WhatsApp, KI-Assistenten

WhatsApp verbietet fremde KI-Assistenten – Italien stoppt Verbot

13.01.2026 - 01:23:11

Metas Verbot allgemeiner KI-Assistenten auf WhatsApp Business trifft Dienste wie ChatGPT. Italiens Kartellamt stoppt die Umsetzung, während die EU eine Wettbewerbsuntersuchung prüft.

Meta schließt WhatsApp für externe KI-Chatbots wie ChatGPT – doch Italiens Kartellamt greift ein.

Ab dem 15. Januar 2026 dürfen auf dem WhatsApp Business Platform keine alltäglichen KI-Assistenten von Drittanbietern mehr operieren. Die neuen Nutzungsbedingungen des Meta-Konzerns verbieten generelle Chatbots, die auf großen Sprachmodellen basieren. Nur firmeneigene, aufgabenbezogene KI für Kundenservice bleibt erlaubt. Italiens Wettbewerbsbehörde hat die Umsetzung des Verbots im Land jedoch vorläufig gestoppt.

Was die neuen Regeln bedeuten

Die aktualisierten Geschäftsbedingungen richten sich explizit an „KI-Anbieter“. Verboten sind Dienste, bei denen generative KI oder große Sprachmodelle die Kernfunktionalität ausmachen. Das trifft allgemeine Assistenten für offene Gespräche, wie sie von ChatGPT oder Perplexity bekannt sind. Meta behält sich das alleinige Recht vor, zu entscheiden, welcher Service in diese Kategorie fällt.

Die Sperre ist jedoch nicht absolut. Unternehmen dürfen KI weiterhin für strukturierte Aufgaben nutzen: etwa zur Buchungsverwaltung, Auftragsverfolgung, für Benachrichtigungen oder die Beantwortung häufiger Fragen. In diesen Fällen dient die KI als unterstützendes Werkzeug für ein bestehendes Geschäftsmodell – und nicht als eigenständiges Produkt. Zudem ist es verboten, WhatsApp Business-Daten zum Training externer KI-Modelle zu verwenden.

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Breite Auswirkungen auf KI-Entwickler

Die Änderung hat erhebliche Konsequenzen für etablierte Anbieter. Dienste von OpenAI (ChatGPT), Microsofts Copilot, Perplexity oder beliebte Bots wie Luzia und Poke verlieren ihren Zugang zur Plattform. OpenAI und Microsoft haben bereits bestätigt, ihre Services bis zum Stichtag zurückzuziehen.

Strategisch festigt Meta damit die Position des hauseigenen Meta AI als einzigen allgemeinen KI-Assistenten im WhatsApp-Ökosystem. Für Unternehmen, die auf Drittanbieter setzten, bedeutet das die Suche nach alternativen, regelkonformen Lösungen. Die Entscheidung unterstreicht das Risiko für Entwickler, die ihre Dienste auf Plattformen großer Tech-Konzerne aufbauen – wo Richtlinienänderungen den Marktzugang über Nacht verändern können.

Metas Begründung und strategische Ziele

Meta argumentiert, die WhatsApp Business API sei für den Geschäftskundenverkehr wie Support konzipiert, nicht als Verteilplattform für KI-Assistenten. Der hohe Nachrichtenaufkommen durch generelle Chatbots stelle eine erhebliche Belastung für die Systeme dar.

Hinter den technischen Gründen stehen aber klare strategische und finanzielle Motive. Viele externe Chatbots generierten enormes Datenaufkommen, ohne in das etablierte Bezahlmodell von WhatsApp zu passen. Dieses berechnet Unternehmen pro Nachrichtenvorlage für Marketing oder Support. Indem Meta Konkurrenten ausschließt, lenkt es Nutzer und Geschäftskunden zu seinem eigenen Meta AI. Branchenbeobachter sehen darin einen Schritt, den „walled garden“ zu verstärken und die hauseigene KI zum Mittelpunkt der Nutzererfahrung zu machen.

Regulatorische Hürden: Italien setzt Verbot aus

Während die globale Richtlinie steht, sieht sich Meta in Europa mit regulatorischem Widerstand konfrontiert. Italiens Kartellbehörde (AGCM) hat angeordnet, die neuen Bedingungen für alle Telefonnummern mit italienischer Landesvorläufig auszusetzen. Die Behörde fürchtet einen Missbrauch der Marktmacht, der den Wettbewerb schädigen und die Verbraucherauswahl einschränken könnte. Meta ist der einstweiligen Anordnung nachgekommen und hat italienische Nummern vorerst von dem Verbot ausgenommen.

Die Aktion könnte ein Präzedenzfall sein. Die Europäische Kommission hat bereits eine formelle Kartelluntersuchung zu derselben Richtlinie eingeleitet. Die wachsende Aufmerksamkeit der Regulierer unterstreicht den globalen Fokus auf die Wettbewerbspraktiken dominanter Tech-Plattformen, die eigene KI-Dienste integrieren.

Die KI-Landschaft auf WhatsApp steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Während Entwickler allgemeiner Chatbots ihre Strategien neu ausrichten müssen, zeigt der italienische Sonderweg: Die finale Gestaltung der KI-Integration auf der weltweit größten Messaging-App wird nicht nur von Unternehmensrichtlinien, sondern auch von regulatorischen Eingriffen bestimmt.

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