VPN-Krise: Kritische Lücken bei Palo Alto, Cisco und Fortinet gefährden Homeoffice
18.01.2026 - 11:23:12Die Sicherheitsbasis des modernen Homeoffice steht auf wackligen Füßen. Innerhalb weniger Tage mussten die IT-Sicherheitsriesen Palo Alto Networks, Cisco und Fortinet kritische Lücken in ihren VPN- und Netzwerkprodukten schließen. Die Schwachstellen könnten Angreifern die Kontrolle über Unternehmensnetzwerke geben oder die Fernarbeit lahmlegen – eine existenzielle Bedrohung für die mobile Arbeitswelt.
Angriff auf die Lebensadern des Homeoffice
Die Welle begann am 15. Januar 2026. Palo Alto Networks warnte vor einer hochriskanten Schwachstelle (CVE-2026-0227) in seiner GlobalProtect-Technologie, dem Rückgrat vieler Firmen-VPNs. Die Lücke mit einem CVSS-Score von 7,7 ermöglicht es Angreifern, den Dienst gezielt abzuschalten. Das hätte fatale Folgen: Tausende Mitarbeiter würden schlagartig vom Firmennetz getrennt, die Produktivität käme zum Erliegen. Ein Proof-of-Concept-Exploit existiert bereits – die Uhr tickt.
Nur einen Tag später folgte der nächste Schock. Cisco schloss endlich eine seit November 2025 aktive Zero-Day-Lücke (CVE-2025-20393). Diese maximalkritische Schwachstelle in Ciscos Secure Email Gateway erlaubt Angreifern die vollständige Übernahme des Systems mit Root-Rechten. Die chinesische Hackergruppe UAT-9686 nutzte sie monatelang unentdeckt, um Backdoors wie AquaShell und AquaTunnel zu installieren. Wer seine Systeme nicht sofort aktualisiert, muss von einer Kompromittierung ausgehen.
Passend zum Thema VPN‑ und Gateway‑Lücken: Der kostenlose E‑Book‑Report “Cyber Security Awareness Trends” erklärt kompakt, welche aktuellen Angriffsvektoren Unternehmen jetzt bedrohen — von Zero‑Day‑Exploits bis zu Ransomware‑Ketten. Praxisnahe Sofortmaßnahmen (Patch‑Management, Netzsegmentierung, erste Schritte zu Zero Trust) sowie eine Checkliste für IT‑Verantwortliche helfen, Ausfallrisiken schnell zu reduzieren. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide herunterladen
Fortinet unter doppeltem Beschuss
Parallel geriet auch Fortinet unter Druck. Seit dem 16. Januar wird eine kritische Lücke in FortiSIEM-Appliances (CVE-2025-64155) aktiv ausgenutzt. Unbefugte können darüber beliebige Befehle einschleusen. Bereits am 13. Januar hatte das Unternehmen eine weitere Remote-Code-Ausführungsschwachstelle in FortiOS gemeldet. Für IT-Teams bedeutet das: Sie müssen gleich mehrere Brände gleichzeitig löschen.
Die Timing-Konvergenz dieser Meldungen ist kein Zufall. Sie offenbart ein systemisches Risiko. Unternehmen haben ihre Abhängigkeit von VPN-Gateways in den letzten Jahren massiv erhöht. Jetzt zeigt sich: Diese zentralen Knotenpunkte sind ideale Angriffsziele. Ein erfolgreicher Denial-of-Service-Angriff legt nicht nur die IT lahm, sondern stoppt sofort die gesamte Geschäftstätigkeit.
Deutscher Kontext: BSI warnt und treibt Zero Trust voran
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Erst am 6. Januar 2026 startete die Behörde ein neues Digitalportal, um Warnungen schneller zu verbreiten. Diese Initiative steht im Kontext der verschärften NIS2-Richtlinie der EU, die strengere Meldepflichten und Sicherheitsmaßnahmen vorschreibt.
Das BSI drängt längst auf einen Paradigmenwechsel: weg von reaktiven Patches, hin zu resilienteren Architekturen. Die Lösung heißt für viele Experten Zero Trust Network Access (ZTNA). Im Gegensatz zu klassischen VPNs, die nach einmaliger Authentifizierung oft breiten Netzwerkzugriff gewähren, überprüft Zero Trust jede einzelne Anfrage und beschränkt Zugriffe auf das absolut Nötigste.
Doch der Umstieg ist komplex und kostspielig. Bis dahin bleibt IT-Verantwortlichen nur eins: die aktuellen Patches sofort einspielen, Logs auf verdächtige Aktivitäten der Gruppe UAT-9686 prüfen und Notfallpläne für VPN-Ausfälle bereithalten. Die Ereignisse dieser Woche machen deutlich: Die Ära des vertrauensbasierten Fernzugriffs neigt sich dem Ende zu.
PS: Viele Firmen unterschätzen, wie sehr menschliche Faktoren Angriffe verstärken — Social Engineering und Phishing sind häufige Einstiegspunkte, auch bei kritischen Netzwerk‑Lücken. Der gleiche Gratis‑Report liefert einfache Awareness‑Maßnahmen, Vorlagen für Schulungen und Anti‑Phishing‑Checks, mit denen Sie Mitarbeiter und IT‑Teams sofort wirksamer schützen. Gratis‑Report zur Cyber‑Sicherheit anfordern


