Wiener Büromarkt: Zentrum boomt, Randlagen kämpfen
28.12.2025 - 05:31:12Wiens Büromarkt spaltet sich Ende 2025 in Gewinner und Verlierer. Während Top-Lagen Rekordmieten erzielen, droht peripher gelegenen Flächen der Leerstand. Die Schere zwischen „Prime“ und „Problem“-Immobilien klafft so weit wie nie.
Aktuelle Analysen großer Immobilienhäuser bestätigen einen harten Trend: Büros in schlecht angebundenen Außenbezirken verlieren massiv an Attraktivität. Gleichzeitig liefern sich Unternehmen in der Innenstadt und an Verkehrsknoten einen Wettbewerb um die besten Flächen. Experten sehen eine der deutlichsten Marktbereinigungen seit zehn Jahren.
Die gnadenlose „Flucht in die Qualität“
Der bestimmende Trend ist eine kompromisslose Fokussierung auf hochwertige Standorte. Unternehmen reduzieren zwar oft die Gesamtfläche, setzen dafür aber auf beste Lage, Nachhaltigkeit und moderne Ausstattung.
Getrieben wird dieser Anspruch vor allem durch ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance). Ein modernes Büro dient heute als Visitenkarte für Nachhaltigkeit und als Argument im Wettbewerb um Fachkräfte. Flächen in älteren Bestandsgebäuden, die diese Standards nicht erfüllen, sind kaum noch vermittelbar. Die Nachfrage konzentriert sich fast ausschließlich auf zertifizierte „Green Buildings“ in Top-Lagen wie der Innenstadt oder der Donau City.
Passend zum Thema Umnutzung und Sanierung: Viele Investoren übersehen steuerliche Abschreibungschancen beim Umbau von Büro- zu Wohnraum oder bei energetischen Sanierungen. Ein kostenloser 19-seitiger Leitfaden erklärt, wie Sie die neuen Abschreibungsregeln (u. a. degressive AfA) nutzen, Liquidität stärken und Renovierungen steuerlich optimieren. Mit konkreten Beispielen für Immobilienbesitzer und praktischen Berechnungen zur Finanzplanung. Jetzt kostenlosen Abschreibungs-Report sichern
Die U-Bahn als entscheidende Grenze
Was eine „schlechte Lage“ ist, hat sich neu definiert. Es geht nicht mehr nur um die Entfernung zum Stephansdom, sondern um die minutengenaue Anbindung. Bürostandorte in Außenbezirken funktionieren nur noch mit direktem U-Bahn-Anschluss.
Projekte nördlich der Donau zeigen, dass Randlagen erfolgreich sein können – wenn die Infrastruktur stimmt. Reine „Autofahrer-Standorte“ oder Gewerbegebiete mit schlechter Öffi-Taktung geraten dagegen massiv unter Druck. „Die Erreichbarkeit für Mitarbeiter ist zum K.o.-Kriterium geworden“, bestätigt Eugen Otto von Otto Immobilien.
Eine Mietpreisschere, die immer weiter klafft
Die Spaltung des Marktes zeigt sich brutal in den Zahlen:
* Top-Lagen: Spitzenmieten in der Innenstadt haben die Marke von 28,50 bis 30,00 Euro pro Quadratmeter geknackt und halten sich stabil auf diesem Niveau.
* Problem-Lagen: In der Peripherie stagnieren die Preise oder fallen. Mietfreie Monate oder Baukostenzuschüsse sind hier oft Standard, um überhaupt noch Mieter zu gewinnen.
Die allgemeine Leerstandsquote in Wien von rund 3,5 Prozent trügt. Sie verschleiert die wahren Verhältnisse: In den begehrten A-Lagen herrscht faktisch Vollvermietung, während sich in den C-Lagen ein struktureller Leerstand festsetzt.
Homeoffice stellt die „Commute-Worthiness“-Frage
Diese Entwicklung ist international, trifft Wien aber besonders. Der Grund liegt im anhaltenden Homeoffice-Trend. Das Büro muss heute einen echten Mehrwert bieten – Experten nennen das „Commute-Worthiness“. Ist der Arbeitsweg die Reise noch wert?
Ein Büro in einem grauen Gewerbepark am Stadtrand verliert diesen Vergleich gegen das heimische Arbeitszimmer meist klar. Unternehmen sind daher bereit, für zentrale Lagen mit urbaner Atmosphäre und Infrastruktur deutlich mehr zu zahlen. Die hybride Arbeitswelt beschleunigt die Polarisierung des Marktes.
Wird 2026 das Jahr der Umwidmung?
Für das kommende Jahr erwarten Beobachter eine weitere Verschärfung. Der Neubau bringt weiterhin hochwertige Flächen auf den Markt und erhöht so den Druck auf veraltete Bestandsimmobilien.
Die letzte Rettung für kämpfende Randlagen könnte die Umnutzung sein. Stadtplaner diskutieren bereits, ob obsoleter Büroraum künftig zu Wohnraum oder gemischten Flächen („Mixed-Use“) werden muss. Für Investoren mit alten Büroportfolios in B- und C-Lagen wird 2026 zur Entscheidungsfrage: teuer sanieren, umwidmen oder verkaufen. Lage und Qualität sind keine Preisfragen mehr, sondern Existenzfragen.
PS: Bei alternder Büroimmobilie stellt sich oft die Frage: sanieren, umwidmen oder verkaufen? Unser Gratis-Report “Abschreibung von A–Z” zeigt, welche Sonderabschreibungen und Regelungen Ihnen sofort Liquidität verschaffen und welche Investitionen steuerlich absetzbar sind. Ideal für Eigentümer von B‑ und C‑Lagen, die 2026 entscheiden müssen. Gratis-Spezialreport jetzt herunterladen


