WhatsApp öffnet sich: Drittanbieter-Chats kommen nach Europa
31.01.2026 - 09:25:12WhatsApp steht vor einem historischen Umbruch. Der Messenger öffnet sein bisher geschlossenes System auf Druck der EU für Chats mit anderen Diensten. Aktuelle Beta-Tests zeigen, wie die Zukunft des Messaging in Europa aussehen wird – und welche Sicherheitsrisiken Meta dabei im Blick hat.
Beta-Phase läuft: Erste externe Dienste sind angebunden
Die Vorbereitungen für den großen Schritt laufen auf Hochtouren. Wie eine Analyse vom 29. Januar zeigt, testet WhatsApp aktuell die Integration von Chats externer Plattformen. Nutzer in der Europäischen Union sollen schon in den kommenden Monaten Nachrichten mit Kontakten auf anderen Messengern austauschen können.
Erste Partner sind bereits an Bord: Der geschäftlich orientierte Dienst BirdyChat und der sprachfokussierte Messenger Haiket haben die technische Integration abgeschlossen. Beta-Tester können bereits Textnachrichten, Bilder, Sprachnachrichten, Videos und Dateien mit diesen Plattformen austauschen.
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Doch der Teufel steckt im Detail. Noch fehlen wichtige Funktionen: Gruppenchats über Plattformgrenzen hinweg sowie Sprach- und Videoanrufe sind nicht möglich. Laut Metas Planung könnten Gruppenchats erst später 2026 folgen, Anruffunktionen sogar erst 2027. Eine echte Interoperabilität lässt also noch auf sich warten.
Sicherheit first: Neuer Schutzmodus für Risiko-Nutzer
Parallel zur Öffnung rüstet WhatsApp seine Sicherheit auf. Seit dem 28. Januar rollt der Dienst einen optionalen „Strict Account Settings“-Modus aus. Dieser richtet sich speziell an gefährdete Nutzer wie Journalisten, Aktivisten oder Regierungsvertreter.
Der Modus funktioniert ähnlich wie Apples Lockdown Mode und schränkt Kontoeinstellungen automatisch auf maximale Sicherheit ein. So blockiert er etwa Anhänge und Medien von Absendern, die nicht im Adressbuch stehen. Das verkleinert die Angriffsfläche für Spyware erheblich.
Ist der Zeitpunkt Zufall? Wohl kaum. Analysten sehen in der neuen Sicherheitsstufe eine direkte Reaktion auf die geplante Öffnung. „Wenn der geschützte Garten geöffnet wird, braucht es zusätzliche Zäune“, kommentiert ein Branchenkenner. Meta will offenbar Bedenken vor den Risiken eines offeneren Messaging-Ökosystems proaktiv begegnen.
Technische Hürden: Verschlüsselung bleibt nicht verhandelbar
Der technische Aufwand für die Interoperabilität ist immens. Kern der Lösung ist das Signal Protocol, das eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch über Dienste-Grenzen hinweg gewährleisten soll. Meta macht klar: Externe Anbieter müssen diesen Verschlüsselungsstandard unterstützen, um teilnehmen zu können.
Nutzer werden Drittanbieter-Nachrichten voraussichtlich in einem separaten Postfach finden – eine klare Trennung von den gewohnten WhatsApp-Chats. Diese Unterscheidung soll Transparenz schaffen und mögliche Sicherheitsbedenken mindern.
Gleichzeitig treibt Meta die allgemeine Entwicklung voran. Am 31. Januar erschien die Android-Beta-Version 2.26.4.11, die Kanal-Betreibern neue Einblicke in die Verbreitung ihrer Updates gibt. Schon am Vortag wurde eine Version ausgeliefert, die die Kennzeichnung von bezahlten Partnerschaften in Kanälen vorbereitet. Das Tempo der Updates zeigt: Der Konzern arbeitet unter Hochdruck an regulatorischer und kommerzieller Compliance.
DMA als Treiber: EU setzt WhatsApp unter Druck
Hinter all diesen Veränderungen steht ein klarer Treiber: der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union. Die EU-Kommission hat WhatsApp als „Gatekeeper“ eingestuft und damit zur Öffnung verpflichtet. Die Aufsichtsbehörden behalten die Einhaltung der Vorgaben genau im Blick – wie aktuelle Verfahren gegen Google zeigen.
Die erfolgreiche Einführung von Drittanbieter-Chats könnte die Kommunikation in Europa grundlegend verändern. Nutzer müssten nicht mehr zwischen verschiedenen Apps wechseln, um mit allen Kontakten in Verbindung zu bleiben. Doch bis dahin sind noch erhebliche Hürden zu überwinden: Spam-Prävention, der Umgang mit Metadaten über Anbieter-Grenzen hinweg und die Gewährleistung einer durchgängigen Nutzererfahrung stellen komplexe technische Herausforderungen dar.
Eines ist bereits jetzt sicher: Europäische Nutzer werden in ihren Einstellungen bald vermehrt auf den Punkt „Drittanbieter-Chats“ stoßen. Die Vision eines nahtlos vernetzten Messaging-Ökosystems nimmt konkrete Formen an – wenn auch in kleinen, kontrollierten Schritten. WhatsApp bewegt sich in eine offenere Zukunft, aber das Tempo gibt weiterhin Brüssel vor.
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