WhatsApp, Abo-Modell

WhatsApp führt Abo-Modell in Europa ein

26.01.2026 - 17:39:12

WhatsApp plant eine der größten Strategieänderungen seiner Geschichte: In Europa soll ein kostenpflichtiges Abonnement eingeführt werden. Nutzer müssen künftig zwischen Werbung oder einer monatlichen Gebühr wählen. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf den massiven Druck durch die EU-Datenschutzregulierung und beendet die Ära des komplett kostenlosen Messengers.

Die Pläne wurden in einer Beta-Version der Android-App entdeckt. Code-Hinweise zeigen, dass ein „Bezahlen oder Einwilligen“-Modell (Pay-or-Consent) kommt. Es folgt dem Vorbild von Facebook und Instagram. Für die über zwei Milliarden Nutzer weltweit bedeutet das eine Zeitenwende.

Das Abonnement entfernt Werbung gezielt aus dem „Aktuelles“-Tab. Dort werden Statusmeldungen und Kanäle angezeigt. Bezahlende Nutzer sollen dort weder Werbeanzeigen noch gesponserte Kanäle sehen. Private Chats und Anrufe bleiben von der Änderung unberührt. Sie sind weiterhin durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.

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Erste Hinweise deuten auf einen Preis von etwa vier Euro pro Monat hin. Dieser Betrag ist jedoch noch ein Platzhalter und kann sich ändern. Die Abwicklung soll über den Google Play Store erfolgen. Das Modell wird zunächst nur für Nutzer in der Europäischen Union und Großbritannien entwickelt. Ein konkretes Startdatum steht noch nicht fest.

EU-Gesetze zwingen Meta zum Handeln

Die Kehrtwende ist keine freiwillige Entscheidung. Sie wird von strengen EU-Gesetzen erzwungen. Der Digital Markets Act (DMA) und der Digital Services Act (DSA) setzen große Tech-Konzerne wie Meta unter Druck. Der DMA verlangt eine explizite Einwilligung der Nutzer, wenn ihre Daten für personalisierte Werbung verknüpft werden sollen.

Metas „Pay or Okay“-Modell ist die Antwort darauf. Die Einführung von Werbung auf WhatsApp war bereits angekündigt, wurde aber auf frühestens 2026 verschoben. Kürzlich stufte die EU-Kommission WhatsApp zudem als „sehr große Online-Plattform“ ein. Das unterwirft die öffentlichen Bereiche wie Kanäle noch strengeren Auflagen.

Kritik und Chancen für die Konkurrenz

Datenschutzorganisationen wie noyb unter Max Schrems kritisieren das Modell scharf. Sie argumentieren, es biete keine echte Wahl. Die meisten Nutzer würden aus finanziellen Gründen der Datennutzung zustimmen, anstatt zu zahlen. „Eine erzwungene Zustimmung ist keine freiwillige“, so die Aktivisten.

Für Konkurrenten wie Signal oder Threema könnte der Schritt eine Chance sein. Sie positionieren sich als werbefreie, datenschutzorientierte Alternativen. Analysten fragen sich: Werden Nutzer für einen zuvor kostenlosen Dienst bezahlen – oder zu einem anderen Messenger wechseln?

Der schwierige Spagat für Meta

Für Meta geht es um viel. Der Konzern muss die milliardenschwere WhatsApp-Übernahme refinanzieren. Gleichzeitig muss er die strengen EU-Regeln einhalten und die Nutzer nicht vergraulen. Die angebotene Wahl soll rechtliche Konflikte entschärfen.

Doch die Akzeptanz der Nutzer ist ungewiss. Wird der Preis zu hoch, könnten viele bei der Werbeversion bleiben oder abwandern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Europäer bereit sind, für werbefreie Kommunikation zu zahlen. Es ist der Beginn einer neuen Ära für Messaging-Dienste.

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