WhatsApp plant Kinderkonten mit elterlicher Kontrolle
22.01.2026 - 07:57:12Meta entwickelt für seinen Messenger WhatsApp ein neues Sicherheitssystem für junge Nutzer. Es soll Eltern umfassende Kontrollen über die Accounts ihrer Kinder geben.
Die Funktion, die sich in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase befindet, ermöglicht es Eltern, spezielle „sekundäre Konten“ für Minderjährige einzurichten und zu verwalten. Dieses zweistufige System schafft einen geschützteren Raum für Kinder, indem es Interaktionen begrenzt und Eltern Werkzeuge für die Fernverwaltung von Privatsphäre-Einstellungen an die Hand gibt. Ein offizielles Veröffentlichungsdatum steht zwar noch nicht fest, doch die kontinuierlichen Verfeinerungen in den aktuellen Beta-Versionen deuten auf eine hohe Priorität für den Messaging-Riesen hin.
Ein neues Sicherheitsnetz für Familien
Kern des Systems ist die Verknüpfung eines „Primärkontos“ eines Elternteils mit dem „Sekundärkonto“ des Kindes. Die Einrichtung erfolgt über einen gesicherten Prozess, der vermutlich einen QR-Code und eine sechsstellige PIN umfasst. Diese sind nötig, um das Konto einzurichten und später Änderungen an wichtigen Einstellungen zu genehmigen.
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Damit reagiert WhatsApp auf ein altbekanntes Problem: Das offizielle Mindestalter von 13 Jahren wird oft umgangen. Die neuen Kontrollen bieten Familien eine praktischere Lösung, um den Dienst in einem überwachten Rahmen zu nutzen. Standardmäßig arbeiten die Kinderkonten unter strengen Datenschutzbeschränkungen, die unerwünschte Kontaktaufnahmen durch Fremde verhindern sollen.
Zentrale Funktionen und eingebaute Beschränkungen
Die elterlichen Kontrollen sehen mehrere zentrale Einschränkungen vor, um Online-Risiken zu minimieren. Die bedeutendste: Sekundärkonten können nur Nachrichten an gespeicherte Kontakte senden und von diesen Anrufe sowie Nachrichten empfangen. Das soll Minderjährige vor potenziell schädlicher Kommunikation mit Fremden schützen.
Weitere Sicherheitsprotokolle umfassen:
* Gruppenchat-Kontrolle: Nur gespeicherte Kontakte dürfen das Kinderkonto zu Gruppenchats hinzufügen.
* Eingeschränkter Funktionsumfang: Kinderkonten haben keinen Zugriff auf bestimmte Standard-Funktionen. Dazu gehören der „Updates“-Tab mit öffentlichen Broadcast-Channels und die „Chat Lock“-Funktion zum Verstecken von Konversationen. Dies reduziert die Exposition mit öffentlichen Inhalten und verhindert, dass Chats vor den Eltern verborgen werden.
* Fernverwaltung der Privatsphäre: Eltern können zentrale Privatsphäre-Einstellungen des Kinderkontos aus der Ferne anpassen – etwa, wer das Profilbild, den „Zuletzt online“-Status oder die „Info“-Angaben sehen darf.
Der schmale Grat zwischen Aufsicht und Privatsphäre
Ein entscheidender Aspekt des neuen Systems ist das Festhalten an der Nutzerprivatsphäre, einem Markenkern von WhatsApp. Zwar erhalten Eltern erhebliche Kontrolle über Einstellungen und bekommen Übersichtsbenachrichtigungen – etwa, wenn ein neuer Kontakt hinzugefügt wird. Die Inhalte der Nachrichten ihrer Kinder lesen oder deren Anrufe mithören können sie jedoch nicht.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt für alle Kommunikationen der Sekundärkonten vollständig erhalten. Dieser Ansatz versucht, einen schwierigen Balanceakt zu meistern: Eltern sollen ihre Kinder vor externen Gefahren schützen können, ohne in eine invasive Überwachung privater Gespräche zu verfallen. Branchenbeobachter halten diese Balance für entscheidend, um verantwortungsvolle digitale Gewohnheiten zu fördern und zugleich das wachsende Bedürfnis Jugendlicher nach Unabhängigkeit zu respektieren.
Reaktion auf regulatorischen Druck
Die Entwicklung wird weithin als Reaktion auf wachsenden regulatorischen Druck und als Schritt zur Angleichung an Sicherheitsfunktionen anderer großer Social-Media-Plattformen gewertet. Da der Online-Schutz Minderjähriger global an Bedeutung gewinnt, stehen Tech-Konzerne zunehmend in der Pflicht, wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.
Die Funktion ist noch nicht öffentlich oder in Beta-Tests verfügbar. Die Einführung wird voraussichtlich schrittweise, eventuell in ausgewählten Märkten beginnend, erfolgen. Die Einführung dieser überwachten Konten markiert eine entscheidende Entwicklung für WhatsApp: Der Messenger wandelt sich von einem primär für Erwachsene gedachten Tool zu einer familienfreundlicheren Plattform, die ihre jüngeren Nutzer und deren Sicherheitsherausforderungen anerkennt.
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