die Anfang 2026 noch auf den originalen Winring0-Treiber angewiesen ist, stellt ein Sicherheitsrisiko dar.

So können sich Nutzer und Admins schützen

Für Windows-Nutzer und IT-Administratoren sind proaktive Maßnahmen entscheidend. Microsoft Defender und andere Sicherheitslösungen erkennen den Treiber mittlerweile oft als VulnerableDriver:WinNT/Winring0. Experten empfehlen vier konkrete Schritte:

  1. Kernisolation aktivieren: Die Funktion „Speicherintegrität“ (Memory Integrity/HVCI) in den Windows-Sicherheitseinstellungen blockiert das Laden anfälliger Treiber.
  2. Überwachungstools updaten: Prüfen Sie Tools für Hardware-Monitoring auf aktuelle Versionen, die den unsicheren Treiber ersetzt haben.
  3. Microsofts Blocklist nutzen: Stellen Sie sicher, dass die „Microsoft Vulnerable Driver Blocklist“ aktiv ist. Diese Liste wird regelmäßig mit neuen gefährlichen Treibern aktualisiert.
  4. Vorsicht bei System-Tools: Seien Sie besonders misstrauisch gegenüber inoffiziellen „Activators“, „Cracks“ oder System-Optimierern. Sie sind ein häufiges Verbreitungsmittel für Malware wie SteelFox.

Ausblick: Der Wettlauf zwischen Angriff und Abwehr geht weiter

Das Katz-und-Maus-Spiel um BYOVD-Angriffe wird sich 2026 voraussichtlich verschärfen. Während Microsoft seine Blocklist erweitert, suchen Angreifer ständig nach anderen signierten, aber verwundbaren Treibern.

„Die Langlebigkeit des Winring0-Exploits zeigt, dass eine gültige digitale Signatur keine Sicherheitsgarantie mehr ist“, kommentieren Branchenbeobachter. Solange die IT-Welt nicht vollständig von diesen veralteten Hardware-Zugriffsmethoden Abschied nimmt, werden „Zombie-Treiber“ die Windows-Sicherheit weiterhin heimsuchen.

IT-Profis müssen sich darauf einstellen, dass Windows-11-Updates den Blockdruck auf Legacy-Treiber erhöhen werden. Der Schutz der Systemintegrität könnte dabei die Kompatibilität mit sehr alten Hardware-Tools endgültig brechen.

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