Wikipedia, Millionen-Deals

Wikipedia schließt Millionen-Deals mit Tech-Giganten für KI-Training

15.01.2026 - 17:46:12

Die Wikimedia Foundation lizenziert ihren strukturierten Wissensschatz an Unternehmen wie Amazon und Meta, um Infrastrukturkosten zu decken und ein neues Finanzmodell zu etablieren.

Wikipedia sichert seine Zukunft im KI-Zeitalter: Die Enzyklopädie verkauft strukturierten Zugang zu ihrem Wissensschatz an Tech-Konzerne wie Amazon, Meta und Microsoft. Die Deals sollen die Infrastruktur entlasten und ein nachhaltiges Finanzmodell schaffen.

Die Wikimedia Foundation, die hinter der freien Enzyklopädie steht, hat am Donnerstag eine strategische Neuausrichtung bekanntgegeben. Anlässlich des 25. Wikipedia-Geburtstags schloss die Non-Profit-Organisation umfangreiche Lizenzvereinbarungen mit führenden KI-Unternehmen. Neben den US-Giganten sind auch das französische KI-Start-up Mistral AI und der Suchmaschinen-Anbieter Perplexity dabei. Sie schließen sich damit Google an, das bereits Partner ist.

Ein neues Geschäftsmodell für offenes Wissen

Die Verträge wurden über den kommerziellen Arm Wikimedia Enterprise abgewickelt. Dieser bietet Unternehmen gegen Bezahlung einen strukturierten, hochvolumigen Datenzugriff – eine zuverlässigere Alternative zum automatischen „Absaugen“ der öffentlichen Website. Genau diese Praxis hatte die Infrastruktur der Stiftung in den vergangenen Jahren massiv belastet.

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Fast jedes große Sprachmodell wurde mit Wikipedia-Daten trainiert. Die Enzyklopädie gilt aufgrund ihrer menschlich kuratierten, mehrsprachigen und faktengeprüften Inhalte als unverzichtbarer Grundstein für KI-Systeme. Bislang trug diese Nutzung jedoch nicht zu den Betriebskosten bei. „Unser Modell der Kleinspenden war nie dafür gedacht, eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie zu subventionieren“, so die Stiftung. Die neuen Einnahmen sollen die steigenden Kosten für den KI-bedingten Datenverkehr decken.

Der Spagat zwischen Prinzip und Pragmatismus

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt: Sie balanciert den Auftrag für freies Wissen mit den finanziellen Realitäten des modernen Internets. Die Inhalte bleiben für die Öffentlichkeit kostenlos. Nur gewerbliche Nutzer, die die Daten in großem Maßstab weiterverarbeiten, müssen zahlen. Die genauen finanziellen Details der Verträge wurden nicht offengelegt.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales befürwortet die Nutzung der Daten für KI-Training. Er betont aber auch die Fairness: Unternehmen, die hohe Kosten auf den Servern verursachen, sollten ihren angemessenen Beitrag leisten. Diese Haltung trieb die Expansion von Wikimedia Enterprise voran.

Warum menschlich kuratiertes Wissen unersetzlich bleibt

Die Deals unterstreichen die einzigartige Rolle von Wikipedia im KI-Ökosystem. Für die Qualität und faktische Genauigkeit von KI-Modellen ist die Güte der Trainingsdaten entscheidend. KI-Systeme, die nur mit KI-generierten Inhalten trainiert werden, leiden unter „Model Collapse“ – einem qualitativen Verfall.

Hier bietet Wikipedia mit seinen strengen Neutralitätsrichtlinien und rund 250.000 freiwilligen Editoren weltweit eine unverzichtbare Basis aus menschlich verifizierten Informationen. Die Lizenzierung durch offizielle Kanäle wird als verantwortungsvolle und nachhaltige Datenbeschaffung gewertet. Sie sichert den Tech-Firmen verlässlichen Zugang und unterstützt gleichzeitig die Zukunft einer der vertrauenswürdigsten Quellen im Netz.

Führungswechsel in einer entscheidenden Phase

Die Ankündigung fällt in eine Zeit des Übergangs. Die scheidende CEO Maryana Iskander tritt am 20. Januar zurück. Ihre Nachfolgerin Bernadette Meehan wird die Weiterentwicklung dieser kommerziellen Partnerschaften zu einer ihrer Hauptaufgaben machen. Sie muss das komplexe Verhältnis zwischen offenem Wissen und künstlicher Intelligenz gestalten.

Mit dieser Strategie der direkten Zusammenarbeit tritt Wikipedia in sein nächstes Vierteljahrhundert. Der Erfolg der Lizenzmodelle könnte zum Vorbild für andere Non-Profit- und Open-Source-Projekte werden, die mit den Folgen des KI-Booms ringen. Er würde einen neuen Präzedenzfall schaffen, wie die Schöpfer von Grundlagenwissen in einer automatisierten Welt entschädigt werden. Die Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum werden das ganze Jahr 2026 über andauern.

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