WhatsApp: Neue Ära mit Chat-Apps beginnt
16.11.2025 - 11:19:12WhatsApp macht Ernst mit der Öffnung: Nutzer in der EU können bald Nachrichten von anderen Messenger-Diensten direkt in WhatsApp empfangen und verschicken. Was lange undenkbar schien, wird nun Realität – und könnte die Art, wie wir kommunizieren, grundlegend verändern.
Die Änderung ist keine freiwillige Innovation, sondern eine Reaktion auf den Digital Markets Act der Europäischen Union. Das Gesetz zwingt große Tech-Plattformen dazu, ihre geschlossenen Systeme zu öffnen und kleineren Konkurrenten Zugang zu gewähren. Neben der Interoperabilität bringt WhatsApp weitere praktische Neuerungen: intelligente Sticker-Vorschläge und erweiterte Speicherverwaltung sollen den Alltag erleichtern.
Die neue Funktion startet zunächst für Android- und iOS-Nutzer in der EU. Wer möchte, kann künftig mit Kontakten auf anderen Messenger-Diensten chatten – vorausgesetzt, diese unterstützen die Funktion ebenfalls. Die Teilnahme ist freiwillig und lässt sich in den Einstellungen aktivieren.
Zum Start werden Text, Bilder, Sprachnachrichten, Videos und Dateien in Einzelchats unterstützt. Gespräche mit Nutzern anderer Apps werden klar gekennzeichnet. Sicherheit bleibt dabei oberste Priorität: Nur Dienste, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach WhatsApp-Standard implementieren, werden zugelassen.
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Die ersten Partner sind bereits an Bord: BirdyChat und Haiket gehören zu den Startkandidaten. Weitere Anbieter sollen folgen, sobald sie die technischen und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Gruppenchats mit externen Nutzern, Status-Updates und Sticker über App-Grenzen hinweg? Das kommt erst in einer späteren Phase.
KI macht Chats bunter: Sticker-Vorschläge in Echtzeit
Eine zweite Neuerung richtet sich an alle, die gerne mit Stickern kommunizieren. WhatsApp testet aktuell in der Android-Beta eine KI-gestützte Sticker-Empfehlung, die passende Motive zum Chat-Kontext vorschlägt.
Das System analysiert Emojis und Schlüsselwörter während des Tippens und zeigt direkt über der Tastatur passende Sticker an. Wer ein Herz-Emoji eintippt, bekommt sofort eine Auswahl herzförmiger Sticker präsentiert – ohne manuelles Durchsuchen der Bibliothek.
Allerdings gibt es eine Einschränkung: Derzeit funktioniert das Feature nur mit Stickern aus dem offiziellen WhatsApp-Store, die mit Emojis verknüpft sind. Selbst erstellte Sticker aus dem WhatsApp-Editor werden noch nicht erkannt. Die Funktion lässt sich in den Chat-Einstellungen jederzeit aktivieren oder deaktivieren. Ein breiterer Rollout ist für die kommenden Wochen geplant.
Speicher aufräumen leicht gemacht: Präzise Chat-Verwaltung
WhatsApp hat auch die Speicherverwaltung überarbeitet. Bisher gab es beim Löschen von Chats nur eine Alles-oder-Nichts-Option – mit Ausnahme von Medien, die bereits in der Galerie gesichert waren. Das ändert sich nun grundlegend.
Die neue Beta-Version ermöglicht gezieltes Löschen einzelner Medienkategorien: Fotos, Videos, GIFs, Sprachnachrichten oder Dokumente können separat entfernt werden, während andere Inhalte erhalten bleiben. Vor dem Löschen zeigt WhatsApp an, wie viel Speicherplatz dadurch frei wird.
Besonders praktisch ist das für Mitglieder medienintensiver Gruppenchats, wo sich schnell Gigabytes ansammeln. Die “Chat leeren”-Option wurde zudem prominent auf der Chat-Info-Seite platziert – eine Anpassung, die Android-Nutzer dem iOS-Interface angleicht.
Regulierung treibt Innovation: Wie die EU WhatsApp verändert
Die Interoperabilität ist kein Zufall, sondern direkte Folge des Digital Markets Act. Die EU-Regelung zwingt Tech-Riesen dazu, ihre “ummauerten Gärten” zu öffnen. WhatsApp ist dabei eines der prominentesten Beispiele für diese Politik in Aktion.
Was bedeutet das konkret? Kleinere Messenger-Dienste erhalten Zugang zu WhatsApps riesiger Nutzerbasis von über zwei Milliarden Menschen. Die EU erhofft sich dadurch mehr Wettbewerb und Innovation – ähnlich wie bei der Öffnung von Zahlungsdiensten oder App-Stores.
Während die Interoperabilität regulatorisch erzwungen wurde, spiegeln Sticker-Vorschläge und Speicherverwaltung WhatsApps eigene Strategie wider. In einem Markt, in dem Telegram und Signal kontinuierlich neue Features einführen, sind solche Verbesserungen überlebenswichtig. Die visuelle Kommunikation mit Stickern boomt, und Speicherprobleme kennen Power-User zur Genüge.
Ausblick: Schrittweise Einführung und offene Fragen
Die angekündigten Features kommen gestaffelt. Für EU-Nutzer beginnt die Reise in eine vernetzte Messenger-Welt gerade erst. Der Start konzentriert sich auf Einzelchats – die technisch anspruchsvollere Herausforderung sicherer, plattformübergreifender Gruppenchats folgt später.
Entscheidend wird sein, wie viele Anbieter WhatsApps Sicherheitsstandards übernehmen. Nur wenn eine kritische Masse an Diensten mitmacht, entfaltet die Interoperabilität ihren vollen Nutzen. Außerhalb Europas blickt man gespannt auf die globale Einführung der Beta-Features. Sticker-Vorschläge und erweiterte Speicherverwaltung dürften in den kommenden Wochen und Monaten für alle verfügbar werden.
WhatsApp navigiert damit einen schmalen Grat zwischen regulatorischen Vorgaben und eigenen Innovationszielen. Die Balance zwischen Öffnung und Sicherheit, zwischen Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz wird über den Erfolg dieser Transformation entscheiden.
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