Waymo-Ausbau, San

Waymo-Ausbau: San Diego wehrt sich gegen Roboter-Taxis

16.01.2026 - 18:30:12

Der Verkehrsverbund von San Diego stellt sich gegen den unkontrollierten Ausbau von Waymos autonomen Taxis. Die Stadt fordert Mitsprache bei der Zulassung der Fahrzeuge.

San Diego – Der Konflikt um die Zukunft des Stadtverkehrs in Kalifornien spitzt sich zu. Das Direktorium des San Diego Metropolitan Transit System (MTS) hat mit überwältigender Mehrheit gegen eine uneingeschränkte Expansion des Roboter-Taxi-Dienstes Waymo gestimmt. In einer 12-zu-1-Entscheidung forderte das Gremium am Donnerstag, dass Städte direkte Kontrolle über den Einsatz der fahrerlosen Fahrzeuge erhalten müssen.

Die Resolution richtet sich gegen die kalifornischen Landesbehörden CPUC und DMV, die bisher allein über die Zulassung autonomer Fahrzeuge entscheiden. “Wir fordern den Gesetzgeber und Gouverneur Newsom auf, den Kommunen die Hoheit über ihre eigenen Straßen zurückzugeben”, erklärt Sean Elo-Rivera, Stadtrat und MTS-Vorstandsmitglied, der den Vorstoß initiierte. Der Schritt folgt auf Waymos Ankündigung vom November 2025, den Dienst in San Diego starten zu wollen.

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Im Kern geht es um die Frage der Zuständigkeit. Lokale Politiker kritisieren, dass Entscheidungen der Landesbehörden die Autorität der Städte aushebeln. Sie fürchten, ohne Einfluss auf Sicherheitsfragen, Verkehrsmanagement und wirtschaftliche Folgen zu bleiben.

Als Teil des Protests wird der MTS offizielle Einwände bei CPUC und DMV gegen Waymos Anträge einreichen. Zudem unterstützt der Vorstand ein mögliches Verbot autonomer Fahrzeuge am Flughafen von San Diego. Dies soll die öffentliche Sicherheit und Arbeitsplätze im Bodenverkehr schützen. Immer mehr kalifornische Städte teilen die Sorge, bei der Regulierung der Zukunftstechnologie übergangen zu werden.

Sorge um Arbeitsplätze treibt Widerstand

Ein Hauptgrund für den Widerstand ist die Furcht vor Jobverlusten. Elo-Rivera, der auch den Taxi-Beirat des MTS leitet, verweist auf das Risiko für Tausende Beschäftigte. Taxi-, Fahrdienst- und Lieferfahrer könnten durch die Technologie verdrängt werden.

Gewerkschaften wie die United Taxi Workers of San Diego unterstützen die Haltung des Verkehrsverbunds. “Waymos fahrerlose Autos sind unfairer Wettbewerb”, argumentiert Unionspräsident Mikhail Hussein. Er fordert eine breite öffentliche Debatte, bevor autonome Fahrzeuge den Betrieb aufnehmen. Die Befürworter der Resolution betonen: Es geht nicht um Technologiefeindlichkeit, sondern um den Schutz von Arbeitnehmern und Sicherheitsstandards.

Konflikt zwischen Innovation und Lokalhoheit

Waymo, ein Tochterunternehmen von Alphabet (Google), betont seine Kooperationsbereitschaft mit lokalen Behörden und Rettungskräften. Bei der Expansionankündigung wurde das Unternehmen noch von Bürgermeister Todd Gloria begrüßt, der die Technologie als Chance für barrierefreieren und nachhaltigeren Verkehr sah.

Doch nun reiht sich San Diego in die Liste der kalifornischen Städte ein, die den staatlichen Regulierungsprozess ablehnen. Die endgültige Entscheidung über Waymos Ausbau liegt jedoch weiterhin bei der CPUC. Die Behörde hat in der Vergangenheit stets ihre Autorität in diesen Fragen bekräftigt.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Proteste der Stadt Gehör finden. Die CPUC muss die Position San Diegos zwar prüfen, ist aber nicht an sie gebunden. Der Konflikt könnte wegweisend sein für die Frage, wie viel Mitspracherecht Kommunen bei der Transformation ihrer Städte haben – nicht nur in Kalifornien, sondern in den gesamten USA.

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