Western Digital verdoppelt Festplatten-Leistung für KI-Zeitalter
03.02.2026 - 19:14:12Mit einer revolutionären Dual-Actuator-Technologie will Western Digital die Leistung von Enterprise-Festplatten verdoppeln. Das ist die Antwort auf den explodierenden Speicherbedarf von KI und Cloud-Rechenzentren.
Die Ankündigung auf dem „Innovation Day 2026“ des Speicherspezialisten markiert eine strategische Neuausrichtung. Statt Festplatten (HDDs) nur als günstige Massenspeicher zu sehen, rückt Western Digital die Performance in den Fokus. Damit sollen HDDs auch für anspruchsvolle KI-Workloads und Hyperscale-Rechenzentren attraktiv bleiben, wo Kapazität und Kosteneffizienz entscheidend sind.
So funktioniert die parallele Leistungs-Explosion
Der Clou liegt in einem dual-actuator system. Vereinfacht gesagt: In einem einzigen 3,5-Zoll-Laufwerk arbeiten zwei unabhängige Schreib-/Lesearme parallel. Das ermöglicht es, Daten von verschiedenen Stellen der rotierenden Scheiben gleichzeitig zu lesen oder zu schreiben. Die Folge ist eine Verdoppelung der Input/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) und des sequenziellen Datendurchsatzes.
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Zwei Wege führen zum Ziel: Eine bereits bei Kunden in Validierung befindliche Architektur nutzt mehrere Köpfe für simultane Zugriffe. Die fortschrittlichere „Dual-Pivot“-Technologie setzt auf einen komplett separaten zweiten Aktuator. Beide Ansätze nutzen bestehende Schnittstellen, was die Integration in heutige Rechenzentren erleichtert.
Über 500 MB/s: Festplatten dringen in SSD-Territorium vor
Die Leistungssprünge sind konkret: Die neuen High-Bandwidth HDDs erreichen sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von über 500 MB/s. Damit brechen sie die typische 300-MB/s-Grenze klassischer Festplatten und nähern sich dem Niveau von SATA-SSDs. Für Cloud-Betreiber bedeutet das schnellere Datenaufnahme, kürzere Rebuild-Zeiten und mehr Traffic pro Speichereinheit.
Die langfristige Roadmap ist noch ambitionierter. Durch Kombination der Technologien sieht Western Digital Potenzial für eine Verachtfachung der Bandbreite in den kommenden Jahren. Dieses Skalieren der Performance parallel zur wachsenden Kapazität – bis hin zu 100 TB bis 2029 – ist entscheidend für die Gesamtbetriebskosten (TCO) in großen Rechenzentren.
Strategisches Comeback: Warum Festplatten in der KI-Ära unverzichtbar bleiben
Während SSDs für Performance-daten unangefochten sind, speichern Festplatten den Großteil der weltweiten Datenmenge – dank ihres unschlagbaren Preises pro Terabyte. Der generative KI-Boom verstärkt diesen Bedarf an riesigen, bezahlbaren Speichern für Trainingsdatensätze und Modelle noch.
Western Digitals Schritt ist eine klare Antwort auf das Narrativ vom statischen Festplatten-Markt. Indem das Unternehmen den traditionellen SSD-Vorteil Performance angreift, stellt es sicher, dass HDDs nicht nur passive Archivspeicher bleiben. Zusammen mit kapazitätssteigernden Technologien wie Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR) und einer neuen Generation stromsparender Festplatten zeichnet sich so das Bild einer grundlegenden Neuerfindung der Festplatte ab.
Die erste High-Bandwidth-Architektur wird bereits von Partnern qualifiziert. Die fortschrittlicheren Dual-Pivot-Festplatten sind für 2028 angekündigt. Parallel dazu startet noch dieses Jahr die Volumenproduktion von 40-TB-UltraSMR-Laufwerken. Die Botschaft ist klar: In der KI-getriebenen Datenflut soll die Festplatte nicht nur überleben, sondern als leistungsstarke, kostengünstige Basis weiterhin eine zentrale Rolle spielen.


