WhatsApp sperrt Konkurrenz-KIs – doch Italien und Brasilien schlagen zurück
19.01.2026 - 19:58:12Meta muss seine umstrittene KI-Sperre auf WhatsApp in zwei großen Märkten aussetzen. Die Kartellbehörden in Italien und Brasilien haben den Tech-Riesen mit einstweiligen Anordnungen zum Einlenken gezwungen. Sie fürchten Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Metas eigener KI.
Seit dem 15. Januar dürfen auf WhatsApp offiziell keine eigenständigen KI-Assistenten wie ChatGPT oder Microsoft Copilot mehr angeboten werden. Die neue Richtlinie soll Metas hauseigene KI zum alleinigen Allzweck-Assistenten auf der Messenger-Plattform machen. Doch der globale Rollout gerät ins Stocken.
Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM und Brasiliens CADE haben Meta zu Ausnahmen gezwungen. Nutzer mit italienischen (+39) oder brasilianischen (+55) Vorwahlen sind von dem Verbot vorerst ausgenommen. Beide Behörden prüfen formell, ob Meta mit seiner Politik den Wettbewerb unzulässig behindert, um seinen eigenen Dienst „Meta AI“ zu bevorteilen.
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Was genau verboten ist – und was erlaubt bleibt
Die umstrittene Aktualisierung der Geschäftsbedingungen zieht eine klare Grenze. Während Unternehmen KI weiterhin für strukturierte Aufgaben nutzen dürfen – etwa im Kundenservice oder zur Bestellverfolgung –, ist die Plattform nicht mehr als Kanal für offene, konversationelle KI-Assistenten zugelassen. Das Verbot trifft vor allem Anbieter, deren KI das Kernprodukt ist, und nicht nur eine unterstützende Funktion.
Für die meisten Unternehmen, die WhatsApp geschäftlich nutzen, ändert sich wenig. Wer KI zur Automatisierung von FAQs oder zur Unterstützung menschlicher Agenten einsetzt, bleibt konform. Der entscheidende Unterschied: Die KI ist hier ein Hilfsmittel, nicht das Produkt selbst.
Metas Begründung und das strategische Kalkül
Meta verteidigt den Schritt mit technischen und betrieblichen Gründen. Die Business-API sei für den spezifischen Geschäftskunden-Dialog konzipiert, nicht als breiter Vertriebskanal für KI-Assistenten. Der hohe Nachrichtenverkehr durch Allzweck-KIs belaste die Infrastruktur über Gebühr.
Branchenbeobachter sehen darin jedoch vor allem ein strategisches Manöver. Indem Meta mächtige Rivalen von der Plattform verbannt, schafft es sich einen „walled garden“. Seine eigene KI erhält so privilegierten Zugang zu den rund zwei Milliarden WhatsApp-Nutzern – ein entscheidender Vorteil im erbitterten Wettbewerb um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz.
KI-Startups müssen umschichten, Regulierer bleiben wachsam
Die Folgen für die KI-Branche sind spürbar. Große Anbieter wie OpenAI und Microsoft zogen ihre Dienste pünktlich zum Stichtag von WhatsApp in betroffenen Regionen zurück. Besonders hart trifft es Startups, die ihr Geschäftsmodell auf WhatsApp als primären Nutzerkanal aufgebaut haben. Sie müssen nun auf andere Plattformen ausweichen oder ihre Vertriebsstrategie grundlegend überdenken.
Der Widerstand der Regulierer ist ein Signal. Neben Italien und Brasilien führt auch die Europäische Kommission eine kartellrechtliche Prüfung. Sollte die EU-Kommission ähnliche einstweilige Maßnahmen ergreifen, könnte sich die Ausnahme auf den gesamten EU-Binnenmarkt ausweiten. Meta müsste dann die Politik in Schlüsselregionen aufgeben oder ein fragmentiertes System mit unterschiedlichen Regeln pro Land betreiben.
Die Auseinandersetzung zeigt den grundlegenden Konflikt der Tech-Welt: das Bestreben der Plattformbetreiber, ihr Ökosystem zu kontrollieren und zu monetarisieren, gegen die wachsende Entschlossenheit der Regulierer, einen fairen und wettbewerbsorientierten Markt für alle Innovatoren zu sichern. Der Kampf um die KI auf Messengern hat gerade erst begonnen.
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