Warnstreik, Berlins

Warnstreik legt Berlins Kitas und Schulen lahm

11.02.2026 - 21:09:12

Ein bundesweiter Warnstreik legt Kitas und Schulen in Berlin lahm, während die Gewerkschaften vor der entscheidenden Verhandlungsrunde mit den Ländern Druck aufbauen.

Erneut müssen tausende Berliner Familien ihre Kinder kurzfristig betreuen – ein Warnstreik im öffentlichen Dienst hat den Kitabetrieb und Schulunterricht massiv eingeschränkt. Die Gewerkschaften erhöhen so den Druck vor der entscheidenden Verhandlungsrunde mit den Ländern.

Der Ausstand am Mittwoch war Teil einer bundesweiten Protestwelle. Ver.di und die GEW riefen Beschäftigte auf, die Arbeit niederzulegen. Zehn landeseigene Kitas blieben komplett geschlossen, 65 boten nur Notbetreuung an. An den Schulen fiel der Unterricht für tausende Schüler aus.

Tarifkonflikt eskaliert vor dritter Verhandlungsrunde

Die Gewerkschaften werfen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine Blockadehaltung vor. Auch nach zwei Verhandlungsrunden liege kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor. Die dritte und möglicherweise entscheidende Runde beginnt heute in Potsdam.

Die Forderungen sind klar: Sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Für Auszubildende sollen es 200 Euro mehr sein. Die Gewerkschaften argumentieren mit den hohen Reallohnverlusten der vergangenen Jahre. Die Inflation habe die Gehälter stark entwertet.

Kundgebung in Potsdam soll Druck erhöhen

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, versammelten sich tausende Streikende aus Berlin und Brandenburg zu einer zentralen Demonstration am Verhandlungsort. Die Stimmung war entschlossen. Gewerkschaftsvertreter kritisierten die Haltung der Länder scharf und forderten eine angemessene Wertschätzung der Arbeit im öffentlichen Dienst.

Die Arbeitgeberseite hält dagegen. Die Forderungen seien schlicht nicht finanzierbar. Die Personalkosten der Länder lägen bereits jetzt bei fast 50 Prozent der Steuereinnahmen. Ein konkretes Gegenangebot wurde bislang nicht vorgelegt.

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Eltern fordern Verlässlichkeit und Planbarkeit

Für die Familien bedeutet der Streik puren Organisationsstress. Viele standen vor verschlossenen Türen und mussten spontan Betreuungslösungen finden. Der Landeselternausschuss der Kitas in Berlin zeigte zwar Verständnis für die Anliegen des Personals, forderte aber zugleich eine zügige Einigung.

Kinder bräuchten Verlässlichkeit, Eltern Planbarkeit – beides werde durch die wiederholten Arbeitsniederlegungen massiv beeinträchtigt. Die kommenden Tage in Potsdam werden zeigen, ob eine Einigung gelingt. Sollte sie ausbleiben, drohen weitere und möglicherweise schärfere Streikmaßnahmen.

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