Wiener, Wohnbeihilfe

Wiener Wohnbeihilfe: Landtag debattiert über soziale Lücken

21.01.2026 - 22:30:12

Die Wiener Wohnbeihilfe steht im Zentrum einer hitzigen Landtagsdebatte. Auslöser ist die neue Mindestsicherung, die seit Jahresbeginn für tausende Haushalte Kürzungen bedeutet. Die Stadtregierung setzt auf ihr erweitertes Modell „Wohnbeihilfe Neu“ als Rettungsanker. Die Opposition zweifelt, ob das reicht.

Den Stein ins Rollen brachte eine Anfrage der Grünen an Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Sie erkundigte sich nach der erwarteten Zahl der Beihilfe-Bezieher für dieses Jahr. Gaál verteidigte in ihrer Antwort das Engagement der Stadt für soziales Wohnen. Das Programm „Wohnbeihilfe Neu“ soll den Kreis der Berechtigten erweitern und die Fördersummen erhöhen. Ein klares Ziel: der angespannten Lage am Wohnungsmarkt entgegenwirken.

Doch warum ist die Debatte gerade jetzt so dringend? Der Grund liegt in einer umstrittenen Reform.

Neue Mindestsicherung schafft soziale Lücken

Im November 2025 beschlossen SPÖ und NEOS eine Novelle des Wiener Mindestsicherungsgesetzes. Seit 1. Jänner 2026 ist sie in Kraft – mit teils empfindlichen Einschnitten:

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  • Rund 10.000 subsidiär Schutzberechtigte fallen aus der Mindestsicherung und erhalten nur noch Grundversorgung vom Bund. Wer trägt künftig ihre Wohnkosten?
  • Erwachsene in Wohngemeinschaften werden als gemeinsamer Haushalt eingestuft und bekommen nur einen reduzierten Satz.
  • Familien mit Kindern verlieren Geld: Ein Teil der Mindestsicherung für Kinder gilt nun als Wohnkostenbeitrag und wird von der Mietbeihilfe abgezogen. Für eine fünfköpfige Familie können das bis zu 400 Euro monatlich sein.

Diese Kürzungen erhöhen den Druck auf andere Hilfen, vor allem die Wohnbeihilfe. Sie soll die Lücken stopfen – doch kann sie das?

„Wohnbeihilfe Neu“ als politischer Rettungsring

Die Stadtregierung positioniert ihre Reform als Antwort. „Wohnbeihilfe Neu“ hebt die Einkommensgrenzen an und vereinfacht die Berechnung. Mehr Menschen sollen so Unterstützung für ihre Miete erhalten, egal ob sie in einer geförderten oder privaten Wohnung leben. Die Stadt betont: Die Mittel wurden deutlich aufgestockt, um die höheren Leistungen zu finanzieren.

Die Grünen bleiben skeptisch. Sie warnten bereits vor der Verabschiedung der Mindestsicherungsreform vor sozialen Verwerfungen. Ihre zentrale Frage im Landtag: Reicht die erweiterte Wohnbeihilfe aus, um die harten Kürzungen bei der Mindestsicherung wirklich zu kompensieren? Besonders die Situation von Kindern, Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranken bereitet Sorge.

Teurer Wohnungsmarkt verschärft den Druck

Die politische Diskussion findet vor einem brutalen Hintergrund statt: dem angespannten Wiener Immobilienmarkt. Experten prognostizieren für 2026 weiter steigende Mieten. Die Nachfrage ist hoch, doch die Bautätigkeit bricht ein. Der Bedarf an neuem Wohnraum übersteigt die geplanten Fertigstellungen bei Weitem.

Diese Entwicklung macht staatliche Zuschüsse für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen existenziell. Die Stadt verweist zwar auf andere Maßnahmen wie die Zweckbindung des Wohnbauförderbeitrags. Doch die Frage der Leistbarkeit bleibt die zentrale soziale Herausforderung in Wien.

2026 wird zum Schicksalsjahr für die soziale Absicherung in der Stadt. Die Wirksamkeit von „Wohnbeihilfe Neu“ wird sich daran messen lassen, ob sie die tiefen Löcher der Mindestsicherungsreform stopfen kann. Die Debatte im Landtag ist damit sicher nicht beendet.

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