Wien, Kontraste

Wien feiert Kontraste: Cardew-Marathon trifft Strauss-Jubiläum

30.11.2025 - 15:19:12

Die österreichische Hauptstadt zelebriert heute einen Tag der Extreme. Während im Konzerthaus das Festival Wien Modern mit einem siebenstündigen Epos endet, rüstet sich die Stadt für die letzten Höhepunkte des Johann-Strauss-Jahres 2025. Eine faszinierende Schnittstelle zwischen radikaler Gegenwartskunst und habsburgischem Erbe.

Der heutige Sonntag gehört ganz Wien Modern. Im Großen Saal des Konzerthauses läuft seit 11:00 Uhr die Aufführung von Cornelius Cardews „The Great Learning”. Das selten gespielte Schlüsselwerk der experimentellen Musik, basierend auf Texten des Konfuzius, bildet den rituellen Schlusspunkt des Festivals.

Die Aufführung erstreckt sich bis 19:00 Uhr. Unter Einbeziehung von Laienchören verwandelt sich das Konzerthaus in einen Klangraum, der die Grenzen zwischen Ausführenden und Publikum auflöst. Kritiker werten diesen Abschluss als mutiges Statement für kollektive musikalische Erfahrung.

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KI komponiert Walzer – Wien diskutiert

Die Wiener Kulturszene debattiert noch immer über die Uraufführung der „Walzersymphonie” vom vergangenen Donnerstag. Das Herzstück des Jubiläumsjahres Johann Strauss 2025 sorgte für Kontroversen – inhaltlich wie logistisch.

Kurzfristig verlegt vom MuseumsQuartier in den Gläsernen Saal des Musikvereins, bot der Abend ein faszinierendes Duell: Das KI-System Ricercar des Ars Electronica Futurelab generierte neue Klänge aus Strauss-Motiven. Roland Neuwirth, Doyen des neuen Wienerlieds, konterte mit „Scho laa, fü’s au! – Eine Wiener Walzersymphonie”.

Die Gegenüberstellung von künstlicher Intelligenz und urwienerischem Grant wurde als intellektueller Höhepunkt des Strauss-Jahres gefeiert. Der Rahmenwechsel kam der akustischen Feinheit des Projekts überraschend zugute.

Cherkaoui dekonstruiert den Ball

Am Mittwoch, 3. Dezember, feiert „Imperial Ball” Premiere in der Halle E des MuseumsQuartiers. Das Ballet du Grand Théâtre de Genève unter Sidi Larbi Cherkaoui dekonstruiert die strengen Codes des Wiener Balls.

Cherkaoui, bekannt für interkulturelle Bewegungssprachen, verspricht eine visuell opulente Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zwängen und der Freiheit des Walzers. Das Wiener Kammerorchester unter Constantin Trinks begleitet. Weitere Aufführungen folgen am 5. und 6. Dezember.

Staatsoper und symphonischer Nachhall

In der Wiener Staatsoper steht heute Abend Janáčeks „Věc Makropulos” auf dem Programm. Die Inszenierung wird für ihre psychologische Schärfe gelobt – eine existenzialistische Alternative zum vorweihnachtlichen Trubel.

Noch immer hallt Christian Thielemanns triumphale Interpretation von Bruckners 5. Symphonie nach. Seine Aufführung mit den Wiener Philharmonikern am 2. November im Musikverein gilt bereits als Höhepunkt der Herbstsaison 2025.

Gestern sorgte in der Volksoper die Premiere von „Aschenbrödels Traum” für Aufsehen – eine Neubeleuchtung des klassischen Märchenmotivs für das Familienpublikum.

Durchlässige Grenzen

Die Verlegung der Walzersymphonie und die avantgardistische Ausrichtung des Imperial Ball verdeutlichen: Die Grenzen zwischen traditionellen Hochkultur-Tempeln und Orten zeitgenössischer Kunst sind 2025 durchlässiger denn je.

Die Gala „By(e) Strauss” am 31. Dezember im Theater an der Wien wird den offiziellen Schlusspunkt unter das Jubiläumsjahr setzen. Bis dahin bleibt Wien ein pulsierendes Labor, in dem Walzerschritte auf Algorithmen und Avantgarde auf Aristokratie treffen.

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