Wien startet Photovoltaik-Offensive an Fassaden
21.01.2026 - 22:36:12Die Stadt Wien verwandelt Wohnhausfassaden in Solarkraftwerke. Eine neue Bauordnung und städtische Initiativen treiben den Ausbau der vertikalen Photovoltaik voran. Damit erschließt die dicht bebaute Metropole ein riesiges, bisher ungenutztes Potenzial für sauberen Strom.
Neue Bauordnung als Game-Changer
Ende 2023 beschloss die Stadt eine Novelle der Wiener Bauordnung. Sie wirkt wie ein Turbo für die Solarwende. Die wichtigste Neuerung: eine Photovoltaik-Pflicht für alle Neubauten. Zuvor galt diese nur für bestimmte Gebäudearten.
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Zudem wurden die Genehmigungsverfahren massiv vereinfacht. Fassadenanlagen und kleine PV-Systeme mit Speicher bis 15 Kilowatt können nun weitgehend anzeige- und bewilligungsfrei errichtet werden. Das spart Zeit und Bürokratie. Ausnahmen gelten nur in ausgewiesenen Schutzzonen.
Solarstrom für 220.000 Gemeindebaubewohner
Eine zentrale Rolle spielt Wiener Wohnen, Europas größte kommunale Hausverwaltung. In Kooperation mit Wien Energie stattet sie die Dächer von Gemeindebauten mit Solarkraftwerken aus. Jüngste Projekte entstanden in Floridsdorf, Liesing, Brigittenau und Meidling.
Doch nicht nur die Stadt handelt: Mieter können selbst aktiv werden. Nach Prüfung erlaubt Wiener Wohnen die Installation von Kleinstanlagen bis 800 Watt – sogenannten Balkonkraftwerken – an Fassaden oder Balkonen. So senken die Bewohner ihren eigenen Stromverbrauch.
Leuchttürme zeigen, was möglich ist
Mehrere Großprojekte demonstrieren die architektonischen und technischen Möglichkeiten:
- U-Bahn-Station Floridsdorf: Die Glasfassade des Eingangsgebäudes erhielt eine semi-transparente PV-Anlage. Sie erzeugt Strom und sorgt gleichzeitig für Beschattung.
- STEFFL Arena: An der Fassade der Eishockey-Arena in der Donaustadt kleben spezielle, leichte Module. Sie decken einen Teil des Eigenbedarfs und schützen die Eisfläche vor Sonne.
- AKH Wien: Die Südfassade eines 19-stöckigen Bürotrakts trägt eine 12 Tonnen schwere Anlage. Sie liefert jährlich rund 25.000 kWh Strom und ist ein sichtbares Klimaschutz-Symbol.
Warum die Fassade so wichtig ist
In einer Stadt wie Wien sind freie Dachflächen rar. Die Aktivierung von Fassaden ist daher ein logischer Schritt zu den Klimazielen. Wien will bis 2030 eine Photovoltaik-Leistung von 800 Megawatt-Peak (MWp) installieren.
Vertikale Anlagen haben einen besonderen Vorteil: Im Winter, wenn die Sonne tief steht, liefern sie oft mehr Energie als Dachanlagen. Das stabilisiert die Stromversorgung in der kalten Jahreszeit.
Die Stadt unterstützt den Ausbau mit kräftigen Förderungen. Das Budget dafür wurde für 2024 auf 15 Millionen Euro erhöht. Ergänzend gibt es Bundesmittel im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG).
Auf dem Weg zur Solarhauptstadt
Die Fassaden-Offensive ist ein wesentlicher Baustein, um Wien zur Solarhauptstadt Europas zu machen. Die Kombination aus gesetzlichem Zwang, vereinfachten Genehmigungen und aktivem Gemeindebau schafft Rückenwind.
In den kommenden Jahren werden Solarmodule an Wiens Fassaden zum gewohnten Bild gehören. Die bereits realisierten Projekte zeigen: Die Technik ist da, sie funktioniert – und verändert das Stadtbild nachhaltig.
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