Wien: Wohnungssuche wird zur Zerreißprobe
18.11.2025 - 09:39:12Die Wohnungssuche in Wien eskaliert. Mietpreise schießen durch die Decke, während die Zahl neuer Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen ist. Was bedeutet das für Menschen, die aktuell eine leistbare Bleibe suchen?
Die Bundeshauptstadt, lange bekannt für ihren vergleichsweise zugänglichen Wohnungsmarkt, erlebt einen perfekten Sturm aus explodierenden Kosten und dramatischem Angebotsmangel. Die Folgen spüren vor allem jene, die auf dem privaten Mietmarkt nach einer Wohnung suchen.
Über 20 Euro pro Quadratmeter – das ist mittlerweile der Durchschnitt auf Immobilienplattformen für Wiener Mietwohnungen. Besonders hart trifft es Suchende, die sich mit wenig Platz begnügen müssen: Kleine Wohnungen unter 50 Quadratmetern kosten in vielen Bezirken bereits standardmäßig mehr als 20 Euro pro Quadratmeter.
Was treibt die Preise?
* Hohe Nachfrage durch stetiges Bevölkerungswachstum
* Allgemeine Inflation und gestiegene Betriebskosten
* Knappes Angebot auf dem Wohnungsmarkt
Immobilienberater CBRE bezeichnet Wien inzwischen als den angespanntesten Wohnungsmarkt in ganz Österreich. Eine Einschätzung, die sich durch die Zahlen bestätigt.
Viele Vermieter stehen 2025 vor dem Problem, dass Betriebskosten stark steigen und nicht immer klar ist, welche Kosten rechtssicher umlegbar sind. Der kostenlose PDF-Report “Betriebskosten 2025” erklärt in nur 5 Minuten, welche Posten (z. B. Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Reinigung, Gartenpflege, Schornstein) Sie umlagen dürfen, welche Fallstricke zu vermeiden sind und wie Sie rechtssichere Abrechnungen erstellen. Praktische Checklisten helfen, Nachforderungen zu verhindern. Jetzt kostenlosen Betriebskosten-Report anfordern
Neubauprojekte brechen dramatisch ein
Die Situation verschärft sich durch einen beispiellosen Rückgang bei neuen Wohnungen. Laut Statistik Austria wurden 2024 bundesweit nur noch 32.100 Wohnungen in neuen Gebäuden bewilligt – der niedrigste Stand seit 2010. Das entspricht einem Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Wien prognostiziert CBRE 2025 rund 8.800 fertiggestellte Wohnungen, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch 2026 soll sich die Lage kaum bessern: Weniger als 10.000 neue Einheiten werden erwartet.
Was blockiert den Wohnungsbau?
* Hohe Kosten für Material und Personal
* Gestiegene Zinsen erschweren Finanzierungen
* Unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Diese Entwicklung wird den Markt in den kommenden Jahren weiter belasten. Denn was heute nicht gebaut wird, fehlt morgen auf dem Wohnungsmarkt.
Wohnen frisst immer mehr Einkommen auf
Die Konsequenz: Immer mehr Menschen geben einen erheblichen Teil ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Laut Statistik Austria (EU-SILC) investierten 2023 rund 8 Prozent aller österreichischen Haushalte mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens in die Wohnkosten.
Besonders prekär ist die Lage für Mieter im privaten Sektor und einkommensschwächere Haushalte. Hier schränkt die Wohnkostenbelastung andere Lebensbereiche massiv ein.
Die Stadt Wien reagierte mit einem Mietenstopp für ihre rund 220.000 Gemeindewohnungen in den Jahren 2024 und 2025. Davon profitieren etwa 370.000 Bewohner – allerdings nur beim Hauptmietzins. Steigende Betriebskosten und der private Markt bleiben davon unberührt.
Strukturelle Unterversorgung mit Ansage
“Wien steht exemplarisch für den Druck, unter dem der Wohnungsmarkt derzeit steht”, erklärt Marc Steinke, Leiter Research bei CBRE Österreich. Die Bevölkerung wächst kontinuierlich – Wien hat die Zwei-Millionen-Marke nachhaltig überschritten – während das Wohnungsangebot schrumpft.
Ökonomen sprechen von einer zunehmenden Finanzialisierung des Wohnungsmarktes: Immobilienpreise steigen schneller als Einkommen. Das macht sowohl Eigentum als auch Mieten zunehmend unleistbar.
Kann die Politik gegensteuern? Diskutiert werden verschiedene Ansätze:
- Schnellere Baugenehmigungsverfahren
- Verstärkte Förderung des gemeinnützigen Wohnbaus
- Anreize für Sanierung und Umnutzung bestehender Gebäude
Keine Entspannung in Sicht
Für Wohnungssuchende gibt es kurzfristig wenig Hoffnung. Die niedrigen Baubewilligungszahlen aus den Vorjahren bedeuten: Das Angebot bleibt knapp, die Preise bleiben hoch.
Bis langfristige Strategien greifen, dürfte die Wohnungssuche in Wien eine kostspielige Geduldsprobe bleiben. Wer aktuell nach einer leistbaren Bleibe sucht, braucht vor allem eines: einen langen Atem.
PS: Steigende Betriebskosten sorgen häufig für Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern – und führen zu unerwarteten Nachzahlungen. Der Gratis-Report “Betriebskosten 2025” fasst kompakt zusammen, wie Sie Betriebskosten rechtssicher abrechnen, typische Fehler vermeiden und welche sonstigen Kosten Sie vertraglich regeln sollten. Praktische Hinweise und Checklisten stehen zum Download per E‑Mail bereit. Betriebskosten-Report 2025 gratis herunterladen


