WhatsApp-Betrüger, Euro

WhatsApp-Betrüger erbeuten Tausende Euro mit „Hallo Mama“-Masche

20.01.2026 - 11:40:12

Kriminelle nutzen Messenger-Dienste für emotionalen Betrug an Senioren. Die Polizei Südhessen meldet mehrere Fälle mit hohen finanziellen Schäden und gibt konkrete Schutzempfehlungen.

Die hessische Polizei warnt vor einer neuen Welle des digitalen Enkeltricks über Messenger. In Südhessen verloren Senioren zuletzt hohe Geldsummen an Kriminelle.

Griesheim/Darmstadt – Das Polizeipräsidium Südhessen meldet mehrere erfolgreiche Betrugsfälle der vergangenen Tage. Die Täter kontaktieren ihre Opfer über WhatsApp und geben sich als deren Kinder aus. Mit einer emotionalen Notlage locken sie dann zu Geldüberweisungen.

So lief der aktuelle Fall in Griesheim ab

Eine 69-jährige Frau aus Griesheim erhielt am Sonntag eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Der Absender behauptete, ihre Tochter zu sein und ein neues Handy zu nutzen. Unter dem Vorwand, keinen Zugang zum Online-Banking zu haben, bat die angebliche Tochter um die dringende Begleichung von Rechnungen.

Die Seniorin überwies daraufhin mehrere Tausend Euro an ein fremdes Konto. Erst im Nachhinein bemerkte sie den Betrug und erstattete Anzeige. Die Ermittler bestätigen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.

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Die perfide Methode der „Hallo Mama“-Masche

Cybersicherheitsexperten sprechen vom „Enkeltrick 2.0“. Die Täter verlagern ihr altbekanntes Spiel auf digitale Kanäle und nutzen dabei immer ähnliche Muster:

  • Der Kontaktaufbau: Die Nachricht beginnt mit „Hallo Mama/Papa“ und der Bitte, die neue Nummer zu speichern.
  • Die vorgeschobene Notlage: Ein defektes Smartphone oder eine verlorene SIM-Karte dient als Begründung.
  • Die Geldbitte: Nach kurzem Smalltalk folgt die dringende Bitte um eine Geldüberweisung, oft per kaum rückgängig zu machender Echtzeit-Überweisung.

Die Polizei betont, dass die Täter oft aus dem Ausland agieren, was die Verfolgung erschwert.

Wie Sie sich schützen können

Verbraucherschützer und die Polizei raten zu einem gesunden Misstrauen und geben konkrete Tipps:

  1. Rückfrage unter bekannter Nummer: Rufen Sie Ihr Kind oder Ihren Angehörigen immer unter der altbekannten Telefonnummer an, um die Geschichte zu prüfen.
  2. Stimme verifizieren: Fordern Sie eine Sprachnachricht an. Betrüger werden dies meist vermeiden.
  3. Keine Sofort-Überweisungen: Überweisen Sie niemals Geld, insbesondere nicht per Echtzeit-Überweisung, basierend nur auf einer Chat-Nachricht.
  4. Melden und blockieren: Speichern Sie unbekannte Nummern nicht sofort. Blockieren Sie verdächtige Kontakte und melden Sie den Vorfall der Polizei – Screenshots helfen.

Digitale Bedrohungslage bleibt hoch

Der WhatsApp-Betrug ist nur eine von vielen aktuellen Gefahren. Verbraucherschützer warnen derzeit parallel vor massiven Phishing-Wellen. Gefälschte E-Mails im Namen von Streamingdiensten, Banken oder Krankenkassen zielen auf Passwörter und Daten ab.

Während Phishing oft breit angelegt ist, zielt der Messenger-Betrug gezielt auf emotionale Verletzlichkeit und hohe Einzelbeträge. Die Sorge um das eigene Kind macht die Masche so effektiv. Die Polizei kündigte an, ihre Präventionsarbeit vor allem für ältere Menschen weiter zu intensivieren.

@ boerse-global.de