Waymo, Robotaxi-Offensive

Waymo startet globale Robotaxi-Offensive mit neuem Modell „Ojai“

21.01.2026 - 15:32:12

Waymo will mit dem neuen Serienfahrzeug Ojai die kommerzielle Vermarktung vorantreiben und bis Ende 2026 eine Million Fahrten pro Woche erreichen. Die Expansion umfasst über 20 neue Städte weltweit.

Waymo will 2026 mit einem neuen Robotaxi-Modell weltweit expandieren und eine Million Fahrten pro Woche erreichen. Das Alphabet-Tochterunternehmen setzt damit auf Massenmarkt statt Nische.

Strategischer Schwenk zum Serienfahrzeug

Herzstück der Offensive ist das „Ojai“, ein von Grund auf für den autonomen Fahrdienst entwickeltes Elektrofahrzeug. Es ersetzt umgerüstete Serienmodelle wie den Jaguar I-Pace. Produziert wird das Fahrzeug vom chinesischen Hersteller Zeekr, einer Geely-Tochter. Die Wahl des kalifornischen Städtenamens soll US-Kunden vertraut erscheinen – die Zeekr-Marke ist dort kaum bekannt.

Das Fahrzeug trägt Waymos sechste Generation des autonomen Fahrsystems. Dazu gehören 13 Kameras, sechs Radarsensoren und vier Lidar-Einheiten. Entscheidend: Die Sensoren haben integrierte Heizungen, Scheibenwischer und Reinigungsdüsen. Damit soll das System auch bei Schnee und Eis zuverlässig funktionieren. Diese Allwettertauglichkeit ist essenziell für die geplante Expansion in den Nordosten der USA und nach Europa.

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Das ehrgeizige Ziel: Eine Million Fahrten wöchentlich

Bis Ende 2026 will Waymo eine Million bezahlte Fahrten pro Woche anbieten. Das wäre eine Verdreifachung gegenüber den 250.000 bis 450.000 wöchentlichen Fahrten Anfang 2026. Um dieses Ziel zu erreichen, peilt das Unternehmen die Erschließung von mehr als 20 neuen Städten an.

Die Expansion verläuft auf mehreren Kontinenten. In den USA läuft bereits der Testbetrieb in mehreren Südstaaten-Städten. Orlando könnte bereits im März 2026 den Vollbetrieb starten. Gleichzeitig zeigt ein Vorfall in San Antonio die anhaltenden Herausforderungen: Dort blieb ein Waymo-Fahrzeug mitten auf einer Kreuzung stehen. International sind Starts in London geplant. Zudem verhandelt Waymo über einen Markteintritt in Australien 2026.

Globale Ambitionen, lokale Hürden

Die internationale Expansion gewinnt an Fahrt. Innerhalb der letzten 48 Stunden berichteten Medien von beschleunigten Plänen für Australien. Waymo verhandelt demnach mit der Regierung von New South Wales und sucht Bürofläche in Sydney. Australien wäre damit nach Großbritannien und Japan einer der ersten internationalen Märkte.

Doch das schnelle Wachstum birgt Risiken. Jeder neue Markt erfordert die Anpassung an lokale Vorschriften und Umweltbedingungen. In Australien muss Waymo parallel zu den laufenden Gesprächen die Genehmigungen für Tests und Betrieb einholen. Die Regierung arbeitet derzeit an einem nationalen Sicherheitsgesetz für automatisierte Fahrzeuge. In den USA muss die Software weiterhin unvorhersehbare „Grenzfälle“ meistern – wie den Ausfall einer Ampel, der zum Stillstand in San Antonio führte.

Wettlauf um die Vorherrschaft im autonomen Fahren

Waymos Strategie markiert den Übergang von der Testphase zur kommerziellen Massenvermarktung. Die harte Zielvorgabe von einer Million Fahrten zeigt das Vertrauen in die eigene Skalierbarkeit. Das serienmäßige Ojai-Fahrzeug ist ein Schlüsselfaktor: Es verspricht kostengünstigere Produktion und einfachere Wartung als umgerüstete Fahrzeuge.

Die aggressive Expansion ist auch ein Wettbewerbszwang. Während Konkurrenten eigene Dienste starten und ausbauen, nutzt Waymo seinen Vorsprung, um Marktanteile zu sichern. Das Erreichen der Ziele für 2026 würde nicht nur erhebliche Einnahmen generieren. Es würde auch eine beispiellose Menge an Echtweltdaten liefern, um das Fahrsystem weiter zu verfeinern. Dieser Kreislauf könnte Waymos langfristige Führungsposition zementieren.

Das kommende Jahr wird zur Nagelprobe. Der reibungslose Rollout der Ojai-Flotte in zahlreichen neuen Städten wird der wichtigste Erfolgsindikator sein. Branchenbeobachter fragen sich: Kann Waymo die logistischen, regulatorischen und technischen Hürden einer so rasanten Expansion meistern? Die ersten Erfahrungen in internationalen Metropolen wie London und eventuell Sydney werden zeigen, wie anpassungsfähig die Technologie wirklich ist. Gelingt der Weg zur Million, könnte 2026 das Jahr werden, in dem Robotaxis weltweit vom Nischen- zum Mainstream-Produkt werden.

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