WattPredictor: KI-Tool soll Energieprognosen revolutionieren
20.01.2026 - 18:24:12Das Fraunhofer-Institut IOSB-AST hat eine KI-Lösung für präzise Energievorhersagen vorgestellt. Sie soll Netzbetreibern helfen, die volatile Energiewende zu meistern.
Ilmenau, 20. Januar 2026 – Die Energiewende stellt Netzbetreiber vor immense Herausforderungen: Wie plant man verlässlich, wenn Sonne und Wind unberechenbar sind und die Nachfrage schwankt? Eine Antwort darauf kommt jetzt aus Thüringen. Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) hat WattPredictor vorgestellt. Dieses KI-gestützte Tool soll präzise Prognosen für Strom-, Gas-, Wärme- und Kältenetze liefern.
KI-Kern für komplexe Netze
Im Zentrum des neuen Systems steht eine leistungsstarke Analyse-Engine. Sie verarbeitet riesige Datenmengen, um Verbrauch und Erzeugung vorherzusagen. Dabei berücksichtigt der Algorithmus nicht nur Kalenderlogik wie Werktage oder Feiertage. Er integriert auch externe Faktoren wie Wetterdaten und Marktpreise. Diese vielschichtige Analyse ermöglicht hochgenaue Zeitreihenprognosen – die Grundlage für ein stabiles Netzmanagement.
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„Wir haben unsere jahrelange Expertise aus Forschung und Industrieprojekten in WattPredictor gebündelt“, sagt Dr. Stefan Klaiber, Gruppenleiter für Sektorübergreifende Energiesysteme am Fraunhofer IOSB-AST. Er ist überzeugt, dass die Analysen auch bei kundenspezifischen, komplexen Anwendungen zuverlässig präzise Ergebnisse liefern.
Antwort auf die volatile Energiewende
Die Einführung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die europäischen Energiemärkte durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel. Liberalisierung und der rasante Ausbau dezentraler Erneuerbarer Energien machen die Systeme volatiler denn je. Genau hier setzt WattPredictor an.
Das Tool kann etwa Verbrauchsprofile in dynamischen Tarifmodellen prognostizieren oder die wachsende Komplexität durch E-Auto-Ladestrom berechnen. Weitere Anwendungsfälle sind die Optimierung von Fernwärme-Prognosen und die Verwaltung von Differenzbilanzkreisen für Industrie und Kommunen. Es ist direkt in die bestehende Software-Plattform EMS-EDM PROPHET® des Fraunhofer-Instituts integriert und benötigt keine zusätzliche Drittsoftware.
Erste Praxistests laufen bereits
Die Theorie hat den Praxistest schon begonnen. Zu den ersten Anwendern gehört der deutsche Netzbetreiber SWE Netz GmbH. „Die Implementierung von WattPredictor ermöglicht es uns, genauere Netzlastprognosen über einen weiteren Zeithorizont zu generieren“, zeigt sich Geschäftsführer Frank Heidemann mit den ersten Ergebnissen zufrieden.
Durch die Automatisierung komplexer Prognoseprozesse und verbesserte Genauigkeit positioniert sich die Lösung als wichtiges Werkzeug für Versorger, Netzbetreiber und Energiehändler. Als Teil der modularen PROPHET®-Plattform soll es alle Marktteilnehmer von der Erzeugung bis zum Vertrieb unterstützen.
Die Zukunft der KI-gesteuerten Energieprognose ist auch Thema auf der Fachmesse E-world energy & water vom 10. bis 12. Februar 2026 in Essen. Dort will das Fraunhofer-Institut mit Branchenvertretern über weitere Anwendungsfälle und Optimierungspotenziale diskutieren. Klar ist: Tools wie WattPredictor werden entscheidend sein, um die Energieversorgung der Zukunft stabil, effizient und wirtschaftlich zu gestalten.
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