Waymo startet Robotaxi-Tests im Londoner Großraum
18.01.2026 - 14:12:12Waymo bringt seine fahrerlosen Taxis nach Europa – und wählt mit London eine der härtesten Prüfstrecken der Welt. Seit Mitte Januar 2026 sind die weißen Jaguar I-PACE des Google-Schwesterunternehmens in zentralen und äußeren Stadtbezirken unterwegs. Es ist der erste große internationale Vorstoß des US-Marktführers für autonomes Fahren.
Der Schritt markiert eine strategische Zäsur. Nach der Eroberung von Städten wie Phoenix und San Francisco stellt sich Waymo nun der vielleicht größten Herausforderung: dem chaotischen, engen und historisch gewachsenen Straßennetz der britischen Hauptstadt. Noch sitzt ein Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, wie es die britischen Vorschriften für diese Testphase vorsehen. Das erklärte Ziel des Unternehmens bleibt jedoch ein vollständig fahrerloser kommerzieller Fahrdienst – und zwar schon bis zum Frühjahr 2026.
Das Testgebiet ist bewusst weit gefasst. Es umfasst 19 Bezirke plus die City of London, von dicht bebauten Innenstadtvierteln wie Westminster und Camden bis zu Wohnbezirken wie Greenwich oder Wandsworth. Diese geografische Streuung ist kein Zufall.
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London bietet das genaue Gegenteil zu den breiten, schachbrettartig angelegten Straßen amerikanischer Metropolen. Enge Gassen, komplexe Kreisverkehre und eine aggressive Fahrkultur sollen den „Waymo Driver“ – die firmeneigene KI-Steuerung der fünften Generation – an ihre Grenzen bringen. Die gesammelten Daten sind entscheidend. Sie zeigen, wie die KI mit britischen Besonderheiten zurechtkommt: dem Vorrang für Busse, Zebrastreifen und dem dichten Radverkehr.
Analysten deuten die Auswahl der Bezirke als „Hub-and-Spoke“-Strategie. Damit könnte Waymo später Pendlerströme von Wohngebieten zu Geschäftszentren bedienen – ein lukratives Geschäftsfeld.
Regulierung und Sicherheit im Fokus
Die Tests laufen unter strenger Aufsicht von Transport for London (TfL) und dem Verkehrsministerium. Die aktuellen Vorschriften erlauben autonomes Fahren nur mit Sicherheitsfahrer, der jederzeit eingreifen kann. Waymo betont, diese Spezialisten seien intensiv geschult.
Die britische Regierung hat autonomes Fahren als Wachstumssektor identifiziert und wirbt aktiv um Investitionen. Ein Erfolg von Waymo könnte die lokale Zuliefererkette stärken und hochqualifizierte Jobs schaffen. Doch für die geplante fahrerlose Zulassung im Frühjahr muss Waymo nachweisen, dass sein System in London sicherer ist als ein menschlicher Fahrer. Die Daten der aktuellen Testwochen sind dafür die Grundlage.
Wettbewerb und gespaltene Reaktionen
Waymos Ankunft heizt den ohnehin umkämpften Londoner Mobilitätsmarkt weiter an. Der Konkurrenzkampf um autonome Transportlösungen nimmt Fahrt auf. Der Ridehailing-Riese Uber verfolgt eigene Pläne, und das britische Startup Wayve testet bereits seine KI-gesteuerten Fahrzeuge.
Die Reaktionen der etablierten Branche sind gespalten. Tech-Enthusiasten und Behindertenverbände begrüßen die Aussicht auf einen rund um die Uhr verfügbaren Service. Verbände der traditionellen Black-Cab-Fahrer zeigen sich skeptisch. Sie fürchten um Jobs und bezweifeln, dass eine KI jemals das legendäre „Knowledge“ – den geografischen Gedächtnistest der Londoner Taxifahrer – ersetzen kann.
Der Weg zur Kommerzialisierung
Die kommenden Monate sind entscheidend. Die Anwohner werden immer mehr der unverkennbaren Fahrzeuge sehen. Waymo wird die Betriebsstunden und die Komplexität der Routen schrittweise erhöhen.
Hält der Zeitplan, könnte London noch 2026 zur ersten europäischen Stadt mit einem kommerziellen Robotaxi-Service dieses Kalibers werden. Ein Erfolg wäre mehr als nur ein technischer Sieg. Er wäre der Blaupause für die Eroberung weiterer europäischer Hauptstädte. Derzeit lernt der „Waymo Driver“ noch die Tücken des Londoner Verkehrs. Die Welt schaut zu, ob das Silicon Valley die britische Straße meistern kann.
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