WhatsApp öffnet sich für Konkurrenz-Apps in der EU
02.01.2026 - 11:30:12WhatsApp beendet seine Isolation: Ab sofort können Nutzer in der Europäischen Union erstmals Nachrichten mit anderen Messengern austauschen. Der Schritt ist eine direkte Folge des neuen EU-Digitalgesetzes DMA.
Der weltweit größte Messenger durchbricht seine eigenen Mauern. Seit heute früh rollt WhatsApp eine Update aus, das Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erlaubt, mit Personen auf anderen Plattformen zu chatten. Konkret startet die Interoperabilität mit den beiden Diensten BirdyChat und Haiket. Hinter der technischen Neuerung steht ein politischer Druck: Die EU-Kommission zwang Mutterkonzern Meta als sogenannten „Gatekeeper“ dazu, sein Ökosystem zu öffnen.
Nutzer finden in den Einstellungen nun den neuen Punkt „Chats von Drittanbietern“. Wer diese Option aktiviert, kann über WhatsApp hinaus Textnachrichten, Bilder, Sprachnachrichten, Videos und Dateien mit Nutzern der unterstützten Apps austauschen – alles innerhalb der gewohnten WhatsApp-Oberfläche.
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Die Einrichtung ist bewusst als Opt-in gestaltet. Die externen Chats erscheinen dann in einem separaten Ordner oben in der Chat-Liste. Diese Trennung soll Nutzern helfen, zwischen den Ende-zu-Ende-verschlüsselten WhatsApp-Chats und den Nachrichten von externen Netzwerken zu unterscheiden. Auch diese sind zwar verschlüsselt, unterliegen aber den Datenschutzrichtlinien der jeweiligen Drittanbieter.
Die ersten Partner: Nischen-Apps mit klarem Fokus
Zum Start kooperiert WhatsApp nicht mit großen Konkurrenten wie Telegram, sondern mit zwei spezialisierten Anbietern:
- BirdyChat: Diese App aus Lettland setzt auf professionelle Kommunikation. Statt mit Telefonnummern arbeiten Nutzer hier mit ihrer Geschäfts-E-Mail-Adresse. Die Integration erlaubt es Berufstätigen, über ihren Arbeits-Messenger mit Kunden zu kommunizieren, die lieber WhatsApp nutzen.
- Haiket: Dieser Dienst setzt voll auf Sprache. Die App erkennt, wann der Nutzer spricht, und überträgt Sprachnachrichten nahtlos in WhatsApp-Chats – ohne Tippen oder Bildschirminteraktion.
Die Wahl dieser Nischen-Apps zeigt die Strategie: Spezialdienste können so von der riesigen WhatsApp-Nutzerbasis profitieren, ohne selbst ein vergleichbares Netzwerk aufbauen zu müssen.
Sicherheit und technische Grenzen
Meta betont, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Alle Nachrichten müssen mit dem Signal-Protokoll verschlüsselt werden, dem gleichen Standard, den WhatsApp selbst nutzt.
Dennoch gibt es Einschränkungen. Die erste Ausbaustufe unterstützt nur 1:1-Chats und den Austausch grundlegender Medien. Gruppenchats und Sprach- oder Videoanrufe mit Nutzern externer Apps sind noch nicht möglich. Laut Meta-Roadmap soll die Gruppen-Funktionalität noch 2026 folgen, Anruffunktionen sind für 2027 geplant.
Datenschützer weisen darauf hin, dass zwar der Nachrichteninhalt verschlüsselt ist, die Metadaten (wer schreibt wem wann?) aber unter den Datenschutzbestimmungen der Drittanbieter fallen. WhatsApp warnt Nutzer bei der Aktivierung explizit vor diesem Unterschied.
Ein Testfall für das EU-Digitalgesetz DMA
Der heutige Start ist ein entscheidender Praxistest für die Wirkung des Digital Markets Act (DMA). Die EU erhofft sich durch die Öffnung der Plattformen mehr Wettbewerb und Innovation. Sollte sich die nutzerfreundlich erweisen, könnten weitere Apps folgen.
Die großen Rivalen Telegram und Signal halten sich bislang bedeckt. Sie fürchten, eine Integration in Metas Architektur könnte ihre eigenen hohen Privatsphäre-Standards verwässern. Ohne diese Player bleibt der unmittelbare Effekt vorerst auf spezielle Anwendungsfälle beschränkt.
Dennoch ist der technische Beweis erbracht: Interoperabilität ist machbar. Für Unternehmen und Entwickler eröffnet sich die Chance, direkt mit WhatsApps europäischer Nutzerbasis in Kontakt zu treten. Regierungen in Ländern wie Brasilien und Indien beobachten das EU-Experiment genau. Sollte es erfolgreich sein, ohne die Sicherheit zu opfern, könnte dieses Modell Schule machen. Die digitalen Mauern in Europa haben erste Risse bekommen.
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