Wehrdienstreform stellt Personalabteilungen vor neue Herausforderungen
07.01.2026 - 01:11:11
Seit Jahresbeginn müssen sich Unternehmen auf ungewisse Planung bei der Nachwuchsgewinnung einstellen. Grund ist das neue Wehrdienstmodernisierungsgesetz, das die verpflichtende Erfassung aller 18-jährigen Männer vorsieht. Für HR-Abteilungen bedeutet das eine zusätzliche Variable im Wettbewerb um junge Talente.
Erfassungsbögen gehen Mitte Januar an Jahrgang 2008
Die Reform wird für den Jahrgang 2008 in wenigen Tagen konkret. Ab Mitte Januar versendet das Verteidigungsministerium die digitalen Erfassungsbögen. Für junge Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, Frauen können freiwillig teilnehmen. Der Fragebogen erhebt Daten zu Fitness, Bildungsstand und Motivation für einen Dienst. Personalexperten sehen darin den ersten Schritt, der die Karriereplanung Jugendlicher beeinflussen könnte.
Die Bundeswehr tritt dabei als finanziell starker Konkurrent auf. Ein attraktiver Sold von über 2.000 Euro netto plus Zusatzleistungen wie Führerscheinkosten setzt Maßstäbe, mit denen viele Ausbildungsbetriebe im ersten Lehrjahr kaum mithalten können.
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Planungsunsicherheit für Ausbildungsbetriebe 2026
Die größte Sorge der Wirtschaft ist die mangelnde Planbarkeit. Zwar bleibt der Wehrdienst freiwillig, doch das Gesetz enthält eine „Bedarfswehrpflicht“ als Hintertür. Sollten sich nicht genug Freiwillige finden, könnte der Druck auf die Jahrgänge steigen.
Für Betriebe ergeben sich zwei Hauptrisiken: Zum einen könnten geeignete Kandidaten entscheiden, vor Ausbildungsbeginn sechs bis zwölf Monate Dienst zu leisten – eine Art „Gap Year“ in Uniform. Zum anderen positioniert sich die Bundeswehr gezielt als attraktiver Arbeitgeber, der auch technische und medizinische Qualifikationen fördert.
Industrieverbände warnen vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels. Besonders Handwerk und technische Berufe konkurrieren um dieselbe Zielgruppe. Arbeitgeberpräsidenten betonten Ende 2025 zwar die Sicherheitsverantwortung der Wirtschaft, pochten aber gleichzeitig auf dringend benötigte Planungssicherheit.
Gesellschaftliche Debatte beeinflusst Stimmungslage
Die Umsetzung verläuft nicht ohne Widerstand. Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Jens Lattke, kritisierte am 5. Januar insbesondere die Option der Bedarfswehrpflicht. Sie sei ohne breite Debatte als Hintertür eingebaut worden. Die Perspektiven der Jugend hätten zu wenig Gehör gefunden.
Diese Kritik ist für Unternehmen relevant, da sie die Stimmung der „Generation Z“ widerspiegelt. Personalabteilungen müssen darauf vorbereitet sein, dass Bewerber Fragen zum Umgang mit Dienstzeiten oder Freistellungen für Musterungstermine stellen.
Handlungsempfehlungen für die Personalplanung
Experten raten zu einer Anpassung der Recruiting-Strategien für 2026 und 2027. Entscheidend ist die frühzeitige Bindung von Talenten, idealerweise schon vor dem 18. Geburtstag durch Praktika oder Vorverträge. Flexible Ausbildungsstarts können Rückkehrern aus dem Wehrdienst einen nahtlosen Übergang ermöglichen. Im Bewerbungsprozess sind offene Gespräche über die Pläne der Kandidaten bezüglich der Musterung essenziell.
Die physischen Musterungen beginnen im Laufe des Jahres. Bis die Infrastruktur in den Kreiswehrersatzämtern vollständig läuft, wird noch Zeit vergehen. Bis dahin bleibt der Erfassungsbogen das beherrschende Thema in vielen Familien – und in den Personalabteilungen des Landes.
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