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Windows 11: 500 Millionen verweigern das Upgrade

27.11.2025 - 16:30:12

Sechs Wochen nach dem offiziellen Support-Ende von Windows 10 offenbart sich das wahre Ausmaß der Migrations-Krise: Eine halbe Milliarde Nutzer könnte auf Windows 11 umsteigen – tut es aber nicht. Was steckt hinter dieser kollektiven Verweigerung?

Die Zahlen, die Jeff Clarke am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz von Dell Technologies präsentierte, dürften Microsoft alarmieren. Der Chief Operating Officer bezifferte die Lage präzise: Rund 500 Millionen aktive PCs erfüllen sämtliche technischen Voraussetzungen für Windows 11, ihre Besitzer haben das Upgrade jedoch bislang ignoriert. Kombiniert mit weiteren 500 Millionen Geräten, die aufgrund veralteter Hardware gar nicht erst kompatibel sind, türmt sich ein „Milliarden-PC-Stau” auf – trotz ausgelaufener Sicherheitsupdates seit dem 14. Oktober.

Die Enthüllung räumt mit einer verbreiteten Annahme auf: Nicht die Hardware-Inkompatibilität allein blockiert die Umstellung. Mindestens ebenso gravierend sind offenbar Nutzerwiderstand und digitale Trägheit.

Während der Pressekonferenz am 25. November erläuterten die Dell-Manager den „Erneuerungszyklus”, auf den Hersteller seit Monaten setzen. Doch die Realität sieht anders aus, als erhofft.

„Etwa 500 Millionen dieser Geräte wären in der Lage, Windows 11 auszuführen, wurden aber noch nicht aktualisiert”, stellte Clarke fest. Dann fügte er hinzu: „Weitere 500 Millionen sind mindestens vier Jahre alt und können Windows 11 technisch nicht nutzen.”

Diese Differenzierung ist entscheidend. Während die eine Hälfte tatsächlich an TPM-2.0-Anforderungen und CPU-Beschränkungen scheitert, besitzt die andere Hälfte kompatible Hardware – und entscheidet sich aktiv dagegen. Das geschieht selbst unter dem Druck aggressiver Vollbild-Warnungen, mit denen Microsoft seit der Support-Einstellung im Oktober operiert.

Branchenbeobachter führen diese Zurückhaltung auf mehrere Faktoren zurück: Unzufriedenheit mit der überarbeiteten Benutzeroberfläche, Arbeitsabläufe, die durch Updates wie Version 24H2 gestört wurden, und die schlichte Zufriedenheit mit Windows 10. „Dass eine halbe Milliarde Nutzer den Schlüssel in der Hand hält, aber die Tür nicht öffnen will, ist ein besorgniserregendes Signal für das Windows-11-Ökosystem”, kommentierten Analysten nach der Pressekonferenz.

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Die Hardware-Falle und das E-Waste-Dilemma

Die zweite Hälfte von Clarkes Gleichung – jene 500 Millionen PCs, die Windows 11 nicht ausführen können – bleibt ein Streitpunkt für Umweltschützer und kostenbewusste Verbraucher. Diese Geräte, von denen viele alltägliche Aufgaben problemlos bewältigen, gelten nun offiziell als unsicher – es sei denn, ihre Besitzer zahlen für erweiterte Sicherheitsupdates.

Seit Ende Oktober bietet Microsoft ein Consumer-ESU-Programm für 30 Dollar im ersten Jahr an. Dieses Rettungsprogramm liefert jedoch keine Funktionsupdates oder technischen Support, sondern ausschließlich kritische Sicherheitspatches. Für die 500 Millionen Besitzer inkompatibler Hardware lautet die Wahl nun: Abo bezahlen, mit ungepatchtem System Risiken eingehen – oder neue Hardware kaufen.

Dell-Manager sehen darin eine „lukrative Gelegenheit”. Clarke betonte, der alternde Gerätebestand biete eine solide Grundlage für den PC-Erneuerungszyklus. Allerdings zeigen die schleppenden Umstiegsraten, dass Verbraucher ihre alten Geräte länger behalten als erwartet – was den erhofften Umsatzboom für PC-Hersteller verzögert.

Marktanteile: Vorsprung erkämpft, Tempo enttäuschend

Daten von StatCounter für Oktober 2025 bestätigen die Trends aus Dells Quartalszahlen. Zwar hat Windows 11 erstmals Windows 10 überholt und hält etwa 55 Prozent des Desktop-Marktes (gegenüber 41 Prozent für Windows 10) – doch die erhoffte Massenflucht blieb aus.

Bei früheren Windows-Übergängen brach der Marktanteil des Vorgängersystems typischerweise rapide ein, sobald der Support endete. Windows 10 hingegen verlor nur langsam wenige Prozentpunkte. Besonders hartnäckig hält sich das alte System im Unternehmensbereich und in Schwellenländern, wo Hardware-Zyklen länger dauern und Flotten-Upgrades teuer sind.

Zur zögerlichen Akzeptanz trug auch das holprige Rollout des Windows-11-Updates 24H2 bei. Die Ende letzten Jahres veröffentlichte Version kämpfte mit Kompatibilitätsproblemen – von Western-Digital-SSDs über Fingerabdrucksensoren bis zu Gaming-Anti-Cheat-Software. Diese technischen Stolpersteine dürften den „Abwarten-und-Beobachten”-Ansatz der 500 Millionen fähigen, aber zögerlichen Nutzer verstärkt haben.

Ausblick: Die Sicherheitsklippe

Mit dem Ende der Support-Phase betritt die Branche gefährliches Terrain. Fast eine Milliarde PCs läuft mit einem Betriebssystem, das entweder gar nicht mehr unterstützt wird oder nur gegen Bezahlung am Leben gehalten wird – ein erhebliches Cybersicherheitsrisiko.

Microsoft betont, das 30-Dollar-ESU sei eine einjährige Brückenlösung auf dem Weg zu neuer Hardware. Sollten die 500 Millionen „fähigen” Nutzer jedoch weiterhin verweigern, könnte der Konzern zu noch aggressiveren Update-Taktiken greifen.

Vorerst hält die Pattsituation an. Wie Dells Quartalszahlen belegen: Die Hardware steht bereit – doch eine halbe Milliarde Nutzer sagt schlicht „Nein”.

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