Westring-Baustelle, Aktivisten

Westring-Baustelle: Aktivisten blockieren Bergung von Bohrkopf

31.12.2025 - 07:23:12

Aktivisten verhindern die Bergung eines feststeckenden Bohrkopfes und zwingen einen Teil der umstrittenen A26-Baustelle in den Stillstand. Der Konflikt eskaliert vor dem Hintergrund massiv gestiegener Projektkosten.

Klimaaktivisten verhindern im Linzer Bergschlösslpark die Bergung eines steckengebliebenen Bohrkopfes. Die Blockade zwingt einen Teil der umstrittenen A26-Westring-Baustelle in den Stillstand – ausgerechnet zum Jahreswechsel.

Trotz eisiger Temperaturen harren die Besetzer in ihrem Camp aus. Sie weigern sich, Platz für die schweren Bergungsmaschinen zu machen. Diese müssten an die Havariestelle unter sieben spezifischen Bäumen fahren, die nach Ansicht der Aktivisten dabei zerstört würden.

Technische Panne als Symbol des Widerstands

Im Zentrum der Eskalation steckt ein massiver Bohrkopf in 17 Metern Tiefe fest. Das Gerät für die Tunnelvortriebsarbeiten hat sich im schwierigen Untergrund verkeilt. Seit November sind alle Befreiungsversuche gescheitert.

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Die Projektverantwortlichen von Asfinag und Linz AG benötigen nun dringend Zugang. Doch die Aktivisten der Initiative “Ja! Zum Grüngürtel” bleiben hart: “Wir weichen keinen Millimeter”, lautet ihre Parole zum Silvestertag. Sie sehen in der Panne ein Zeichen für die ingenieurstechnischen Risiken des gesamten Großprojekts.

“Zweites Zwentendorf” als Ziel der Proteste

Der Konflikt eskaliert vor dem Hintergrund massiv gestiegener Kosten. Aus ursprünglich veranschlagten Millionen sind mittlerweile 1,2 Milliarden Euro für die A26 geworden. Gegner wie “Verkehrswende jetzt!” fordern, dieses Geld stattdessen in den öffentlichen Nahverkehr zu stecken.

Die Aktivisten hoffen auf einen kompletten Baustopp. Ihr erklärtes Ziel: Der Westring soll ein “zweites Zwentendorf” werden – ein fertiges Projekt, das nie in Betrieb geht. Die Eröffnung der Donautalbrücke im Oktober 2024 hatte den Widerstand nicht gebrochen, sondern ihn nur auf die aktuellen Tunnelarbeiten im Stadtgebiet gelenkt.

Jahrzehntelanger Streit um Linzs Zukunft

  • Befürworter aus Wirtschaft und Politik sehen eine unverzichtbare Entlastung für staugeplagte Straßen und eine bessere Anbindung des Mühlviertels.
  • Gegner aus Zivilgesellschaft und Klimabewegung warnen vor Lärm, Feinstaub und dem Verlust wertvoller Kaltluftschneisen wie dem Bergschlösslpark.

Die aktuelle Blockade ist nur die jüngste Protestform in einer Reihe von Demonstrationen, Petitionen und Baumbesetzungen.

Heißer Start ins neue Jahr erwartet

Mit dem Ende der Feiertage wächst der Druck. Beobachter rechnen in den ersten Januartagen mit einer offiziellen Räumungsaufforderung. Die Aktivisten haben bereits angekündigt, ihren “zivilen Ungehorsam” fortzusetzen.

Ob die Bergung des Bohrkopfes ohne Polizeieinsatz möglich sein wird, gilt als fraglich. Sicher scheint: Der Westring bleibt auch 2026 das beherrschende Thema in Linz. Die technischen Probleme im Untergrund könnten sich als ebenso hartnäckig erweisen wie der Widerstand an der Oberfläche.

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