WHO macht Gehirngesundheit zur globalen Priorität
22.01.2026 - 04:13:12Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) intensiviert ihren Kampf gegen neurologische Erkrankungen. Ihr Ziel: die Gehirngesundheit weltweit zu verbessern. Hintergrund ist eine alarmierende Statistik – etwa jeder dritte Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens eine neurologische Störung. Diese sind bereits die häufigste Ursache für Behinderungen und die zweithäufigste Todesursache weltweit.
Im Zentrum der Strategie steht der globale Aktionsplan für Epilepsie und andere neurologische Störungen (IGAP) für 2022–2031. Dieser von allen Mitgliedsstaaten gebilligte Plan soll Behandlungslücken schließen und die Lebensqualität von Betroffenen steigern. Die Belastung ist dabei extrem ungleich verteilt: Rund 70 Prozent der Fälle entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Fünf Säulen für ein gesundes Gehirn
Die WHO definiert Gehirngesundheit über einen ganzheitlichen Rahmen. Fünf Schlüsselfaktoren sind entscheidend:
* Körperliche Gesundheit: Chronische Krankheiten belasten auch das Gehirn.
* Gesunde Umgebungen: Von Luftqualität bis zu Grünflächen – die Umwelt wirkt direkt auf die kognitive Funktion.
* Sicherheit und Schutz: Vor Verletzungen und Gewalt muss sichergestellt sein.
* Lernen und soziale Bindungen: Sie bauen kognitive Reserven auf und erhalten das emotionale Wohlbefinden.
* Zugang zu Dienstleistungen: Gleichberechtigte Versorgung mit Gesundheitsleistungen, Bildung und sozialer Unterstützung ist fundamental.
Durch die Stärkung dieser Säulen will die WHO nicht nur neurologische Erkrankungen zurückdrängen, sondern auch die allgemeine Gesundheit verbessern.
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Der Aktionsplan: Fünf Ziele bis 2031
Der IGAP-Aktionsplan verfolgt konkrete, messbare Ziele. Bis 2031 sollen unter anderem mehr Länder nationale Strategien und Budgets für neurologische Erkrankungen vorweisen. Weitere Schwerpunkte sind:
* Den Zugang zu effektiver Diagnose und Behandlung massiv zu verbessern.
* Präventionsstrategien über die gesamte Lebensspanne zu etablieren.
* Forschung und Innovation voranzutreiben.
* Die Versorgungslücke bei Epilepsie deutlich zu verringern.
Die Umsetzung erfordert eine sektorübergreifende Zusammenarbeit und die Einbeziehung von Betroffenen und ihren Familien.
Die große Kluft: Ungleichheit als größte Hürde
Trotz der ambitionierten Pläne sind die Hürden enorm. Die größte Herausforderung ist der eklatante Mangel an Fachpersonal. In Ländern mit niedrigem Einkommen gibt es bis zu 82-mal weniger Neurologen pro Einwohner als in reichen Nationen. Für Millionen Menschen bleibt eine zeitnahe Diagnose damit schlicht unerreichbar.
Hinzu kommt mangelnder politischer Wille. Nur eine Minderheit der WHO-Mitgliedsstaaten hat überhaupt eine nationale Strategie oder eigene Budgets für neurologische Erkrankungen. Stigmatisierung und Diskriminierung verschärfen die Situation für Betroffene zusätzlich.
Integration und Innovation als Weg nach vorn
Wie also lassen sich die Ziele dennoch erreichen? Experten setzen auf zwei Hebel: Integration und Innovation. Sie fordern, die künstliche Trennung zwischen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zu überwinden und einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen.
Gleichzeitig eröffnen Technologien wie künstliche Intelligenz und Genomik neue Möglichkeiten für präzisere Diagnosen und personalisierte Therapien. Die WHO arbeitet daran, die Gehirngesundheit fest in die Systeme der universellen Gesundheitsversorgung zu verankern. Die Botschaft von Führungspersönlichkeiten ist klar: Ein gesundes Gehirn ist keine medizinische Nischenfrage, sondern eine Grundlage für soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.


