Wiener Immobilienmarkt: Zwei neue Projektentwickler pleite
22.01.2026 - 11:22:12Der Wiener Immobilienmarkt startet turbulent ins neue Jahr. Das Handelsgericht Wien eröffnete diese Woche Konkursverfahren über die Projektgesellschaften MPPV Immobilienentwicklungs GmbH und VIE Wohnimmobilien Löwengasse Entwicklung GmbH. Die Fälle reihen sich nahtlos in die Insolvenzwelle des Vorjahres ein.
MPPV Immobilienentwicklungs GmbH meldet sich selbst
Die MPPV Immobilienentwicklungs GmbH aus der Josefstadt stellte einen Eigenantrag. Über das Vermögen des Unternehmens, das früher unter anderen Namen firmierte, wurde am Montag der Konkurs eröffnet. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Mag. Dr. Philipp Dobner zum Verwalter.
Gläubiger müssen ihre Forderungen bis zum 2. März anmelden. Am 16. März entscheidet die erste Gläubigerversammlung über das weitere Vorgehen. Dann wird klar, welche Vermögenswerte noch vorhanden sind.
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Gläubiger zieht bei VIE Wohnimmobilien die Reißleine
Anders lief es bei der VIE Wohnimmobilien Löwengasse Entwicklung GmbH. Hier beantragte ein Gläubiger das Verfahren – ein deutliches Zeichen für länger bestehende Zahlungsprobleme. Das Unternehmen aus dem dritten Bezirk ist Teil eines Netzwerks von Projektgesellschaften.
Mag. Gerhard Bauer übernimmt hier die Rolle des Insolvenzverwalters. Die Anmeldefrist für Gläubiger endet am 10. März, die Prüfungstagsatzung folgt am 24. März.
Dominoeffekt in der Branche hält an
Die beiden Fälle stehen nicht allein. Fast zeitgleich traf es auch die Hart Bauträger GmbH aus der Donaustadt. Nur einen Tag später, am 20. Jänner, eröffnete das Landesgericht Korneuburg das Konkursverfahren über die LNR Real Estate GmbH aus Klosterneuburg.
Diese Häufung innerhalb von 48 Stunden zeigt: Die Krise im Immobiliensektor ist noch nicht überwunden. Viele Projektgesellschaften kämpfen mit den gleichen Problemen:
* Explodierte Baukosten
* Deutlich höhere Finanzierungszinsen
* Eine zögerliche Nachfrage nach Eigentumswohnungen
Projekte, die in der Niedrigzinsphase geplant wurden, rechnen sich heute oft nicht mehr.
Das schwere Erbe des Rekordjahres 2025
Die aktuellen Pleiten sind Teil einer größeren Marktbereinigung. 2025 ging bereits als Rekordjahr für Insolvenzen in die Statistik ein, angeführt vom Kollaps der Signa-Gruppe. Besonders gefährdet sind kleinere Projektgesellschaften, die auf schnelle Verkäufe angewiesen sind.
Die Struktur der Branche verschärft die Lage oft noch. Da viele Bauvorhaben über eigene GmbHs abgewickelt werden, müssen Gläubiger ihre Forderungen in separaten Verfahren geltend machen. Das macht die Durchsetzung von Ansprüchen kompliziert und langwierig.
Für betroffene Lieferanten und Handwerker bleibt die Situation heikel. Sie sollten die Anmeldefristen in den Konkursverfahren genau beachten. Eine verspätete Anmeldung ist zwar möglich, verursacht aber zusätzliche Kosten. In einer Branche, in der ein insolventer Bauträger oft viele Subunternehmer mitreißt, bleibt die Bonitätsprüfung ein Muss.
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