VW-Betriebsrat pocht auf Tarifhoheit bei Arbeitszeit-Flexibilisierung
01.02.2026 - 23:40:12Der Betriebsrat bei Volkswagen stellt sich gegen politische Vorstöße für flexiblere Arbeitszeiten. Echte Veränderungen dürfe es nur im Rahmen von Tarifverhandlungen geben, so die klare Ansage der Arbeitnehmervertretung. Diese Position sichert den Beschäftigten Stabilität und verhindert einseitige Entscheidungen des Managements.
Die Debatte entzündet sich an Forderungen, Arbeitszeitmodelle stärker an die schwankende Marktnachfrage anzupassen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu steigern. Der Betriebsrat lehnt Deregulierung nicht grundsätzlich ab, besteht aber auf den bewährten Weg der Tarifautonomie. „Flexibilität ja, aber nur zu den Bedingungen, die zwischen IG Metall und dem Unternehmen ausgehandelt werden“, lautet die unmissverständliche Botschaft.
Stabilität statt Symbolpolitik
Für die Arbeitnehmervertreter steht die Planbarkeit im Leben der Belegschaft an erster Stelle. Sie sehen in den politischen Forderungen oft reine Symbolpolitik. Die bestehenden Tarifverträge böten bereits ausreichend Spielraum, argumentieren sie. Instrumente wie Arbeitszeitkonten ermöglichten genug Anpassungsfähigkeit.
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Jede weitergehende Flexibilisierung müsse daher im Dialog und mit einem fairen Interessenausgleich erfolgen. Dieser konservative Ansatz ist auch eine Lehre aus vergangenen Konflikten. Die Geschlossenheit der Belegschaft habe sich damals als entscheidend erwiesen.
Unter Druck: Das „Road to 6.5“-Programm
Der Hintergrund der Diskussion ist das globale Effizienzprogramm „Accelerate Forward / Road to 6.5“. Volkswagen will bis 2026 eine Umsatzrendite von 6,5 Prozent erreichen und das Ergebnis um rund zehn Milliarden Euro verbessern. Alle Kosten stehen auf dem Prüfstand – auch die Personalkosten.
Bereits Ende 2023 einigten sich Unternehmens- und Arbeitnehmervertretung auf erste Maßnahmen. Ein Einstellungsstopp und erweiterte Altersteilzeit sollten die Kosten im Verwaltungsbereich senken. Der anhaltende Effizienzdruck führt nun zu neuen Debatten über die Produktion. Das Management sieht hier weitere Potenziale zur Kostensenkung.
Blaupause aus der Krise: Der Tarifabschluss 2024
Die Entschlossenheit des Betriebsrats speist sich aus einem jüngsten Erfolg. Im Herbst 2024 eskalierte der Konflikt, als der Vorstand erstmals seit Jahrzehnten Werksschließungen nicht mehr ausschloss. Massive Proteste, angeführt von Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo und der IG Metall, waren die Folge.
Nach wochenlangen Verhandlungen und Warnstreiks gelang im Dezember 2024 ein historischer Kompromiss. Ein Tarifpaket sicherte alle deutschen Standorte und verlängerte den Kündigungsschutz bis Ende 2030. Die Belegschaft machte Zugeständnisse, behielt aber das monatliche Entgelt. Dieser Abschluss gilt heute als Beweis: Selbst in der Krise sind Lösungen am Tariftisch möglich.
Machtbalance im Wandel
Das aktuelle Ringen ist mehr als Verhandlungstaktik. Es geht um die Grundfrage, wie der Wandel in der Autoindustrie gestaltet wird. Während das Management maximale unternehmerische Freiheit sucht, verteidigt der Betriebsrat das deutsche Modell der Sozialpartnerschaft.
Die klare Ansage zielt darauf ab, die Debatte von der politischen Bühne zurück an den Verhandlungstisch zu holen. Nur dort kann die Arbeitnehmerseite ihre Stärke ausspielen. Die Drohung mit Arbeitskampf unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage.
Weichenstellung für die Zukunft
Die Debatte steht erst am Anfang. Mit dem Näherrücken des Zieldatums 2026 wird der Druck auf das Management weiter steigen. Die nächste große Tarifrunde wird zum Schauplatz dieser grundlegenden Auseinandersetzung.
Der Ausgang wird nicht nur die Arbeitsbedingungen bei Volkswagen definieren. Er sendet auch ein Signal an die gesamte deutsche Industrie: Kann der Wandel sozialpartnerschaftlich gestaltet werden – oder setzen sich einseitige Interessen durch?
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