Wiener, Grüne

Wiener Grüne warnen vor drohender Wohnungsknappheit

12.01.2026 - 07:09:12

Die Wiener Grünen schlagen Alarm: Eine dramatische Wohnungsknappheit gefährdet die soziale Stabilität der Stadt. Die Partei fordert eine sofortige Kehrtwende in der Wohnbaupolitik. Für heute hat die Stadtregierung einen Sonderlandtag einberufen, der sich ausschließlich dem leistbaren Wohnungsneubau widmen soll.

Die Grünen machen einen massiven Rückgang im geförderten Wohnbau für die Krise verantwortlich. Seit Amtsantritt der rot-pinken Koalition sei die Bautätigkeit in diesem Bereich eingebrochen. Das steht im krassen Gegensatz zur langen Tradition Wiens als Vorreiter im kommunalen Wohnbau.

Ein weiterer Kritikpunkt: Gelder aus der Wohnbauförderung sollen in den vergangenen Jahren zweckentfremdet worden sein. Berichten zufolge flossen erhebliche Summen in die Sanierung des allgemeinen Stadthaushalts, anstatt neue Wohnprojekte zu finanzieren.

Zahlen belegen die Notlage

Die Warnungen werden durch harte Fakten untermauert. Experten schätzen den aktuellen Fehlbedarf an leistbaren Wohnungen auf 20.000 bis 30.000 Einheiten.

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  • Die fertiggestellten Wohnungen in Wien werden 2025 voraussichtlich auf nur 9.400 sinken – der tiefste Stand seit zehn Jahren.
  • Dem steht ein jährlicher Bedarf von 10.000 bis 11.000 neuen Wohnungen allein im frei finanzierten Sektor gegenüber.
  • Die Folge: Die Mietbelastung der Wiener ist in den letzten fünf Jahren im Schnitt um 15 Prozent gestiegen.

Vom Käufer- zum Verkäufermarkt

Immobilienexperten sehen eine fundamentale Trendwende. Wegen der sinkenden Neubauzahlen bei unvermindert hoher Nachfrage wandelt sich der Wiener Wohnungsmarkt bis 2026 vom Käufer- zum Verkäufermarkt.

Das verschärft die Lage für Mieter und Wohnungssuchende erheblich. Besonders betroffen sind junge Familien, Studierende und Geringverdiener. Wien steht mit diesem Problem nicht allein – Metropolen wie Berlin und Zürch kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen.

Heute geht es um die Weichenstellung

Der heutige Sonderlandtag wird zur entscheidenden Plattform. Die Grünen fordern darin konkrete Maßnahmen:

  • Den Bau von 35.000 neuen, leistbaren Wohnungen bis 2030.
  • Eine strikte Zweckbindung aller Wohnbaufördermittel.
  • Die Mobilisierung von Leerständen durch eine Abgabe.
  • Eine Reform des Mietrechts mit transparenten Obergrenzen.

Die Frage ist: Greift die Stadtregierung diese Vorschläge auf? Ohne schnelle und wirksame politische Interventionen, so die einhellige Expertenmeinung, wird sich die Krise weiter zuspitzen. Die hohe Lebensqualität Wiens könnte dann auf dem Spiel stehen.

@ boerse-global.de