Wiener, Immobilienbranche

Wiener Immobilienbranche setzt 2026 auf präzise Wertermittlung

21.01.2026 - 09:44:14

Die Bewertung von Ertragsimmobilien wird durch stabile Zinsen und strikte ESG-Vorgaben komplexer. Experten fordern eine differenzierte Betrachtung und präzise Jahresrohertragsrechnungen.

Experten diskutieren heute in Wien die neuesten Standards für die Bewertung von Ertragsimmobilien. Die Fachveranstaltung der Liegenschafts Bewertungs Akademie (LBA) kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Nach den Marktturbulenzen der Vorjahre kehrt langsam Transaktionssicherheit zurück, doch neue Herausforderungen wie ESG-Vorgaben verkomplizieren die Bewertungspraxis.

Markt fasst nach Korrektur wieder Tritt

Aktuelle Daten zeigen eine deutliche Belebung. Das Transaktionsvolumen für Wiener Zinshäuser stieg im ersten Halbjahr 2025 bereits um rund 44 Prozent. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Milliardengrenze im Gesamtjahr 2025 wieder überschritten wurde.

Gleichzeitig haben sich die Renditen auf einem neuen, stabileren Niveau eingependelt. Für erstklassige Büroimmobilien in Top-Lagen Wiens liegen sie derzeit bei etwa 4,75 Prozent. Die Phase extremer Unsicherheit scheint vorbei – doch macht das die Bewertung wirklich einfacher?

Ertragswertverfahren im „Higher-for-Longer“-Umfeld

Das klassische Ertragswertverfahren steht vor einer Härtetest. Finanzanalysten prognostizieren für 2026 stabile Leitzinsen von rund 2,0 Prozent. Dieses „Higher-for-Longer“-Szenario der EZB zwingt zu konservativeren Kalkulationen.

Pauschale Annahmen aus der Niedrigzinsphase gelten heute als unbrauchbar. Im heutigen Seminarblock legen die Referenten Mag. Georg Strafella und Mag. (FH) Manuel Wipfler daher den Fokus auf die detaillierte Jahresrohertragsrechnung – die unverzichtbare Basis jeder seriösen Wertermittlung.

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Der „Grüne Wert“ wird zum entscheidenden Faktor

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einfluss von ESG-Kriterien auf den Verkehrswert. Nicht-nachhaltige Gebäude werden zunehmend mit einem Wertabschlag, dem „Brown Discount“, belegt.

  • Technische Umrüstungskosten und CO2-Steuern müssen direkt in die Berechnung einfließen.
  • Institutionelle Investoren meiden Objekte ohne klaren Dekarbonisierungspfad.
  • Das Seminar vermittelt Methoden, wie Sanierungsfahrpläne im Gutachten abgebildet werden.

Polarisierung erfordert Differenzierung

Die Stimmung in der Branche ist vorsichtig optimistisch. Während der Büromarkt in Top-Lagen boomt, stehen Immobilien in schlechteren Lagen weiter unter Druck. Diese Polarisierung verlangt von jedem Gutachter eine extrem differenzierte Betrachtung des Einzelfalls.

In einem stabilisierenden Markt entscheiden nun Qualität und Detailtiefe über den Erfolg. Die präzise Bewertung wird zum Scharnier für das Vertrauen zwischen Banken, Investoren und Eigentümern.

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