WhatsApp-Betrüger, Anleger

WhatsApp-Betrüger jagen Anleger mit falschen Gewinnversprechen

22.01.2026 - 03:22:12

Kriminelle locken Anleger über manipulierte Messenger-Gruppen in Trading-Fallen, verursachen hohe Schäden. Behörden und Warnlisten benennen konkrete verdächtige Apps und Gruppen.

Kriminelle nutzen WhatsApp-Gruppen, um Anleger in professionelle Betrugsfallen zu locken. Tausende Verbraucher erleiden hohe finanzielle Verluste. Als Reaktion kursieren nun „Schwarze Listen“ mit Namen verdächtiger Gruppen, während Behörden ihre Warnungen verschärfen.

So funktioniert die perfide Masche

Die Betrüger folgen einem ausgeklügelten psychologischen Muster. Potenzielle Opfer werden ungefragt WhatsApp-Gruppen hinzugefügt oder über Social-Media-Werbung auf angebliche Handelsseminare aufmerksam gemacht.

In den Gruppen bauen die Täter eine Fassade der Seriosität auf. Selbsternannte „Finanzcoaches“ teilen angebliche Insidertipps. Gefälschte Mitgliederprofile berichten von enormen Gewinnen und posten Screenshots. Das erzeugt gezielt sozialen Druck und die Angst, eine Chance zu verpassen.

Anzeige

Viele Android-Nutzer übersehen Sicherheitslücken in Messenger-Apps und öffnen so die Tür für Anlagebetrug über manipulierte Plattformen. Ein kostenloses Sicherheitspaket zeigt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android-Smartphone – von App‑Prüfung und Berechtigungs‑Checks bis zu Update‑ und Backup‑Einstellungen. Schritt‑für‑Schritt erfahren Sie, wie Sie WhatsApp, Online‑Banking und Zahlungs‑Apps sicher nutzen. Ideal für alle, die nicht Opfer von Betrug werden wollen. Jetzt kostenlosen Android-Sicherheitsratgeber herunterladen

Im nächsten Schritt leiten die Betrüger ihre Opfer auf professionell wirkende, aber gefälschte Trading-Plattformen. Um Vertrauen zu schaffen, werden erste kleine Einzahlungen auf dem manipulierten Konto schnell „vermehrt“. Teilweise sind sogar kleine Auszahlungen möglich.

Danach drängen die Täter zu weit höheren Investitionen. Möchte das Opfer dann sein gesamtes Guthaben abheben, fordern sie plötzlich angebliche Steuern oder Gebühren. Anschließend bricht der Kontakt ab, die Gruppe wird gelöscht – das Geld ist weg.

Diese Gruppen und Apps stehen auf der „Schwarzen Liste“

Spezialisierte Anwaltskanzleien und Verbraucherportale veröffentlichen jetzt Warnlisten. Diese basieren auf Meldungen Geschädigter und sollen als Frühwarnsystem dienen.

Häufig genannte Gruppennamen sind laut den Listen:
* KryptoFreiheit 88
* A-30 Vermögenssteigerungs- und Gewinnplangruppe
* RenTech
* Aktien Pioniere

Experten warnen jedoch: Die Täter ändern die Namen ihrer Gruppen ständig, um eine Entdeckung zu vermeiden.

Parallel warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor konkreten Handels-Apps. Die Behörde listet Anwendungen auf, die ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen anbieten. Dazu zählen Namen wie:
* KSHCMAX
* SFJ Ful
* NOKOJP
* Finstpay

Die BaFin rät Verbrauchern dringend, vor jeder Investition ihre Unternehmensdatenbank zu prüfen.

Behörden melden Schäden im sechsstelligen Bereich

Die Finanzaufsicht warnt eindringlich vor der Zunahme des Betrugs über WhatsApp und Telegram. Die beworbenen Plattformen unterlägen meist nicht ihrer Aufsicht, das Risiko eines Totalverlusts sei extrem hoch.

Auch die Polizei registriert einen starken Anstieg der Anzeigen. In mehreren Fällen reichen die Schäden in den sechsstelligen Bereich. So verlor ein 40-jähriger Mann aus Nordwaldeck einen sechsstelligen Betrag, nachdem ihn eine Werbeanzeige in eine WhatsApp-Gruppe lockte.

Ein angeblicher Broker überredete ihn zu Überweisungen auf ausländische Konten. Die Ermittler betonen, dass die internationale Struktur der Tätergruppen die Rechtsverfolgung erheblich erschwert.

Warum die Masche so erfolgreich ist

Der Betrug basiert auf einer Mischung aus technologischer Anonymität und psychologischer Manipulation. WhatsApp schafft einen direkten, persönlichen Kanal, der Vertrauen und Exklusivität suggeriert.

Die Gruppen-Dynamik senkt die Hemmschwelle: Wenn vermeintlich viele andere hohe Gewinne machen, will man nicht zurückstehen. Die Betrüger nutzen Gier und die Angst, etwas zu verpassen, gezielt aus.

Hinzu kommt die täuschend echte Aufmachung. Gefälschte Websites und Apps missbrauchen oft Logos bekannter Finanzinstitute. Branchenanalysten sprechen von einer „Industrialisierung des Anlagebetrugs“ mit international vernetzten Tätern.

So können sich Verbraucher schützen

Experten gehen von einer weiteren Zunahme der Betrugsfälle aus. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen für Verbraucher sind:

  • Grundsätzliches Misstrauen bei unaufgeforderten Einladungen in Investment-Gruppen auf WhatsApp oder anderen Messengern.
  • Unrealistische Renditeversprechen sind ein klares Warnsignal. Hohe Gewinne bei angeblich null Risiko gibt es nicht.
  • Vor jeder Investition die Seriosität des Anbieters in der BaFin-Datenbank prüfen.

Wer bereits Opfer geworden ist, sollte sofort handeln: Kontakt zu den Tätern abbrechen, Anzeige bei der Polizei erstatten und die eigene Bank informieren. Eine Meldung an die BaFin unterstützt die Ermittlungen der Behörde.

Anzeige

PS: So sichern Sie Ihr Android‑Smartphone ohne teure Zusatz‑Apps: Das Gratis‑Sicherheitsset zeigt konkrete Einstellungen für Messenger, erklärt, wie Sie unbekannte Einladungen prüfen und Phishing‑Nachrichten sicher erkennen. Mit praktischen Checklisten und leicht verständlichen Anleitungen lernen Sie, welche App‑Berechtigungen riskant sind und welche Schnellchecks vor Investments schützen. Gratis‑Schutzpaket fürs Android‑Handy anfordern

@ boerse-global.de