Warschau bewirbt sich als Sitz der neuen EU-Zollbehörde
22.01.2026 - 14:14:12Warschau will die neue Europäische Zollbehörde (EUCA) beherbergen und hat seine Bewerbung im EU-Parlament präsentiert. Die polnische Hauptstadt setzt dabei auf die Synergie mit der bereits dort ansässigen Grenzschutzagentur Frontex.
Der stellvertretende Außenminister Ignacy Niemczycki warb am Mittwoch in Straßburg für den Standort. Er betonte Polens leistungsfähige Steuerverwaltung und die moderne digitale Infrastruktur Warschaus. Das zentrale Argument: Die räumliche Nähe zu Frontex würde die Zusammenarbeit zwischen Grenzschutz und Zoll zu einem starken Bollwerk für die EU-Außengrenzen verschmelzen.
Neun Städte im Wettstreit um milliardenschwere Behörde
Die Konkurrenz ist groß. Neben Warschau bewerben sich acht weitere EU-Städte: Lüttich (Belgien), Málaga (Spanien), Lille (Frankreich), Zagreb (Kroatien), Rom (Italien), Den Haag (Niederlande), Porto (Portugal) und Bukarest (Rumänien). Die Europäische Kommission hat bereits eine technische Bewertung aller Bewerber vorgelegt. Diese prüft Kriterien wie Erreichbarkeit, Schulangebot für Angestelltenkinder und die geplante Aufbauzeit.
Der Standort ist politisch und wirtschaftlich hoch bedeutsam. Die siegreiche Stadt erhält nicht nur hochrangige Verwaltungsjobs, sondern auch Einfluss auf die künftige europäische Handelspolitik. Die Lobbyarbeit läuft auf Hochtouren.
Passend zum Thema EU-Zolldatenhub: Viele Zollanmeldungen scheitern bei der ersten Prüfung – Fehler kosten Zeit und Geld. Ein kostenloses Praxis‑E‑Book erklärt Feld für Feld, wie Sie Ihre Zollanmeldung korrekt ausfüllen, typische Fallstricke vermeiden und Lieferungen ohne Verzögerung durch den Zoll bringen. Es enthält Praxisbeispiele, Checklisten und eine Schritt‑für‑Schritt‑Vorlage, die Ihnen das Reporting an zentrale Datenplattformen erleichtert. Ideal für Zollabteilungen, Logistiker und Exportverantwortliche. Zollanmeldung: Feld‑für‑Feld‑Anleitung jetzt herunterladen
EUCA soll Zollunion revolutionieren
Die neue Behörde ist das Herzstück der größten Reform der EU-Zollunion seit 1968. Ihre Hauptaufgabe wird der Betrieb eines zentralen EU-Zolldatenhubs sein. Diese digitale Plattform soll die bisherigen, fragmentierten nationalen Systeme ersetzen.
Ziel ist ein effizienterer Umgang mit den Herausforderungen des globalen Handels. Der Datenhub soll konforme Unternehmen entlasten, gleichzeitig aber die Kontrolle bei risikobehafteten Waren – etwa im boomenden E-Commerce – verschärfen. Durch einheitliche, Echtzeit-Risikoanalysen erhofft sich die EU Milliardenersparnis bei Verwaltungskosten und höhere Einnahmen durch weniger Betrug.
Geopolitisches Signal erwartet
Experten deuten die Standortwahl als strategisches Signal. Ein Sitz in Warschau oder Bukarest würde die Bedeutung der östlichen EU-Außengrenze unterstreichen – besonders für Handelsrouten aus der Ukraine und die Überwachung von Sanktionen. Westeuropäische Bewerber wie Den Haag oder Lille argumentieren hingegen mit der Nähe zu großen Logistikdrehscheiben und etablierten internationalen Institutionen.
Die Einrichtung der EUCA soll eine zentrale Schwachstelle des Binnenmarkts beheben: die uneinheitliche Anwendung von Zollvorschriften in den Mitgliedstaaten. Unternehmen klagten lange über „Port Shopping“, bei dem Importeure den Grenzposten mit den laschesten Kontrollen ansteuerten.
Entscheidung in den kommenden Monaten
Nach den Präsentationen und der Bewertung der Kommission liegt die Entscheidung nun beim Europäischen Parlament und dem Rat. Die Abstimmung über den Sitz wird in den kommenden Monaten erwartet, noch vor Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens.
Für Warschau wäre der Zuschlag ein großer diplomatischer Erfolg und würde den Status als wichtiger EU-Verwaltungsstandort festigen. Doch mit starken Mitbewerbern wie dem von Paris unterstützten Lille und Rom bleibt der Ausgang des Rennens offen.
PS: Wer sich auf die künftigen EU‑Zolldatenhubs vorbereitet, sollte die Praxis der Zollanmeldung beherrschen. Der Gratis‑Leitfaden zur Zollanmeldung liefert nicht nur eine Ausfüllhilfe, sondern auch Praxistipps zur Warentarifierung, Lieferantenerklärungen und zur digitalen Übergabe an zentrale EU‑Systeme. Mit den enthaltenen Checklisten können Sie Grenzprozesse beschleunigen, Verzögerungen minimieren und Bußgeldrisiken senken. Perfekt für Unternehmen, die von den Standortentscheidungen der EU direkt betroffen sind. Gratis-Report & Checklisten zur Zollanmeldung sichern


