WhatsApp testet Ein-Klick-Maximalschutz für alle
14.01.2026 - 03:14:12WhatsApp führt einen neuen Sicherheitsmodus für seine Nutzer ein. Die Funktion “Strikte Kontosicherheit” bündelt die stärksten Privatsphäre-Einstellungen in einem einzigen Schalter. Aktuell testet der Meta-Konzern das Feature mit ausgewählten Beta-Nutzern auf Android und iOS.
Was der neue Sicherheitsschalter bringt
Statt sich durch Dutzende Einzeloptionen zu klicken, aktiviert der Nutzer mit einem Tipp ein vordefiniertes Schutzpaket. Dieses setzt automatisch die restriktivsten verfügbaren Einstellungen durch. Die Maßnahme richtet sich besonders an zwei Gruppen: weniger technikaffine Menschen und Nutzer mit erhöhtem Risiko für Online-Angriffe.
Das Ziel ist klar: Maximale Sicherheit soll endlich für jeden einfach erreichbar sein – nicht nur für Experten.
Dieses Schutz-Paket wird aktiviert
Der Ein-Klick-Modus schaltet mehrere Verteidigungslinien gleichzeitig scharf:
* Blockade für Fremde: Medien wie Fotos oder Videos von unbekannten Kontakten werden automatisch blockiert.
* Stumme Telefonate: Anrufe von Nummern, die nicht im Adressbuch stehen, werden stummgeschaltet.
* Gruppen-Schutz: Man kann nur noch von eigenen Kontakten zu Gruppen hinzugefügt werden.
* Zwang zur Zwei-Faktor-Authentifizierung: Ein PIN-Code für die Kontowiederherstellung wird Pflicht.
* Privatsphäre-Lockdown: Der “Zuletzt online”-Status, das Profilbild und die Statusmeldungen sind nur für gespeicherte Kontakte sichtbar.
Kampf gegen Phishing und Standort-Tracking
Die “Strikte Kontosicherheit” geht über klassische Privatsphäre-Einstellungen hinaus. Sie bekämpft auch subtilere Gefahren.
So deaktiviert der Modus Link-Vorschauen von unbekannten Absendern. Das soll verhindern, dass Nutzer durch gefälschte Vorschaubilder auf Phishing-Seiten gelockt werden. Eine weitere technische Änderung betrifft Anrufe: Diese werden nicht mehr direkt zwischen den Geräten (Peer-to-Peer), sondern über WhatsApp-Server geleitet. Diese Maßnahme verschleiert die IP-Adresse des Nutzers und erschwert es Angreifern, den ungefähren Standort zu ermitteln.
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Teil einer größeren Sicherheitsoffensive
Die neue Funktion ist kein Einzelfall. Sie ist eingebettet in eine breitere Sicherheitsstrategie von WhatsApp für 2026. Geplant sind unter anderem optionale Benutzernamen. Diese sollen es ermöglichen, zu chatten, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben – besonders relevant für Gruppenchats und die Kommunikation mit Unternehmen.
Branchenbeobachter deuten die Maßnahmen als klare Antwort auf die immer raffinierteren Betrugsmaschen im Netz. Die Vereinfachung komplexer Einstellungen zu einer Ein-Klick-Lösung folgt einem Branchentrend. Könnte dieser Ansatz die allgemeine Sicherheitslage bei Milliarden Nutzern spürbar verbessern?
Wann kommt der Maximalschutz für alle?
Ein offizielles Veröffentlichungsdatum für alle Nutzer hat Meta noch nicht genannt. Die Funktion wird derzeit in den Beta-Versionen der App getestet. Üblichen Entwicklungszyklen folgend, ist mit einem Rollout für die breite Öffentlichkeit im Laufe des Jahres 2026 zu rechnen.
Sollte sich der Ansatz bewähren, könnte er einen neuen Standard für die Absicherung von Messenger-Konten setzen. Die Messlatte für Nutzersicherheit würde damit deutlich höher gelegt.


