Wien, Sozialleistungen

Wien kürzt Sozialleistungen für Großfamilien massiv

04.01.2026 - 19:42:12

Für viele Wiener Großfamilien beginnt das neue Jahr mit einer finanziellen Hiobsbotschaft. Seit dem 1. Januar gelten Reformen bei der Wohn- und Sozialunterstützung, die zu monatlichen Einbußen von bis zu 400 Euro führen können. Die Stadt beendet damit ihren großzügigeren „Wiener Sonderweg“.

Bisher wurde der Wohnkostenanteil der Mindestsicherung für Kinder nicht von der Mietbeihilfe abgezogen. Diese parallele Auszahlung war ein Kernstück der Wiener Sozialpolitik. Jetzt wird dieser Anteil auch bei Minderjährigen abgezogen – genau wie bei Erwachsenen.

Die Stadt begründet den Schritt mit der notwendigen Systemharmonisierung und will so rund 20 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Für die Betroffenen bedeutet das: Eine bisher fest eingeplante finanzielle Säule fällt ersatzlos weg. Die Kürzungen treffen Familien mit mehreren Kindern besonders hart, da sich die Abzüge pro Kind addieren.

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Rechenbeispiel: Minus 400 Euro für Fünf-Kind-Familie

Die konkreten Auswirkungen sind enorm. Analysen zeigen:
* Eine Familie mit fünf Kindern verliert monatlich etwa 400 Euro.
* Dieser Betrag entspricht oft der Differenz zwischen pünktlicher Mietzahlung und einem Rückstand.
* Der Vorteil der Wiener Mindestsicherung – gleiche Sätze für jedes Kind – wird durch den Wegfall der Wohnkomponente faktisch zunichte gemacht.

Für einkommensschwache Großfamilien am Existenzminimum stellt dieser Verlust eine direkte Bedrohung ihrer Wohnsicherheit dar.

Reformpaket trifft auch Schutzberechtigte und WGs

  • Subsidiär Schutzberechtigte verlieren den Anspruch auf reguläre Mindestsicherung und fallen in die Grundversorgung zurück – auch bestehende Bezieher sind betroffen.
  • Wohngemeinschaften werden Bedarfsgemeinschaften gleichgestellt. Die Bewohner erhalten nicht mehr jeweils den Höchstsatz, sondern müssen mit Abschlägen rechnen.

Beobachter werten diese Maßnahmen als deutliche Kurskorrektur. Sie sehen darin eine Reaktion auf den steigenden Haushaltsdruck und die Kritik anderer Bundesländer an Wiens Rolle als „Sozialmagnet“.

Droht mehr Kinderarmut und Wohnungsnot?

Die Reform könnte ungewollte Folgen haben. Marktexperten warnen vor Problemen am privaten Mietmarkt:
* Geschwächte Bonität der Familien könnte zu mehr Delogierungen führen.
* Vermieter könnten zögern, an kinderreiche Haushalte zu vermieten.
* Sozialorganisationen erwarten einen starken Anstieg des Beratungsbedarfs und mehr Anträge auf Notfallhilfen.

Juristische Auseinandersetzungen sind wahrscheinlich, besonders zur Frage, ob die Rückstufung bestehender Ansprüche verfassungskonform ist. Für tausende Wiener Familien ist die Botschaft jedoch schon jetzt klar: 2026 beginnt mit dem Zwang zum drastischen Sparen.

@ boerse-global.de