WhatsApp, Indien

WhatsApp droht in Indien das Aus wegen Datenschutz-Politik

03.02.2026 - 14:01:12

Indiens Oberstes Gericht verurteilt Metas WhatsApp-Datenschutzrichtlinie als erzwungen und stellt ein Ultimatum zur Anpassung an nationale Standards, andernfalls droht der Verlust des größten Marktes.

Indiens Oberstes Gericht stellt Meta vor die Wahl: Entweder passt sich WhatsApp den strengen Datenschutzstandards des Landes an – oder der Dienst muss seinen größten Markt verlassen. Die Richter verurteilten die umstrittene Datenschutzrichtlinie von 2021 als „erzwungen“ und möglichen Hohn auf die Verfassung.

Ultimatum des Obersten Gerichts: Anpassen oder gehen

In einer wegweisenden Verhandlung am Dienstag stellte der Oberste Richter Indiens, Surya Kant, klar: „Die Privatsphäre indischer Bürger darf nicht den kommerziellen Interessen eines multinationalen Konzerns geopfert werden.“ Das Gericht wird keine Weitergabe von Nutzerdaten an andere Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram zu Werbezwecken dulden, wenn dadurch Nutzerrechte verletzt werden.

Die Richter kritisierten scharf die „Nimm-es-oder-lass-es“-Haltung von WhatsApp. Die 2021 eingeführte Richtlinie machte die Annahme neuer Datenteilungs-Bedingungen zur Voraussetzung für die weitere Nutzung des Dienstes. Sollte das Unternehmen die nationalen Datenschutzstandards nicht einhalten können, müsse es bereit sein, den indischen Markt zu verlassen. Bis zum 9. Februar müssen Meta und WhatsApp eine eidesstattliche Erklärung vorlegen, die eine datenschutzkonforme Nutzung garantiert.

Anzeige

Passend zum Thema WhatsApp und Datenschutz: Viele Nutzer fühlen sich machtlos, wenn ihre Chat-Daten gegen ihren Willen für Werbezwecke verknüpft werden. Wenn Sie Bedenken haben, wie Meta Daten zwischen Plattformen teilt, bietet ein Umstieg auf eine datenschutzorientierte Alternative echte Kontrolle. Der kostenlose PDF-Report „Telegram Startpaket“ führt Sie Schritt für Schritt durch Einrichtung, Nummernverbergung, verschlüsselte bzw. geheime Chats und die wichtigsten Privatsphäre-Einstellungen – auch für Einsteiger verständlich erklärt. Jetzt Telegram-Startpaket als Gratis-PDF herunterladen

Kampf um Millionenstrafe und Werbeverbot

Der aktuelle Rechtsstreit hat eine lange Vorgeschichte. Indiens Wettbewerbsbehörde CCI verhängte Ende 2024 eine Strafe von umgerechnet rund 23 Millionen Euro gegen Meta. Grund war der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch die Datenschutzrichtlinie. Zugleich erließ die Behörde ein fünfjähriges Verbot, WhatsApp-Nutzerdaten zu Werbezwecken mit anderen Meta-Firmen zu teilen.

Im November 2025 kippte das Berufungsgericht NCLAT das Werbeverbot teilweise. Es erlaubte die Datennutzung zu Werbezwecken – allerdings nur mit einer wirksamen Opt-Out-Möglichkeit für Nutzer. Die Strafe bestätigte es. Gegen dieses Urteil legten beide Seiten Revision ein: Meta gegen die Strafe, die CCI gegen die Aufweichung des Werbeverbots.

Die Illusion der freiwilligen Einwilligung

Ein Kernpunkt der Verhandlung war die Frage echter Nutzerzustimmung. Die Richter zweifelten an, ob durchschnittliche indische Nutzer – besonders in ländlichen Regionen oder mit geringer digitaler Kompetenz – die aktuellen Opt-Out-Optionen überhaupt verstehen und nutzen können.

Der Oberste Richter stellte die Gültigkeit einer Einwilligung in Frage, wenn eine Plattform ein Monopol halte. Die angebotene „Wahl“ bedeute faktisch: Daten preisgeben oder auf ein essenzielles Kommunikationstool verzichten. Das Gericht bezeichnete diese Dynamik als „anständige Art des Diebstahls“ privater Informationen und betonte das Machtungleichgewicht zwischen Tech-Gigant und Verbraucher.

Globale Signalwirkung für Tech-Konzerne

Die harte Haltung des Gerichts spiegelt einen globalen Trend zu strengerer Regulierung von Tech-Riesen wider. Indem das Gericht das Elektronik- und IT-Ministerium als Verfahrensbeteiligten hinzuzog, signalisierte es, dass das Urteil Maßstäbe für den Betrieb ausländischer Digitalplattformen in Indien setzen wird.

Branchenbeobachter warnen: Ein komplettes Verbot der Datennutzung zu Werbezwecken könnte Metas Geschäftsmodell in Indien fundamental erschüttern. WhatsApp hat hier Hunderte Millionen Nutzer. Sollte das Gericht das ursprüngliche Werbeverbot wiederherstellen, müsste Meta seine Dateninfrastruktur für den indischen Markt grundlegend umbauen, um WhatsApp-Daten strikt von seinem Werbe-Ökosystem zu trennen.

Die nächste Anhörung ist für den 9. Februar angesetzt. Die Botschaft des Höchstgerichts ist eindeutig: Der Zugang zum indischen Markt ist an die strikte Einhaltung von Privatsphärenrechten gebunden. Erzwungene Datenschutzrichtlinien sind nicht länger akzeptabel.

Anzeige

PS: Sie wollen Ihre Privatsphäre schnell stärken, ohne stundenlang Einstellungen zu suchen? Der Gratis-Report „Telegram Startpaket“ zeigt in klaren Schritten, wie Sie in wenigen Minuten von WhatsApp zu Telegram wechseln, Ihre Nummer verbergen, geheime Chats nutzen und Standard-Einstellungen so anpassen, dass Drittanbieter keinen Zugriff auf Ihre Unterhaltungen erhalten. Ideal für alle, die nach jüngsten Datenschutz-Entscheidungen unsicher sind und sofort mehr Kontrolle wünschen. Telegram-Startpaket jetzt kostenlos anfordern

@ boerse-global.de