WhatsApp, Betrugswelle

WhatsApp: Neue Betrugswelle mit „Enkeltrick 2.0“ verunsichert Nutzer

16.01.2026 - 07:23:12

Kriminelle nutzen Familienchats für perfide Betrugsversuche und fordern Echtzeit-Überweisungen. Polizei und Verbraucherschützer warnen vor gefälschten Polizisten und Finanztipps.

Eine neue Welle raffinierter Betrugsmaschen über WhatsApp alarmiert derzeit Polizei und Verbraucherschützer. Kriminelle nutzen das Vertrauen in Familienchats aus und erbeuten mit psychologischem Druck hohe Geldsummen. Im Fokus steht eine perfide Weiterentwicklung des klassischen Enkeltricks.

So funktioniert der „Hallo Mama“-Betrug

Die Masche beginnt mit einer harmlosen Nachricht von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer.“ Nachdem das Opfer die Nummer gespeichert hat, bauen die Täter mit Smalltalk Vertrauen auf. Kurz darauf folgt die angebliche Notlage: ein defektes Gerät, eine unbezahlte Rechnung oder ein gesperrtes Online-Banking. Das Opfer wird zu einer Echtzeit-Überweisung gedrängt – das Geld ist für immer weg.

Die Täter werden immer dreister. Sie geben sich nicht nur als Familienmitglieder, sondern auch als falsche Polizisten oder anbliche Finanzberater aus, um ihre Opfer zu täuschen.

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Weitere gefährliche Maschen im Umlauf

Neben dem Enkeltrick 2.0 grassieren weitere Betrugsversuche über den Messenger:
* Falsche Polizei: Täter geben sich als Beamte aus und versprechen, bereits verlorenes Geld zurückzuholen. Sie nennen korrekte Details aus dem alten Fall, um Glaubwürdigkeit vorzutäuschen, und fordern weitere Zahlungen oder sensible Daten.
* Anlagebetrug: In geschlossenen Gruppen locken angebliche Finanzexperten mit exklusiven Tipps zu vorbörslichen Aktien. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt: Solche Angebote führen oft zum Totalverlust.
* Job-Betrug: Unseriöse Angebote locken mit leichtem Geld. In Wahrheit sollen Opfer als Finanzagenten für Geldwäsche missbraucht werden.

Die wichtigsten Tipps der Polizei zum Schutz

Bei Nachrichten von unbekannten Nummern ist höchste Vorsicht geboten. Die goldene Regel: Nie aufgrund einer Textnachricht Geld überweisen oder Daten preisgeben.

So schützen Sie sich:
* Immer zurückrufen: Kontaktieren Sie die Person umgehend unter der altbekannten Nummer zur Verifizierung.
* Kontrollfragen stellen: Fragen Sie nach etwas, das nur das echte Familienmitglied wissen kann.
* Druck ignorieren: Betrüger drängen zu schnellen Entscheidungen. Lassen Sie sich nicht hetzen.
* Nummer blockieren: Melden Sie verdächtige Chats als Spam und blockieren die Nummer in WhatsApp.
* Anzeige erstatten: Sind Sie betroffen, informieren Sie sofort Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Warum WhatsApp für Betrüger so attraktiv ist

Mit über 76 Prozent Nutzeranteil in Deutschland bietet WhatsApp einen riesigen Pool potenzieller Opfer. Die persönliche Atmosphäre des Messengers senkt die natürliche Hemmschwelle. Eine Nachricht mit „Hallo Mama“ wirkt vertraut. Die Täter spekulieren gezielt auf den Hilfeinstinkt in Familien – die vorgetäuschte Not eines Kindes kann rationales Denken ausschalten.

Die Anonymität des Textchats kommt ihnen dabei zugute: Sie müssen keine Stimmen imitieren oder direkten Nachfragen am Telefon standhalten.

Wird der Betrug immer raffinierter?

Sicherheitsexperten rechnen damit, dass die Maschen ausgefeilter werden. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte künftig sogar das Klonen von Stimmen für täuschend echte Anrufe ermöglichen. Die Verteidigungslinie bleibt die Aufklärung der Nutzer. Die Polizei betont: Echte Beamte oder seriöse Unternehmen fordern nie per WhatsApp zu Zahlungen auf oder fragen sensible Daten ab. Eine gesunde Skepsis ist der beste Schutz.

@ boerse-global.de