Wahnsinn um Michaël Borremans: Warum diese Bilder so verstörend gut – und so teuer – sind
05.02.2026 - 05:11:20Alle reden über diese Kunst – ist das genial oder kann das weg?
Erst siehst du nur ein schönes, fast altmeisterliches Gemälde. Dann merkst du: Irgendwas stimmt hier überhaupt nicht. Genau da beginnt die Welt von Michaël Borremans.
Der belgische Maler ist gerade einer der spannendsten Namen im internationalen Kunst-Hype: klassischer Look, aber psychotischer Vibe. Seine Bilder wirken wie Stills aus einem Horrorfilm, gemalt wie ein Rembrandt-Remix – und sammeln im Auktionssaal Rekordpreise im Millionenbereich.
Wenn du auf Kunst stehst, die dich noch Tage später verfolgt, dann ist Borremans dein neuer Obsession-Kandidat.
Das Netz staunt: Michaël Borremans auf TikTok & Co.
Borremans ist eigentlich kein typischer Social-Media-Künstler. Kein Neon, keine NTF-Spielchen, kein offensichtlicher Meme-Faktor. Und trotzdem: Seine Werke landen immer wieder in Reels, Art-Toks und Mood-Videos.
Warum? Weil seine Bilder aussehen wie Vintage-Filmstills aus einem verlorenen Horror-Drama: Menschen in seltsamen Posen, abgeschnittene Körper, Masken, Stoffe, Rauch. Alles wirkt vertraut – und gleichzeitig komplett falsch. Genau dieses Uncanny-Feeling triggert die Kommentarspalten.
Typische Reaktionen unter den Clips: „Das würde ich nie in mein Schlafzimmer hängen“, „Warum habe ich Angst vor Ölmalerei?“ oder „Sieht aus wie ein stiller Albtraum“. Viele feiern ihn als Meister der subtilen Verstörung, andere fragen, ob man für so viel Düsterkeit wirklich so viel Geld ausgeben muss.
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Der Mann malt seit den 90ern, hat aber vor allem in den letzten 15–20 Jahren seinen Status als Blue-Chip-Künstler zementiert. Drei wichtige Werke, die du kennen solltest:
- „The Angel“ (2005)
Eine Frau (oder ist es ein Mann?) im schlichten Kleid, die Augen geschlossen, der Hintergrund neutral. Klassisch gemalt, fast zart. Und trotzdem: Eine unklare, bedrohliche Spannung liegt in der Luft. Dieses Bild ist so ikonisch, dass es immer wieder in Ausstellungen, Büchern und Art-Memes auftaucht. Es wirkt wie ein ruhiger Traum, der kurz davor ist, zum Albtraum zu kippen. - „The Feeding“ und andere Gruppenszenen
Borremans liebt merkwürdige Rituale: Menschen um einen Tisch, seltsame Handlungen, niemand lächelt, niemand erklärt irgendwas. Die Figuren stehen da wie Schauspieler*innen in einem geheimen Theaterstück. Viele dieser Werke funktionieren wie Cliffhanger in Serie: Du willst wissen, was kurz davor oder danach passiert ist – erfährst es aber nie. - „Fire from the Sun“ (Serie)
Seine vermutlich kontroverseste Reihe: kleine nackte Kinder in einer blutroten Szenerie, teilweise mit Blutspuren. Kein klares Narrativ, nur eine ultrastarke Unruhe. Die Bilder wurden u. a. in sozialen Netzwerken diskutiert, weil sie brutal, ambivalent und schwer erträglich sind. Kunstfans feiern die malerische Meisterschaft, andere finden: zu hart, zu viel.
Daneben gibt es Videoarbeiten und Zeichnungen, die denselben Vibe haben: stille Gewalt, unterdrückte Emotion, ständig das Gefühl, dass gleich etwas Unheimliches passiert. Wenn du Horrorfilme wie „Hereditary“ oder „The Witch“ liebst, trifft dich Borremans genau im richtigen Nerv.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Ist das jetzt nur Kunst-Hype oder echte Investment-Story? Der Markt sagt ziemlich klar: Borremans ist Blue Chip.
In den großen Auktionshäusern – etwa bei Sotheby's und Christie's – wurden seine Leinwände schon für hohe sechsstellige bis niedrige siebenstellige Beträge zugeschlagen. Je nach Motiv, Format und Entstehungsjahr erzielen wichtige Werke Summen im Bereich von mehreren hunderttausend bis über eine Million Euro. Der Begriff „Millionen-Hammer“ fällt bei seinem Namen nicht zufällig immer wieder.
Wichtig: Die ganz großen Preise werden für monumentale Gemälde und Schlüsselwerke aus den 2000ern und frühen 2010ern gezahlt. Kleinere Arbeiten auf Papier, Studien oder weniger prominente Bilder liegen deutlich darunter – sind aber für viele Sammler*innen der Einstieg in den Borremans-Kosmos.
Sein Markt wird von ernsthaften Sammler*innen, Museen und ein paar sehr einflussreichen Galerien getragen. Das spricht für eine relativ stabile Nachfrage, keine reine Social-Media-Blase.
Ein kurzer Blick auf seine Karriere-Highlights zeigt, warum:
- Geboren in Belgien, ausgebildet in der klassischen Maltradition, aber mit starkem Hang zur Film-ästhetik.
- Internationale Solo-Ausstellungen in wichtigen Museen und Institutionen, u. a. in Europa, den USA und Asien.
- Weltweit vertreten in bedeutenden Sammlungen – von großen Museen bis zu Power-Privatsammlungen.
- Repräsentiert von hochkarätigen Galerien wie Zeno X Gallery, die für sorgfältiges Placement und Preisstrategie bekannt sind.
Fazit für den Money-Check: Kein schneller Flip-Künstler, sondern langfristig etablierter Name. Wer hier investiert, spielt in einer Liga mit Menschen, die sonst auch Basquiat, Richter & Co. sammeln.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Wie steht es aktuell mit dem Must-See-Faktor im echten Leben? Große Museen und Galerien zeigen Borremans regelmäßig, aber nicht jede Saison gibt es eine neue Mega-Schau.
Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die explizit als neue große Solo-Show für die nächsten Monate öffentlich angekündigt sind. Viele seiner Werke hängen allerdings dauerhaft oder immer wieder in Sammlungspräsentationen von Museen und werden relativ kurzfristig in Gruppen-Ausstellungen eingebaut.
Wenn du checken willst, wo du gerade eine Chance auf einen real-life Borremans-Moment hast, lohnt sich ein Blick auf diese Seiten:
- Zeno X Gallery: Offizieller Galerie-Partner, aktuelle Infos zu Arbeiten, Messen & Projekten
- Offizielle Künstler- bzw. Projektseite: Hintergrundinfos, Ausstellungen, Publikationen
Pro-Tipp: Viele Sammler*innen und Art-Insider posten ihre Borremans-Spottings aus Museen auf Instagram & TikTok. Wenn du also einen Städte-Trip planst, such kurz den Museumstag durch – die Chancen stehen gut, dass irgendwo ein Öl-Gespenst von ihm lauert.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Borremans ist kein Künstler für schnelle "Ist das Kunst oder kann das weg?"-Jokes. Seine Bilder funktionieren wie psychologische Thriller in Öl: slow burn, dazwischen scheinbar nichts – und dann Bäm, Gänsehaut.
Für dich als Zuschauer*in bedeutet das:
- Wenn du Kunst willst, die sofort schön und easy ist: eher schwierig.
- Wenn du Bilder liebst, bei denen du dich unwohl fühlst und trotzdem nicht wegschauen kannst: Pflichtprogramm.
- Wenn du in Kunst investieren möchtest, die schon jetzt museal verankert ist und millionenschwere Auktions-Resultate hat: definitiv spannend – aber nur mit Profi-Beratung, denn die Preise liegen in einer ernsten Liga.
Unterm Strich ist der Hype um Michaël Borremans absolut nachvollziehbar: Er malt wie ein alter Meister, denkt wie ein Filmregisseur und trifft genau dieses zwiespältige Lebensgefühl zwischen Alltag und Abgrund.
Wenn du also das nächste Mal ein scheinbar ruhiges Porträt in deiner Timeline siehst und dein Bauch schreit „Irgendwas stimmt hier nicht“ – schau nach dem Namen unten rechts. Gute Chancen, dass da Michaël Borremans steht.


