Wien feiert Künstlerinnen: Barockmeisterin trifft Performance-Legende
29.11.2025 - 08:31:12Wiener Museen präsentieren Ende November 2025 bedeutende Ausstellungen von Künstlerinnen wie Michaelina Wautier im KHM und Marina Abramovi? in der Albertina Modern.
Von Michaelina Wautiers Wiederentdeckung im KHM bis zu Marina Abramovićs Performance-Erbe in der Albertina Modern – Wiens Museen präsentieren sich Ende November 2025 so weiblich wie selten zuvor.
Während die Christkindlmärkte am Rathausplatz erstrahlen, erlebt die Wiener Museumslandschaft an diesem Wochenende einen Paradigmenwechsel. Der Fokus verschiebt sich von klassischen Blockbustern männlicher Genies hin zu lange übersehenen Meisterinnen und den dunklen Seiten der Moderne. Wer heute durch die Kulturhauptstadt flaniert, erlebt eine kuratorische Wende mit Mut zur Tiefe.
Die Sensation: Michaelina Wautier kehrt zurück
Das Kunsthistorische Museum setzt das unbestrittene Highlight der Saison. Die Michaelina Wautier-Retrospektive läuft bis Februar 2026 und ist das Gesprächsthema in den Feuilletons dieser Woche. Nach Rembrandt und Hoogstraten widmet sich das Haus nun einer Künstlerin, die Jahrhunderte lang vergessen war.
Die weltweit erste umfassende Werkschau der flämischen Barockmalerin (1604–1689) erreicht gerade ihren Besucherhöhepunkt. Wautier, deren Werke lange fälschlicherweise männlichen Kollegen zugeschrieben wurden, wird hier endlich als Meisterin präsentiert. Besonders beeindruckend: die Monumentalität ihrer Historienbilder – ein Genre, das Frauen im 17. Jahrhundert eigentlich verwehrt war.
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„Ein Akt der späten Gerechtigkeit und ein visuelles Fest”, kommentieren Kunstkritiker die Schau. Die Schlangen vor dem Museum am Maria-Theresien-Platz sind an diesem Samstagvormittag lang. Doch das Warten auf die Begegnung mit ihrem „Triumph des Bacchus” lohnt sich.
Geister, Medien und der Wiener Okkultismus
Nur wenige Gehminuten entfernt trifft das Leopold Museum mit „Verborgene Moderne: Faszination des Okkulten” (bis 18. Jänner 2026) exakt den Nerv der Zeit. Passend zur düsteren Novemberstimmung beleuchtet die Schau die spirituellen Strömungen, die die Kunst um 1900 prägten.
Die Ausstellung zeigt: Die Wiener Moderne war nicht nur von Rationalität geprägt, sondern tauchte tief in spiritistische Sitzungen und theosophische Lehren ein. Geistererscheinungen, Medien und übersinnliche Phänomene dominieren die Werke. Es ist eine Schau, die die glatte Oberfläche des Jugendstils aufbricht – ein perfekter Kontrapunkt zum vorweihnachtlichen Trubel.
Parallel läuft seit Oktober „Kowanz. Ortner. Schlegel”, eine Brücke zur zeitgenössischen Kunst, die Licht und Raum in den Mittelpunkt stellt.
Marina Abramović: Die Großmutter der Performance
In der Albertina Modern dominiert derzeit eine lebende Legende: Marina Abramović. Die Retrospektive (bis März 2026) gilt als eine der wichtigsten Schauen für zeitgenössische Kunst in Europa in diesem Winter.
Abramović wird hier nicht nur archiviert, sondern durch Re-Performances junger Künstlerinnen und Künstler lebendig gehalten. Die Ausstellung fordert das Publikum physisch und emotional heraus und beweist, dass Wien auch 2025 ein Hotspot für radikale künstlerische Positionen bleibt. Besonders die frühen Werke und die berühmten „Transitory Objects” ziehen heute ein internationales Publikum an den Karlsplatz.
Strauss-Jahr: Das große Finale
Das Jubiläumsjahr anlässlich Johann Strauss’ 200. Geburtstages biegt auf die Zielgerade ein. Während die musealen Ausstellungen im Theatermuseum bereits endeten, verlagert sich das Geschehen nun auf die Bühnen.
Im Odeon Theater sorgt die Produktion „FLEDER.STRAUSS” für Furore. Die dekonstruierte, exzentrische Hommage an den Walzerkönig läuft bis Silvester und ist weit entfernt vom touristischen Kitsch. Auch die Volksoper trägt mit ihrer Serie von „Eine Nacht in Venedig” dazu bei, dass der musikalische Geist von 2025 bis zum letzten Takt gefeiert wird.
Was der Dezember bringt
Nächste Woche richtet sich die Aufmerksamkeit auf das mumok, das am 4. Dezember die Einzelausstellung von Claudia Pagès Rabal eröffnet. Auch das MAK steht in den Startlöchern: Ab 10. Dezember präsentiert Designer-Ikone Helmut Lang eine mit Spannung erwartete Ausstellung, die Mode, Kunst und Archivarbeit verschmelzen lässt.
Wien zeigt sich heute von seiner besten Seite: Eine Stadt, die ihre barocke Vergangenheit ebenso souverän feiert wie die Abgründe der Moderne und die Radikalität der Gegenwart. Wer heute ins Museum geht, sucht nicht nur Schönheit, sondern Auseinandersetzung.
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Besucherinformationen:
* KHM: Zeitfenster-Buchung für Michaelina Wautier dringend empfohlen
* Leopold Museum: Verlängerte Öffnungszeiten am Wochenende
* Albertina Modern: Führungen meist ausgebucht, Audioguides verfügbar


