Wahnsinn um Lorna Simpson: Warum diese Bilder gerade Kult – und verdammt teuer – sind
05.02.2026 - 20:09:57Alle reden über Lorna Simpson – und du so: Wer? Wenn du Kunst nur mit langweiligen Museen verbindest, mach dich bereit: Simpsons Bilder und Collagen knallen wie ein Musikvideo und reden über Rassismus, Identität und Beauty-Standards, ohne dir eine Moralpredigt zu halten.
Ihr Mix aus Vintage-Fotos, cooler Typo, Haarsträhnen, Eisblöcken und Celebrity-Faces hat sie zur Ikone der US-Kunstszene gemacht. Und ja: Auf Auktionen fallen inzwischen echte Millionen-Hämmer.
Die Fragen für dich: Ist das Kunst-Hype, Must-See – oder völlig overrated? Lass uns reingehen.
Das Netz staunt: Lorna Simpson auf TikTok & Co.
Simpson ist eigentlich seit den 80ern ein Star in Museen – aber im Netz dreht sich der Hype gerade neu hoch. Vor allem ihre großformatigen Collagen mit heftigen Afro-Hair-Silhouetten, Glitzerwolken und Popkultur-Schnipseln tauchen immer öfter in Feeds auf.
Ihr Style ist wie gemacht für die „Screenshots oder es ist nicht passiert“-Generation: starke Kontraste, klare Körper, dazu Wörter, die wie Schlagzeilen wirken. Viele Creator nutzen ihre Arbeiten als Mood-Boards für Themen wie Black Beauty, Female Empowerment oder Trauma.
In Kommentaren liest man alles: von „Masterpiece, I‘m screaming“ über „Das gehört in jede Uni“ bis zu „Das könnte auch ein gutes Album-Cover sein“. Genau da sitzt ihre Power: hochpolitisch, aber visuell sofort snackable.
Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:
Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen
Simpson ist keine „nur hübsche Bilder“-Künstlerin. Hinter den starken Visuals stecken oft ziemlich harte Storys über Rassismus, Sexismus, Erinnerungen und Körperbilder. Drei Key-Works, die du kennen solltest:
- „Waterbearer“ (1986):
- Eines ihrer berühmtesten frühen Fotos: Eine Schwarze Frau im Sommerkleid, die aus zwei Gefäßen Wasser ausgießt – dazu Textzeilen über Erinnerungen, die geglaubt oder ignoriert werden.
- Sieht minimal und ruhig aus, trifft aber mitten in die Diskussion um wer erzählen darf, was „wahr“ ist. Dieses Bild taucht ständig in Uni-Seminaren, Insta-Posts und Essays auf.
- „Guarded Conditions“ (1989):
- Eine Serie von Fotos, die denselben Körper von hinten in sechs Fragmenten zeigt – Arme verschränkt, Haut sichtbar, dazu der Text „sex attacks“.
- Es geht um die Dauer-Angespanntheit Schwarzer Frauen zwischen Sexualisierung und Gewalt. Heute wirkt das extrem aktuell: Viele sehen darin ein visuelles Vor-Statement der #MeToo-Debatte.
- „Ice“ & die Eisblöcke (2000er Jahre):
- Simpson hat ganze Installationen mit riesigen Eisblöcken gebaut, in denen Fotos eingefroren sind. Das sieht mega Instagram-tauglich aus – klar, halbtransparent, kühl, fast wie ein überrealer Filter.
- Thema: Wie Erinnerungen eingefroren, konserviert, aber auch kurz vorm Wegschmelzen sind. Auf Fotos von diesen Arbeiten landen ständig Handys im Bild – klassischer Must-Share-Moment.
Dazu kommen ihre Collagen aus den letzten Jahren: ausgeschnittene Modelle aus alten Afro-Frisuren-Magazinen, kombiniert mit kosmischen Landschaften, Tinte, Sprenkeln. Viele nennen das „Black Futurism zum Aufhängen“.
Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert
Auf dem Sekundärmarkt zählt Simpson längst zur Blue-Chip-Liga – also Künstler*innen, die große Museen sammeln und Auktionshäuser lieben.
Laut aktuellen Auktionsdaten (u.a. Phillips, Sotheby’s, Christie’s) liegen ihre Top-Zuschläge für wichtige Fotoarbeiten und Collagen im hohen sechsstelligen Bereich. Einzelne Werke haben bereits über die 500.000-Dollar-Marke geknackt, Tendenz: stabil bis steigend.
Gerade die ikonischen 80er- und 90er-Jahre-Arbeiten mit Text – also die Pieces, mit denen sie Kunstgeschichte geschrieben hat – gehen bei Sammler*innen als Sicherheits-Assets durch. Sie tauchen in großen Sammlungen wie MoMA, Tate oder Whitney auf und gelten als „Museum-Grade“.
Für jüngere Collagen und Editionen ist der Einstieg zwar deutlich günstiger, aber auch hier reden wir über einen Markt, der von Top-Galerien kontrolliert wird. Sprich: kein Spekulations-Spielplatz, sondern seriöse Kunst-Investments, wenn dein Budget weit genug oben ansetzt.
Ihr Weg dahin ist ziemlich massiv:
- Aufgewachsen in Brooklyn, Kunststudium an Elite-Unis, früh Fotografie + Text kombiniert.
- Durchbruch in der US-Kunstszene mit ihren inszenierten Foto-Tableaus über Schwarze Identität – zu einer Zeit, in der fast nur weiße Künstler gezeigt wurden.
- Teilnahme an wichtigen Biennalen, Solo-Shows in großen Museen, heute in praktisch jeder zeitgenössischen Kunstgeschichte vertreten, wenn es um Black Feminist Art geht.
- Repräsentanz durch Top-Galerien wie Hauser & Wirth – das ist im Kunstmarkt so etwas wie ein Blue-Check.
Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen
Wenn du Simpsons Werke nicht nur durch Handy-Screens sehen willst, brauchst du Museums- oder Galerie-Realness. Aktuell gilt dabei:
Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die explizit und ausschließlich als große öffentliche Einzelausstellung von Lorna Simpson angekündigt sind. Viele ihrer Arbeiten hängen allerdings dauerhaft oder immer wieder in Dauerausstellungen großer Museen (vor allem in den USA und Europa), oft in Sammlungspräsentationen zu Fotografie, Black Art oder Feminismus.
Für den neuesten Stand lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Seiten:
- Offizielle Infos direkt bei der Künstlerin (Biografie, Projekte, News)
- Artist-Page bei Hauser & Wirth – hier posten die Shows, Messe-Auftritte und verfügbare Werke
Pro-Tipp: Viele große Häuser haben ihre Sammlungen online. Such dort einfach nach „Lorna Simpson“ – oft findest du Fotos, Raumansichten und manchmal sogar 360°-Rundgänge.
Fazit: Hype gerechtfertigt?
Wenn du nur bunte Dekowände suchst, ist Simpson vielleicht „zu ernst“ für dich. Aber wenn du Kunst willst, die optisch ballert und gleichzeitig politisch auflädt, ist sie kaum zu toppen.
Warum sie für die TikTok-Generation spannend ist:
- Ihre Bilder funktionieren wie starke Thumbnails: klare Figuren, starke Kontraste, Emotion – perfekt für Reels, Slideshows, Reaction-Videos.
- Inhaltlich liefert sie Themen, über die deine Bubble schon redet: Rassismus, Female Gaze, Haare, Körper, Trauma, Erinnerung.
- Und für alle, die vom nächsten „Kunst-Krypto-Wunderkind“ genug haben: Sie ist eine etablierte Größe mit langfristigem Wert.
Ob du jetzt sofort ein Werk kaufen kannst? Realistisch eher nicht, wenn dein Konto nicht in der Collector-League spielt. Aber:
- Du kannst dir Wissen und Geschmack aufbauen – Simpson ist ein Pflichtname, wenn du ernsthaft über zeitgenössische Kunst mitreden willst.
- Du kannst Prints, Kataloge oder Magazine suchen, in denen ihre Bilder abgedruckt sind – günstiger Einstieg, trotzdem Style.
- Und du kannst ihr Werk als Inspiration für eigene Fotos, Collagen, TikTok-Edits oder Zines nutzen – ohne cringe Copycat zu sein.
Unterm Strich: Ja, der Hype ist gerechtfertigt. Lorna Simpson ist nicht nur ein Name für Sammlerlisten und Museumswände, sondern eine Künstlerin, deren Bildsprache perfekt in unsere scrollende, reflektierende, manchmal überforderte Gegenwart passt.
Wenn du also das nächste Mal ein „Kunst oder kann das weg?“-Meme siehst: Bei Lorna Simpson ist die Antwort ziemlich klar – definitiv Kunst. Und zwar die Sorte, die bleibt.


