Wiener Grünen fordern Sonderlandtag gegen Wohnungsnot
12.01.2026 - 00:53:12Die Wiener Grünen schlagen Alarm und fordern einen Sonderlandtag, um die drohende Wohnungskrise zu bekämpfen. Aktuelle Marktdaten bestätigen einen Rückgang der Neubauten bei gleichzeitig steigenden Preisen. Die Partei wirft der rot-pinken Stadtregierung aus SPÖ und NEOS Versagen vor.
Politische Offensive mit scharfer Kritik
„Die aktuelle Stadtregierung ist nicht in der Lage, dem drohenden Mangel an leistbarem Wohnraum entgegenzuwirken“, erklärten Parteichef Peter Kraus und Klubobmann Georg Prack am Montag. Sie fordern für Dienstag einen Sonderlandtag unter dem Titel „Wien braucht mehr leistbaren Wohnungsneubau“. Im Fokus der Kritik stehen der eingebrochene geförderte Wohnbau und nicht mobilisierter Leerstand. Die Grünen sehen die Ursache in verpassten Weichenstellungen der Vergangenheit.
Marktwende: Vom Käufer- zum Verkäufermarkt
Die politische Warnung kommt nicht von ungefähr. Das Maklernetzwerk Remax prognostiziert für Wien 2026 einen Preisanstieg von 4,2 Prozent – einen der höchsten Werte bundesweit. „Die Talsohle ist durchschritten“, lautet das Fazit der Experten. Gewöhnung an die Zinsen und eine leichte Konjunkturerholung kurbeln die Nachfrage an. Doch das Angebot wächst nicht mit. Besonders bei Eigentumswohnungen kehren die Käufer zurück, was bei knapper Ware die Preise treibt.
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Wo bleibt der Nachschub? Projekte stocken
Das Kernproblem ist die Angebotslücke. Analysen von Immo Analytics und CBRE zeigen ein massives Stocken der Bauprojekte:
* Rund 18 Prozent der für 2026 geplanten Wohnbauprojekte wurden verschoben.
* Gründe sind Finanzierungsprobleme der Bauträger und explodierte Baukosten.
* Die Folge ist eine „Delle“ in den Fertigstellungszahlen, die jetzt voll durchschlägt.
Die Situation bei Mietwohnungen ist besonders angespannt. Investoren hielten sich in den letzten Jahren zurück, sodass nun neue Mietflächen fehlen. Die Pipeline für große Wohnprojekte ist leer. Das dürfte die Mieten im frei finanzierten Segment weiter nach oben treiben.
Ein lange angekündigtes Problem
Für Experten kommt die Krise nicht überraschend. Der Einbruch bei den Baubewilligungen ab 2023 war die Vorbotin der heutigen Lage. Da zwischen Bewilligung und Fertigstellung oft Jahre liegen, war der Rückgang der Neubauten für 2026 mathematisch vorgezeichnet. Wien mit seinem stetigen Bevölkerungszuwachs ist besonders betroffen. Der jährliche Bedarf liegt bei 10.000 bis 11.000 neuen Wohnungen. Fallen die Fertigstellungen darunter, wird der Bestand knapp und die Preise steigen.
Was bedeutet das für Wohnungssuchende?
Für Mieter und Käufer in Wien wird 2026 ein schwieriges Jahr. Die Phase großer Auswahl und guter Deals ist vorbei. Längere Suchzeiten und höhere Kosten sind die wahrscheinliche Folge. Der kurzfristige Fokus liegt nun auf dem Sonderlandtag. Wird die Stadtregierung Sofortmaßnahmen für mehr geförderten Wohnbau beschließen? Mittelfristig wird sich die Bautätigkeit wohl erst erholen, wenn Zinsen und Baukosten stabiler sind. Bis neue Projekte fertig sind, könnte es 2027 oder 2028 werden. Die Prognose für dieses Jahr steht: Wohnen in Wien wird knapper und teurer.


