Waymo, Ojai

Waymo Ojai: Neuer Roboter-Taxi kommt 2026 in über 20 Städte

07.01.2026 - 20:24:12

Waymo stellt auf der CES in Las Vegas sein erstes Serienfahrzeug für den autonomen Fahrdienst vor. Der „Ojai“ markiert den Übergang vom umgerüsteten Jaguar zum maßgeschneiderten Roboter-Taxi – und soll die Expansion in mehr als 20 neue Städte vorantreiben.

Bisher setzte das Alphabet-Tochterunternehmen auf umgebaute Jaguar I-Pace. Der neue Waymo Ojai, entwickelt mit dem chinesischen Hersteller Zeekr, ist dagegen von Grund auf für den Fahrgastbetrieb konzipiert. Das zeigt sich im Design: Statt einer Fahrerkabine gibt es einen großzügigen Innenraum mit Schiebetüren, flachem Boden und niedrigem Einstieg. Der Name „Ojai“ – eine Stadt in Kalifornien – soll bei US-Kunden Vertrauen wecken, für die die Marke Zeekr unbekannt ist.

Die Fahrzeuge werden in China gefertigt, doch die entscheidende Technikintegration findet in den USA statt. In Mesa, Arizona, rüstet Waymo die Fahrgestelle mit seiner proprietären Sensorik und der KI-Software „Waymo Driver“ aus. So umgeht das Unternehmen hohe Zölle auf komplette Elektrofahrzeuge aus China und behält die Wertschöpfung im Land.

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Die Technik: Weniger Sensoren, mehr Leistung

Der Ojai bringt Waymos sechste Generation der autonomen Hardware auf die Straße. Das Ziel: höhere Leistung bei deutlich geringeren Kosten. Das neue System kommt mit nur noch 13 Kameras und vier LiDAR-Sensoren aus – die Vorgängergeneration im Jaguar benötigte noch 29 Kameras und fünf LiDARs.

Trotz der Reduktion verspricht Waymo eine 360-Grad-Rundumsicht und eine zuverlässige Erfassung von Objekten in bis zu 500 Metern Entfernung. Eine entscheidende Neuerung sind selbstreinigende Sensoren. Sie sind die Voraussetzung für den geplanten Einsatz in Winterregionen wie Detroit, Minneapolis und Boston.

Strategische Expansion mit 2000 neuen Fahrzeugen

Die Einführung des Ojai ist der Startschuss für eine aggressive Expansionsstrategie. 2026 will Waymo seinen Dienst in über 20 weiteren US-Städten anbieten. Bis Jahresende sollen rund 2000 Ojai-Fahrzeuge die Flotte verstärken. Sie werden zunächst in bestehenden Märkten wie Phoenix, San Francisco und Los Angeles zum Einsatz kommen, dann neue Gebiete erschließen.

Das Fahrzeug ist für den Dauerbetrieb im Ride-Hailing optimiert: langlebig, wartungsfreundlich und mit einem CCS-Ladeanschluss für die bestehende Ladeinfrastruktur ausgestattet. Die Partnerschaft mit Zeekr erlaubt es Waymo, sich auf seine Kernkompetenz – die KI-Software – zu konzentrieren, ohne eigene Fabriken bauen zu müssen.

Marktvorreiter unter Druck

Waymo ist derzeit der einzige Anbieter, der in mehreren US-Großstädten einen vollständig fahrerlosen kommerziellen Dienst betreibt. Mit dem Ojai reagiert das Unternehmen auf Kritik an früheren Umbauten. Ohne Lenkrad und Pedale entsteht mehr Platz für Fahrgäste, und die Sensoren sind sauber in die Karosserie integriert – weg vom aufgesetzten Testfahrzeug-Look.

Doch der Wettbewerb schläft nicht. Konkurrenten wie Tesla und Zoox treiben eigene Roboter-Taxi-Pläne voran. Zudem bleibt die Abhängigkeit von einem chinesischen Fahrzeughersteller ein politisches Risiko. Waymo setzt darauf, dass die finale Wertschöpfung in den USA diesen Makel relativiert.

Der lange Weg in den Winter

Aktuell testet Waymo die Wintertauglichkeit des Ojai bereits in New York und Michigan. Gelingt der Beweis, steht der Expansion in den Nordosten und Mittleren Westen der USA nichts mehr im Weg. Der Ojai symbolisiert damit einen Reifeprozess: Vom Technologie-Experiment wird der autonome Fahrdienst zum standardisierten, massentauglichen Produkt. Die Jaguar-Flotte wird den neuen Wagen zunächst noch begleiten, doch der Ojai ist die Zukunft – und soll das Gesicht der Marke Waymo werden.

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