Waymo, Ojai

Waymo Ojai: Neuer Roboter-Taxi-Van soll US-Markt erobern

13.01.2026 - 20:13:12

Waymo stellt auf der CES 2026 seinen neuen, maßgeschneiderten Elektro-Van Ojai vor, der als Basis für die geplante Ausweitung des autonomen Fahrdienstes auf über 20 US-Städte dienen soll.

Waymo tauft seinen neuen Elektro-Shuttle für den landesweiten Ausbau des Robotaxi-Dienstes um – eine strategische Antwort auf die Unbekanntheit des chinesischen Herstellers Zeekr in den USA.

Las Vegas – Auf der Technikmesse CES 2026 hat Waymo, die Tochter von Alphabet, seinen neuen, speziell für den autonomen Fahrdienst konstruierten Van vorgestellt. Das Fahrzeug heißt künftig „Ojai“ und löst die bisherige Bezeichnung „Zeekr RT“ ab. Hinter der Namensänderung steckt eine klare Marketing-Strategie: Der chinesische Hersteller Zeekr ist dem US-Publikum kaum ein Begriff. Mit einem eigenständigen, einprägsamen Namen will Waymo Vertrauen aufbauen, während es seinen kommerziellen Fahrdienst 2026 massiv ausweitet. Der Name lehnt sich an eine Stadt in Kalifornien an.

Der Ojai markiert einen Wendepunkt für Waymo. Bislang setzte das Unternehmen auf umgerüstete Serienfahrzeuge wie den Jaguar I-Pace. Jetzt steigt es auf eine maßgeschneiderte Plattform um, die von Grund auf für den Roboter-Taxi-Betrieb entwickelt wurde. Der elektrische Van ist das Ergebnis einer dreijährigen Partnerschaft mit Zeekr, das zur chinesischen Geely-Gruppe gehört. Er soll zum Rückgrat der Expansion werden: Waymo plant, in diesem Jahr in über 20 weitere US-Städte zu expandieren.

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Vom Jaguar zum Van: Ein Fahrzeug nur für Passagiere

Der Ojai unterscheidet sich grundlegend von seinen Vorgängern. Statt eines umgebauten SUV ist er ein kompakter, kastenförmiger Elektro-Van. Das Design priorisiert Passagierkomfort und Barrierefreiheit. Gebaut wird das Fahrzeug auf Zeekrs SEA-M-Architektur, einer speziell für Mobilitätsdienste entwickelten Plattform.

Die Produktion folgt einem zweistufigen Prozess: Zeekr fertigt die Fahrzeugbasis in China. Anschließend werden sie in die USA verschifft. In einer Anlage in Arizona installiert Waymo dann seine eigene, sechste Generation des autonomen Fahrsystems samt aller Sensoren. Optisch fällt der Ojai durch eine silberne Lackierung auf – ein Unterschied zum bläulichen Ton der frühen Prototypen. Anders als erste Konzeptstudien zeigt das serienreife Modell ein Lenkrad. Diese pragmatische Lösung dürfte aktuellen Zulassungsvorschriften und Testanforderungen geschuldet sein.

Allwetter-Sensoren für die nationale Expansion

Das Herzstück des Ojai ist Waymos sechste Generation des „Driver“. Dieses komplett hausintern entwickelte System kombiniert Hardware und Software. Der Sensoren-Satz umfasst 13 Kameras, vier Lidar- und sechs Radar-Einheiten. Zusammen ermöglichen sie einen lückenlosen 360-Grad-Blick. Waymo betont, diese Konfiguration sei weniger komplex und kostengünstiger in der Herstellung, biete aber dennoch eine bessere Leistung.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Zuverlässigkeit bei jedem Wetter – eine Grundvoraussetzung für den Einsatz in verschiedenen Klimazonen der USA. Die Sensorgehäuse sind so konstruiert, dass sich kein Schnee oder Eis ansammeln kann. Zusätzlich sind sie mit Heizungen, Miniatur-Wischsystemen und einer Sprühvorrichtung ausgestattet, um sie von Schmutz und Niederschlag freizuhalten.

„Oh hi“ im Innenraum: Wie Waymo Vertrauen schaffen will

Die Umbenennung ist mehr als nur Kosmetik. Sie zielt direkt auf die Wahrnehmung der amerikanischen Öffentlichkeit ab. „Waymo Ojai“ soll vertrauenswürdiger und zugänglicher klingen als ein Fahrzeug mit einem unbekannten chinesischen Markennamen.

Dieser nutzerzentrierte Ansatz setzt sich möglicherweise im Innenraum fort. Berichten zufolge könnte das Fahrzeug Passagiere mit einem freundlichen „Oh hi“ begrüßen – ein Wortspiel mit der Aussprache von „Ojai“ – gefolgt vom Namen des Fahrgasts. Solche Details unterstreichen, dass Waymo über die rein technischen Herausforderungen der Autonomie hinausdenkt. Es geht auch um einen komfortablen und vertrauensvollen Service. Erste Testfahrten laufen bereits: Waymo-Mitarbeiter und ihre Familien können den Ojai in San Francisco und Phoenix per App ordern.

Analyse: Reifeprüfung für Waymos Geschäftsmodell

Die Einführung des Ojai zeigt, dass Waymo den Schritt vom Forschungsprojekt zum kommerziellen Großunternehmen vollzieht. Das maßgeschneiderte Fahrzeug ermöglicht optimierte Betriebskosten und ein besseres Passagiererlebnis. Doch die Partnerschaft mit einem chinesischen Hersteller birgt Risiken. Die Fertigung in China könnte Waymo in geopolitische Spannungen und Lieferkettenprobleme verwickeln. Auch drohende US-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge sind ein Unsicherheitsfaktor. Wie Waymo diese Hürden bei Homologation und Import meistern will, bleibt vorerst offen. Die Markenumstellung hilft, von den chinesischen Produktionsursprüngen abzulenken und stattdessen die eigene Technologie in den Vordergrund zu stellen.

Ambitionierte Ziele: Über 20 neue Städte im Visier

2026 soll das Jahr der großen Expansion werden. Waymo will von derzeit fünf Metropolregionen in über 20 neue US-Städte vordringen. Der Ojai wird dabei die Speerspitze bilden und nach und nach in verschiedenen Märkten den Betrieb aufnehmen. Unter den für die Expansion genannten Städten sind Dallas, Denver, Las Vegas und Miami. Wenn diese speziell gebauten Robotaxis auf die Straße kommen, steht nicht nur die autonome Technik auf dem Prüfstand. Es wird sich zeigen, ob Waymo es schafft, einen landesweit akzeptierten und genutzten Transportdienst zu etablieren.

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