Wiener, Wohnungsmarkt

Wiener Wohnungsmarkt: Neubau bricht um fast 50 Prozent ein

20.01.2026 - 23:52:12

Die Fertigstellung freifinanzierter Mietwohnungen in Wien sank 2025 um 50 Prozent. Experten warnen vor einer massiven Verschärfung der Wohnungskrise und weiter steigenden Mieten.

Der Neubau freifinanzierter Mietwohnungen in Wien ist 2025 um fast die Hälfte eingebrochen. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse. Experten warnen vor einer massiven Verschärfung der Wohnungskrise und weiter steigenden Mieten.

Die Gesamtzahl neu errichteter Wohnungen fiel erstmals seit fast zehn Jahren unter 10.000 Einheiten. Im freifinanzierten Mietsegment sank die Zahl der Fertigstellungen auf nur noch 2.087 Wohnungen – ein Rückgang von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der geförderte Wohnungsbau verzeichnete einen deutlichen Einbruch.

Was treibt die Baukrise an?

Ein toxischer Mix aus mehreren Faktoren bringt den Wohnungsneubau zum Erliegen. Die Baukosten sind seit 2010 um fast 50 Prozent gestiegen. Hohe Zinsen und strenge Kreditrichtlinien erschweren die Finanzierung zusätzlich.

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Branchenvertreter kritisieren zudem langwierige Genehmigungsverfahren und bürokratische Hürden. Private Bauträger ziehen sich deshalb immer häufiger zurück oder legen Projekte komplett auf Eis.

Mieten schießen in die Höhe

Die Folgen für Mieter sind bereits dramatisch. Bei ungebrochen hoher Nachfrage durch Zuzug treibt das schrumpfende Angebot die Preise. Die Angebotsmieten kletterten zuletzt auf über 20 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von neun Prozent binnen eines Jahres.

Experten prognostizieren für dieses Jahr einen weiteren Anstieg, der die Inflationsrate deutlich übersteigen könnte. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung kostet dann schnell über 1.200 Euro kalt. Leistbarer Wohnraum wird zur Mangelware.

Warum die Krise noch Jahre dauern wird

Die Aussichten sind düster: Für 2026 erwarten Analysten einen weiteren Rückgang der Neubauleistung auf etwa 8.630 Wohnungen. Im Mietsegment könnte der Einbruch sogar über 50 Prozent betragen.

Der Grund liegt in der historisch niedrigen Zahl an Baugenehmigungen im Jahr 2024. Die damals nicht genehmigten Projekte fehlen nun in der Pipeline und werden die Knappheit die kommenden zwei Jahre weiter verschärfen.

Vom Mieter- zum Eigentumsprojekt: Ein kurzer Trend

Interessanterweise stieg 2025 kurzzeitig die Zahl fertiggestellter Eigentumswohnungen. Der Grund: Entwickler boten ursprünglich für Vermietung geplante Projekte notgedrungen zum Verkauf an. Dieser Effekt gilt als nicht nachhaltig. Auch im Eigentumssegment rechnet die Branche für dieses Jahr wieder mit einem deutlichen Rückgang.

Wird die Politik jetzt aktiv?

Angesichts der dramatischen Zahlen wächst der Druck auf die Politik. Wirtschaftskammer und Branchenverbände fordern einen “Bau-Turbo”. Sie verlangen einen radikalen Abbau bürokratischer Hürden und eine Anpassung der Bauvorschriften, um Kosten zu senken.

Ohne schnelle Gegenmaßnahmen droht nicht nur eine weitere Verschärfung der Wohnungsnot. Eine Konkurswelle unter Bauträgern könnte auch die gesamte Bauwirtschaft nachhaltig schwächen.

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