Waymo, Teenager

Waymo: Teenager fahren illegal mit Roboter-Taxis

20.01.2026 - 19:40:12

Eltern umgehen in San Francisco die Nutzungsbedingungen und setzen ihre Teenager in autonomen Waymo-Fahrzeugen ein, was eine Debatte über Sicherheit und Regulierung auslöst.

Eltern in San Francisco umgehen bewusst die Regeln und schicken ihre Kinder allein in fahrerlose Autos. Diese Praxis verstößt gegen die Nutzungsbedingungen und kalifornisches Recht – und entzündet eine Grundsatzdebatte über Sicherheit und Kontrolle.

Ein bequemer, aber verbotener Schulweg

Für gestresste Familien in der Tech-Metropole ist die Lösung verlockend: Statt selbst als Chauffer zu fungieren, buchen sie einfach ein autonomes Waymo-Taxi für ihre Teenager. Kinder ab 14 Jahren werden so zu Sport, Freunden oder Nachhilfe gefahren. Die Eltern verknüpfen dafür einfach ihr Konto mit dem Smartphone des Nachwuchses.

Die Praxis hat sich in manchen Kreisen normalisiert. Eltern loben die Bequemlichkeit und empfinden die Fahrt ohne fremden Menschen am Steuer sogar als sicherer als bei konventionellen Ride-Hailing-Diensten. Doch diese Bequemlichkeit ist illegal. Sowohl die Nutzungsbedingungen von Waymo als auch die Vorgaben der kalifornischen Regulierungsbehörde CPUC schreiben ein Mindestalter von 18 Jahren für alleinreisende Fahrgäste vor.

Anzeige

Regulierungsfragen und Haftungsrisiken bei autonomen Fahrzeugen sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Die EU‑KI‑Verordnung (seit 1. August 2024) legt neue Kennzeichnungs‑ und Dokumentationspflichten fest – für Städte, Anbieter und Betreiber können daraus erhebliche Anforderungen entstehen. Der kostenlose Leitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen jetzt gelten und wie Sie Ihr System rechtssicher einordnen und dokumentieren. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen

Doppelter Standard: In Arizona erlaubt, in Kalifornien verboten

Die Ironie: Waymo bietet genau diesen Service offiziell bereits an – aber nur in Phoenix, Arizona. Dort können Eltern über das „Teen Accounts“-Programm Konten für 14- bis 17-Jährige einrichten, Fahrten verfolgen und zentral bezahlen.

Das Unternehmen bestätigt das große Interesse aus San Francisco und arbeitet nach eigenen Angaben daran, Teenager-Konten auch anderswo anzubieten – sofern es die lokalen Gesetze erlauben. Der Weg zur Legalisierung in Kalifornien ist jedoch steinig. Die Regulierer stehen der Technologie äußerst skeptisch gegenüber.

Blackout legt Schwächen schonungslos offen

Diese Skepsis wurde durch einen dramatischen Vorfall Ende letzten Jahres befeuert. Während eines flächendeckenden Stromausfalls am 20. Dezember blieben Dutzende Waymo-Fahrzeuge hilflos in Kreuzungen stehen. Sie konnten die ausgefallenen Ampeln nicht interpretieren. Der Dienst musste vorübergehend eingestellt werden – ausgerechnet zu einer Zeit, in der viele Eltern ihre Kinder abholen lassen wollten.

Dieser Vorfall hat die Debatte neu entfacht. Eine Richterin der CPUC befragte Waymo kürzlich explizit zum Thema minderjährige Fahrgäste und verknüpfte dies mit der Leistung der Roboterautos während des Blackouts. Die Stadtverwaltung von San Francisco plant eigene Anhörungen zu dem Verkehrschaos. Hinzu kommen Proteste von Taxi- und Uber-Fahrern, die auf Sicherheitsvorfälle und unfaire Wettbewerbsbedingungen hinweisen.

Bequemlichkeit gegen staatliche Vorsicht

Der Konflikt in San Francisco zeigt das klassische Problem bei neuen Technologien: Die Nutzerakzeptanz läuft der Regulation davon. Für Eltern ist das fahrerlose Auto ein logistischer Problemlöser, der ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit vermittelt.

Die Behörden, angeführt von der Verkehrsbehörde SFCTA, pochen auf Vorsicht. Sie fordern einen schrittweisen, leistungsbasierten Ansatz für den Einsatz autonomer Fahrzeuge. Die zentrale Frage lautet: Ist die Technologie bereits robust genug, um die Sicherheit von alleinreisenden Minderjährigen zu garantieren – besonders in unvorhergesehenen Notsituationen?

Die anstehenden Anhörungen werden zeigen, wie viel Risiko San Francisco bereit ist zu akzeptieren. Bis dahin bleibt die Fahrt von Teenagern im Roboter-Taxi eine zwar populäre, aber illegale Grauzone.

Anzeige

PS: Die anstehenden Anhörungen zeigen, wie dringend klare Regeln für KI‑gestützte Verkehrssysteme sind. Wenn Sie wissen wollen, welche Kennzeichnungspflichten, Dokumentationspflichten und Fristen bei der EU‑KI‑Verordnung relevant sind – und wie Sie Risiken praktisch bewerten – hilft das kompakte Gratis‑E‑Book mit Umsetzungscheckliste und Praxistipps für Entwickler, Behörden und Entscheider. So sind Sie rechtlich vorbereitet und vermeiden teure Nachrüstungen. Kostenlosen KI‑Leitfaden sichern

@ boerse-global.de